Schongauer Naturschützer ausgezeichnet

Verdienstmedaille für Alfred Gößmann

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Alfred Gößmann mit seiner Frau Friedl und Landrätin Andrea Jochner-Weiß (v. li.).

Schongau – Wenn es Alfred Gößmann nicht gäbe, dann müsste man ihn erfinden. Denn was der Schongauer in den vergangenen 45 Jahren für den Natur- und Landschaftsschutz getan hat, ist mit Geld nicht aufzuwiegen. Für seine ehrenamtliche Arbeit hat der 79-Jährige jetzt die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen.

Landrätin Andrea Jochner-Weiß, die Gößmann die Auszeichnung am Mittwoch im Rahmen eines kleinen Festaktes im Schongauer Landratsamt verlieh, würdigte den „bedeutenden umweltbewussten Beitrag“ des 79-Jährigen. Dank ihm seien zahlreiche Arbeitskreise gebildet worden, um die Artenvielfalt, Biotope, Bäume und Gärten zu schützen. 

Gößmann war es auch, der 1974 den Verein „Heimische Orchideen in Bayern“ aus der Taufe hob. Im ganzen Freistaat war der Schongauer fortan unterwegs, um die heimischen Orchideenvorkommen zu kartieren und ihre Standorte zu pflegen. Mit seiner Hilfe entstand zudem die Bilderflora für Bergwanderer „Die Pflanzen der Lechtaler, Allgäuer und Ammergauer Alpen“. 

Anfang der 1990er Jahre zog sich Gößmann aus der Vereinsarbeit zurück, nur um sich fortan um den Schutz zahlreicher Magerrasenflächen entlang des Lechs zwischen Hohenfurch und Lechbruck zu kümmern. Bis zu zweieinhalb Hektar pflegte er, meist allein. „Ich habe immer gerne draußen gearbeitet“, sagte der ehemalige Gymnasiallehrer. 

Seine Liebe zur Natur ging soweit, dass der Schongauer selbst ein naurschutzfachlich wertvolles Grundstück erwarb, um es zu bewahren. Erst im letzten Jahr hat der 79-Jährige damit begonnen, den Großteil der insgesamt 10 Standorte abzuge-ben und damit seinem Alter Tribut zu zollen. 

Doch nicht nur die Natur hat es dem 79-Jährigen angetan. In einer Broschüre verglich er bereits die Basilika St. Michael in Altenstadt und ihre Kunstschätze mit den Kirchen des 12. Jahrhunderts im Altbairischen Raum und im Alpenraum. Derzeit arbeitet der 79-Jährige an einem Buch über die eiszeitliche Entstehungsgeschichte und naturkundliche Bedeutung des Landkreises. 

Der Kreis der Gratulanten am Mittwoch war groß. Auch Bürgermeister Falk Sluyterman hatte es sich nicht nehmen lassen, Gößmann persönlich zu beglückwünschen. „So eine Auszeichnung haben noch nicht viele Schongauer erhalten“, betonte das Stadtoberhaupt.

Der Geehrte selbst gab sich bescheiden. Er sei von der Nachricht „total überrascht“ worden. „Ich habe wochenlang nachgedacht, womit ich das verdient habe“, bekannte er, „bis ich festgestellte habe, dass ich doch einiges gemacht habe.“ 

Ohne seine Frau Friedl wäre das aber alles nicht möglich gewesen, betonte der 79-Jährige, der seine Gattin bei einem Vortrag über heimische Orchideen kennenlernte. „Sie hat dafür immer Verständnis gehabt.“

Christoph Peters

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