Was passiert am Haindl-Eck?

Ampel statt Kreisverkehr

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Den schweren Lkw die Zufahrt zum UPM-Werksgelände zu vereinfachen und damit den Verkehr zu entlasten, ist Anliegen der Entscheidungsträger.

Schongau – Wie ist die oftmals heikle Verkehrssituation an der Zufahrt zum UPM-Werksgelände in den Griff zu bekommen? Diese Frage beschäftigt Entscheidungsträger wie Bürger seit langem. Mit dem Abriss des gelben Eckhauses wurde jüngst eine weitere Etappe zu einer Lösung genommen und mittlerweile ist auch klar, wie diese allem Anschein nach aussehen wird: Eine neue Abbiegespur samt Ampel soll dabei helfen, insbesondere Lkw ohne größere Rückstauungen durch das Nadelöhr zu lotsen.

Es ist ein Anblick, der noch gewöhnungsbedürftig ist: An der Abzweigung der Peitinger Straße zur Friedrich-Haindl-Straße klafft eine große Lücke. Die markanten vorderen Haindl-Häuser, die die vielbefahrene Schongauer Verkehrsachse jahrzehntelang optisch geprägt haben, sind verschwunden.

Ende Februar war bekannt geworden, dass das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege die Gebäude nicht als erhaltenswert zu klassifizieren gedenke, Ende Mai wurde das erste entkernt. Die Abrisstrupps haben ganze Arbeit geleistet, binnen weniger Wochen haben sie die alten Bauten vollständig abgetragen.

Der Zweck ist klar: Die neu gewonnene Fläche soll dazu dienen, die komplizierte Einfahrt auf das UPM-Gelände zu entschärfen. Waren Unternehmensleitung, Stadt und das Staatliche Bauamt bisher arg limitiert in der Entscheidungsfindung, wie sich die Situation am Nadelöhr verbessern lassen könnte, ist nun Platz vorhanden. „Man kann die Kreuzung jetzt verschieben“, erklärt Andreas Lenker, zuständiger Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt in Weilheim. Und die favorisierte Lösung zum weiteren Vorgehen scheint mittlerweile gefunden.

Keine Ehrenrunde für Brummi-Fahrer

Ein Ingenieur-Büro hatte sich der Frage angenommen, ob ein Kreisverkehr oder eine Ampel die anvisierte Entlastung brächten. „Wir stecken in den Planungen“, sagt Lenker. Die Kreisverkehr-Lösung scheide aber aller Wahrscheinlichkeit nach aus. Verschiedene Macharten und Größen seien diskutiert worden, doch immer stellte sich – trotz Abriss der Häuser – ein altbekanntes Problem als Hemmschuh dar: Richtig großzügig ist die Fläche immer noch nicht.

„Ein Kreisverkehr würde sehr groß“, erklärt Lenker, doch die Zufahrt für aus Schongau kommende Lkw bleibe spitz. Dass die schweren Laster extra eine „Ehrenrunde“ drehten, sei zwar möglich, dem eigentlich ja zu verbessernden Verkehrsfluss aber nicht zuträglich. „Außerdem – das ist das Hauptargument – wäre die Geh- und Radwegeführung bei einem Kreisverkehr erschwert.“

So ist es also eine Ampel samt neu angelegter Abbiegespur, die Abhilfe schaffen soll. Ausgestattet mit einer intelligenten Schaltung und koppelbar mit den neuen Signalanlagen, die aktuell entlang der Bahnhofstraße entstehen sollen.

Zeitplan hängt von Mühlkanalbrücke ab

Weitere Absprachen mit Stadt und UPM stünden zwar noch aus , doch bis zum kommenden Jahreswechsel solle feststehen, wohin die Reise planerisch geht. Denn der Zeitplan hängt eng mit einer weiteren baulichen Maßnahme zusammen, nur wenige hundert Meter weiter ostwärts: Die Mühlkanalbrücke wird ersetzt. Das Haindl-Eck könne zeitlich parallel in Angriff genommen werden oder erst nach Abschluss der Brückenarbeiten.

„Da müssen wir den Verkehr an der Behelfsbrücke abwarten“, so Lenker. Mit großen Stauungen, die einem zeitgleichen Umgestalten der UPM-Zufahrt im Wege stünden, rechne er aber nicht. „Vorausgesetzt, das Verhalten der Autofahrer passt.“

In Hinblick auf die Nutzung der Fläche, die die Ampellösung im Vergleich zu einem Kreisverkehr einspart, verweist der Fachmann vom Staatlichen Bauamt auf die anstehenden Gespräche der beteiligten Parteien. Denkbar seien beispielsweise LKW-Parkplätze.

ras

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