Jahreshauptversammlung

Bernbeurer Tourismusverein vertagt eigene Umbenennung

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Haslacher See und Auerberg sind zwei der beliebtesten Ausflugsziele Bernbeurens, die auch Gäste von außerhalb anlocken.

Bernbeuren – Eine durchaus wegweisende Entscheidung hat der Tourismusverein Bernbeuren bei seiner Jahreshauptversammlung behandelt. Im Zuge seiner weiteren Öffnung will der Verein auch seinen Namen ändern. Aufgrund der damit einhergehenden Tragweite wurde die Abstimmung zur entsprechenden Satzungsänderung aber vertagt. Eine andere neue Satzung ist derweil erfolgreich verabschiedet: Der Gemeinderat sprach sich dafür aus, künftig eine Übernachtungspauschale zu erheben.

Einen neuen ersten Vorsitzenden hat der Tourismusverein auch nach der Jahreshauptversammlung nicht, der Posten bleibt vakant. „Der Verein ist aber voll funktionsfähig“, sagt Bürgermeister Martin Hinterbrandner, der als zweiter Vorstand fungiert. Er war schon vorab davon ausgegangen, dass sich kein Neuer fände, einen deutlich höheren Stellenwert habe daher die Namensänderung gehabt. Doch nahmen die Mitglieder im Lauf der Zusammenkunft Abstand davon, die Entscheidung sofort zu treffen.

„Es gab sehr intensive Diskussionen und gute Anregungen“, beschreibt das Gemeinde-Oberhaupt. Um der Tragweite einer möglichen Umbenennung gerecht zu werden, sei aber mehr Zeit vonnöten. Via Mitteilungsblatt sollten noch mehr interessierte Bürger ins Boot geholt werden. Aussichtsreiche Vorschläge gelte es im Sommer zu bündeln und bei einer neuerlichen Sitzung im Herbst darüber zu befinden.

Insgesamt wolle sich der Verein mehr öffnen. Auch der neue Name solle belegen, dass er kein „Vermieterverein, sondern eine Anlaufstelle für alle ist, die zu einer Verbesserung der Lebensqualität in Bernbeuren beitragen wollen“, so Hinterbrandner. Auch deshalb rechnet der Rathauschef mit deutlich steigenden Mitgliederzahlen.

Kurbeitrag ist beschlossene Sache

Durchaus interessant war für den Tourismusverein auch eine Satzung, der der Gemeinderat schon im Februar seine Zustimmung erteilt hatte: Die Übernachtungspauschale, die im Verein organisierte Übernachtungsbetriebe bisher mehr oder weniger freiwillig auf ihre Gäste umlegten, weicht einem Kurbeitrag. Dieser wird bei jeder Übernachtung fällig – auch in Herbergen, die keine Vereinsmitglieder sind – und von der Gemeinde erhoben.

Denn bisher habe immer dann die formelle Grundlage gefehlt, wenn ein Mitglied nicht zahlte beziehungsweise eine Übernachtungsstätte gar kein Vereinsmitglied war. Nun zahlen also alle. „Eine Frage der Gerechtigkeit“, findet Hinterbrandner. Gäste entrichten fortan ab der ersten Nacht je einen Euro. Doch es gibt Ausnahmen und Ermäßigungen: Schüler und Studenten bis 20 Jahre zahlen 50 Cent, für Kinder unter zwölf Jahren fällt kein Kurbeitrag an; es gibt einen Familienpreis. Außerdem sind Schülergruppen oder gewerbliche Tagungen und Seminare befreit, auch für berufliche Übernachtungen wird nichts fällig.

Neben der Gerechtigkeit führt Hinterbrandner auch den Aspekt der Erleichterung an: Denn während der Tourismusverein bisher die Übernachtungspauschale von seinen Mitgliedern einzog, kümmert sich nun die Gemeinde darum, den Kurbeitrag zu erheben, den sie danach zweckgebunden verwendet. Dem Verein werde eine bürokratische Bürde genommen, ist sich Bernbeurens Bürgermeister sicher. Das erlaube wiederum einen verstärkten Fokus auf die Bearbeitung inhaltlicher Angelegenheiten, beispielsweise der Ausarbeitung von Broschüren, die dann künftig eben über den Kurbeitrag finanziert werden.

Weil künftig also alle Übernachtungsgäste erfasst werden und Hinterbrandner davon ausgeht, dass die Gästezahlen künftig leicht ansteigen dürften, schätzt er die Summe, die dank des Kurbeitrags zusammen kommt, auf 9.000 Euro jährlich. „Damit wäre ich ganz glücklich.“ Mittels der Übernachtungspauschale hatte der Tourismusverein zuletzt 7.000 bis 8.000 Euro eingenommen.

"Gegenleistung ist da"

Das mögliche Mehr an Geld, das Übernachtende künftig zu bezahlen haben, sieht Hinterbrandner gerechtfertigt. „Eine Gegenleistung für den Gast muss da sein und das ist sie.“ Beispiel dafür sei die Pflege des Wegs in der Feuersteinschlucht und der Liegewiese am Haslacher See.

ras

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