Fünf Neue

In Peiting scheiden alle vier Damen aus dem Marktgemeinderat aus

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Vier Damen scheiden aus dem Peitinger Gemeinderat aus, fünf sind künftig neu dabei.

Peiting – Das ist weit und breit eine Besonderheit: In Peiting hören alle vier Frauen, die dem Marktgemeinderat angehören, Ende April auf. Zwei haben nicht mehr kandidiert, zwei sind nicht mehr gewählt worden. Fünf Neulinge vom weiblichen Geschlecht ziehen im Mai erstmals in das Gemeindeparlament ein. Der politische Abgang des bisherigen Frauenquartetts – Anlass für einen „Nachruf“ der anderen Art im Kreisboten.

Pankratia Holl, CSU: 

Pankratia Holl

Die CSU-Gemeinderätin aus dem Weiler Kurzenried ist die Seniorin im bisherigen Gremium, das offiziell bis 30. April im Amt ist. Seit 1984 ist sie schon Gemeinderätin. Was für eine lange Zeit! Und dennoch kann sie es nicht mit zwei christsozialen Haudegen aufnehmen, obwohl beide jünger sind. Denn Herwig Skalitza hat sein Mandat seit 1978. Und Gerhard Heiß war bereits 1972 erstmals in den Gemeinderat eingezogen. Beide scheiden mit Pankratia Holl aus.

Im 24-köpfigen Gemeindeparlament war Pankratia Holl ebenso wie die drei anderen Frauen eher eine ruhige Zeitgenossin. Aber sie meldete sich sehr wohl zu Wort, wenn sie was zu bestimmten Themen zu sagen hatte.

In Erinnerung bleiben wird die fürsorgliche Seite. Pankratia Holl hat den Kolleginnen und Kollegen so manches Mal die Sitzung versüßt. Im Fasching gab es immer ihre selbst gemachten Krapfen. Und auch den Stollen, der zur Jahresschlusssitzung gereicht wurde, hat immer Pankratia Holl mitgebracht, die ja auch das Gesicht schlechthin beim monatlichen Peitinger Bauernmarkt ist.

Ihren Platz am Ratstisch hatte Pankratia Holl vorn zwischen Peter Ostenrieder und Herwig Skalitza. Die Seniorin räumt freimütig ein, dass sie dem Kollegen Ostenrieder schon mal einen unscheinbaren Rempler verabreichte, wenn der – was ja durchaus vorgekommen ist – sich in forscher Art in eine Debatte einmischte und sie ihn – ohne Worte – zur Mäßigung mahnte. Ihre „Attacke“ gegenüber Ostenrieder war stets unter der Gürtellinie: Der bekam das am Knie oder am Schienbein zu spüren. So mancher fragt sich: Wer soll da die Nachfolge antreten, zumal Ostenrieder ab Mai auf dem Bürgermeistersessel Platz nimmt?

Monika Ludwig, SPD: 

Monika Ludwig

Genauso viele Gesichter wie Pankratia Holl hat auch Monika Ludwig im Gemeinderat kommen und gehen gesehen. Sie hat ebenfalls 36 Jahre dem Gremium angehört. In einem Alter, in dem viele andere in Rente bzw. in Vorruhestand gehen, möchte sie nun den politischen Ruhestand genießen. Die glorreichen Zeiten der Peitinger SPD mit einem roten Bürgermeister und mit elf Räten (von 2008 bis 2014) oder mit zehn Räten (bis 2015) wird sie in guter Erinnerung behalten. Zwei Jahrzehnte lang war sie das prägende Gesicht beim Peitinger Ferienprogramm, ehe sie an Alex Zila übergab.

Was man(n) mit dem Ausscheiden von Monika Ludwig am meisten vermissen wird? Bestimmt sind es die Umarmungen, bei denen sie schon mal herzhaft zupacken konnte – und das durchaus fraktionsübergreifend. In Einzelfällen durfte das auch der Reporter spüren.

Nicole Gindhart, SPD: 

Nicole Gindhart

Sie war die ruhigste im Gremium. Sozusagen stille Genießerin. Ihre Wortmeldungen aus den letzten Jahren sind an einer Hand abzuzählen. Gindhart hat nach 2014 heuer zwar ein zweites Mal kandidiert. Doch zum Wiedereinzug hat die Stimmenzahl nicht gelangt, zumal die SPD-Fraktion bei der Wahl im März kräftig Federn lassen musste.

Akzente hat die stille Gemeinderätin vielmehr in Sachen Mode gesetzt. Nein, sie hat nicht die Hosen an. Bzw. nur selten. Sondern sie kam im Gegensatz zu den anderen drei Damen oft im Rock zur Sitzung. Mit schönen Mustern und Farben – zweifellos ein Hingucker.

Silvia Ruhfass-Bückle, Grüne:

Silvia Ruhfass-Bückle

 Alle Achtung an die Grünen-Rätin, dass sie Ende 2016 nach dem Rücktritt von Thomas Brenn­auer auf der Liste von Bündnis 90/Die Grünen nachgerückt ist. Andere, die vor ihr auf der Liste standen, haben abgesagt. Es war für sie eine kurze Zeit im Gemeinderat – dreieinhalb Jahre. Für einen Wiedereinzug hat die Stimmenzahl nicht gereicht. Wenn sie das Wort ergriff, dann waren es oft kurze Fragen oder Kommentare. Ganz im Gegensatz zu ihrem Fraktionskollegen Thomas Elste, der bei bestimmten Themen und Anträgen weit ausholen kann.

Ein Frauenquartett hört auf; ein Frauen-Quintett zieht ein in den Gemeinderat. Die fünf Neuen sind Stefanie Wörnzhofer, Claudia Immisch (beide CSU), Susann Tabatabai-Schweizer (Grüne), Marion Gillinger (ÖDP) und Claudia Steindorf (SPD).jj

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