Stadt Schongau bekräftigt kritische Stellungnahme

V-Baumarkt: "Keine Schelte für Peiting"

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Statt eines Neubaus in Peiting hatte die Stadt Schongau eine Erweiterung und Modernisierung auf dem Bestandsgrundstück in der Lechstadt angeregt.

Schongau – Der geplante Peitinger V-Baumarkt beschäftigt erneut die Stadt Schongau. In einer dreiseitigen Pressemitteilung, die am Dienstag im Bauausschuss verteilt wurde, versucht die Stadtverwaltung, ihre Stellungnahme zu dem Vorhaben nochmals zu begründen. Von einer „Neiddebatte“ könne dabei nicht die Rede sein.

Seit Mitte Dezember ist die Sache von Peitinger Seite offiziell: Die Georg Jos. Kaes GmbH (V-Markt) plant den Bau eines Bau- und Gartenmarktes mit einer 7.800-Quadratmeter-Verkaufsfläche am Zeißlerweg in der Marktgemeinde. Die Thematik sei auch in Schongau am 19. November im Stadtrat und am 10. März im Bauausschuss beraten worden, heißt es in der Pressemitteilung. Allerdings fanden diese Beratungen hinter verschlossenen Türen in nichtöffentlicher Sitzung statt. Erst am 28. April kam das Thema in öffentlicher Stadtratssitzung auf den Tisch (wir berichteten). Hier wurde von verschiedenen Stadträten vor allem die Kritik an dem Umgang Peitings mit dem Interkommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) laut.

„Peter Ostenrieder und ich kommen bestens miteinander klar“, führte Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman am Dienstag erneut in das Thema ein. Dennoch wolle man einige Dinge klarstellen, „um allen Bürgern die Möglichkeit zu geben, die Fakten kennenzulernen und die Gewerbetreibenden zu informieren, wie wir uns für deren Bestand einsetzen“, so der Wortlaut der Pressemitteilung.

Die Georg Jos. Kaes GmbH habe zuvor bei der Stadt Schongau angefragt, ob die Stadt über ein Grundstück verfüge, auf dem die Errichtung eines Baumarktes realisierbar sei. Dies sei von Seiten der Stadt verneint worden, da kein entsprechendes Grundstück vorhanden und vor allem das zusätzliche Verkaufsflächenausbaupotenzial im betroffenen Sortimentsbereich begrenzt sei. Die Stadt regte stattdessen eine Realisierung des Bauvorhabens auf dem Bestandsgrundstück des V-Marktes im Rahmen einer maßvollen Erweiterung und Modernisierung an. „Begleitend war den Vertretern der Georg Jos. Kaes GmbH das Einzelhandelskonzept der Stadt Schongau übersandt worden“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Realisierung eines großflächigen Bau- und Gartenmarktes sei ausdrücklich als nicht vereinbar mit den städtebaulichen Zielen Schongaus und den interkommunalen Zielen des „Mittelzentrums Peiting/Schongau bewertet“ worden.

In der gemeindlichen Stellungnahme der Stadt Schongau seien keine grundsätzlichen Einwendungen gegen die Errichtung eines Bau- und Gartenmarktes in Peiting vorgebracht worden, will die Stadt nun klarstellen. Die Stellungnahme führe lediglich anhand der Bewertungskriterien des Bayerischen Landesplanungsgesetz die zu erwartenden negativen Auswirkungen des geplanten Vorhabens auf das betroffene Einzugsgebiet auf, so Stadtbaumeister Sebastian Dietrich.

Im Einzelnen sind das folgende Einwendungen: Die Auswirkungen auf den zentralen Doppelort Schongau/Peiting als Ganzes seien nicht berücksichtigt worden, ebenso wie die gemeinsamen Zielsetzungen des IKEK für die Kommunen Schongau, Peiting und Altenstadt. Zudem seien negative Auswirkungen der innenstadtrelevanten Sortimentsanteile auf die Ortszentren Peiting und Schongau zu erwarten. „Das Projekt konterkariert – in Schongau wie in Peiting – die intensiven Bemühungen der vergangenen Jahre zur Stärkung von Innenstädten und Ortszentren in ihrer städtebaulichen Funktion und Attraktivität“, so Dietrich. Zudem erwarte man negative Auswirkungen auf die bestehende Einzelhandelsstruktur.

Das alles sei nicht als Schelte für Peiting zu sehen, betonte Bürgermeister Falk Sluyterman. Er bat alle Stadtratsfraktionen, „sich nicht entgegen den Beschlüssen zu äußern“. Einwendungen gegen das geplante Vorgehen der Stadt und die Weiterleitung einer kritischen Stellungnahme an die Regierung von Oberbayern seien schließlich von keiner Fraktion vorgetragen worden. 

asn

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