Bürgerversammlung

Hohenfurcher im Dialog mit ihrem Bürgermeister

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Ein Haus der Vereine im oder anstelle des Bräustadls? Die Sorgen der Hohenfurcher Vereine waren ein viel beachteter Punkt bei der Bürgerversammlung.

Hohenfurch – Hohenfurch hat eine breite Vereinslandschaft und richtet dementsprechend viele Feste aus, jüngst erst das Bezirksmusikfest. Ließ Bürgermeister Guntram Vogelsgesang diese Meilensteine des Jahres in der Bürgerversammlung Revue passieren, wollten die Bürger wissen, wie man denn einen Ort für Veranstaltungen kreieren und den diversen Vereinen ein Dach über dem Kopf bieten könnte.

Der Trachtenverein könnte es gebrauchen und die Musik, die Liedertafel sowieso und auch der Faschingsverein: ein Dach über dem Kopf, ein Haus der Vereine. Könnten denn nicht die ansässigen Firmen einige Baumaterialien spenden, wollte ein Bürger wissen, sodass man ein solches bauen könne. Vielleicht im oder anstelle des Bräustadls.

Und wenn man schon dabei sei, so der Zuhörer, der wie rund 40 weitere Hohenfurcher dem Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters gelauscht hatte, ließe sich dann nicht ein fixer Festplatz einrichten? Immer wieder müssten die Vereinsvorstände auf Betteltour gehen, um ein Fest auszurichten. Probleme, die bekannt sind. Er sei in Gesprächen, so der Bürgermeister. Das Problem aber sei, dass viele Grundstücksbesitzer nicht verkaufen wollten: „Geld auf der Bank bringt keine Zinsen.“

Mit Blick auf den Bräustadl war sich Vogelsgesang der Problematik bewusst, vor allem, dass man derzeit ja Gerätschaften und Material des Bauhofes auf drei oder vier Standorte im Dorf verteile. Eine Zusammenlegung sei wünschenswert, wobei der Bürgermeister aber meinte, dass der Neu- oder Umbau das eine, der Unterhalt des Vereinshauses aber eine andere Sache sei. Die mittlerweile, aus Sicht des Fragestellers, überbordende Bürokratie bei den Festivitäten könne man nicht mehr weiter lockern, waren sich der Bürgermeister und Landrätin Andrea Jochner-Weiß einig. „Da haben wir wenig Hoffnung, dass es wieder besser werden wird“.

Von einer Diskussion über den Weg des Schneeräumdienstes im Winter abgesehen aber hatten die Hohenfurcher nichts am Jahresbericht auszusetzen. Der Bürgermeister schilderte Erfolge im Kindergarten, wo man das Platzproblem auf elegante Weise vorerst gelöst hat. So durften die beiden Kindergartengruppen, mit Erlaubnis des Landratsamtes, je von 25 auf 27 Kinder erhöht werden, womit nun ausreichend Platz vorhanden ist. Allerdings wurden auch Kinder aus anderen Gemeinden abgelehnt.

Auch bei der Ortsgestaltung kann der Gemeinderat künftig mehr mitreden, hat sich doch das Gremium eine Ortsgestaltungssatzung gegeben. Anhand der wie ein Bebauungsplan ausgearbeiteten Leitlinien könne man diskutieren, ob ein Bauantrag passe. Darin ist auch die zulässige Zahl der Wohneinheiten je Fläche geregelt. „Pro 250 Quadratmeter ist nur eine Wohneinheit zulässig“, so Vogelsgesang. Diskussionen darüber, wie viel man auf ein Grundstück quetschen kann, entfielen künftig. Bei 940 Quadratmetern könne man aber über vier Wohneinheiten schon reden. Somit kann der Gemeinderat aktiv Einfluss nehmen, etwa hinsichtlich der gemeindlichen Infrastruktur.

Gefragtes Bauland

Dass die Menschen gerne in dem Ort an der Schönach leben wollen, belegt die Zahl der Bauanträge und der Umstand, dass die Neubaugebiete so gut wie ausgebucht sind. Dabei gibt es aber auch Ewigkeitsgebiete wie das Baugebiet am Moosfeld, wo die Verwaltung mit dem Emissionsschutz beim Landratsamt ebenso zu kämpfen hat wie mit dem Eisenbahnbundesamt. Dort hält man sich derart penibel an bestimmte Vorgaben, dass derzeit eine Straße nur mehr als Einbahnstraße nutzbar ist. Ohnehin, ist sich Vogelsgesang bewusst, ist der Wunsch der Landwirtschaft, so viele Übergänge wie möglich zu erhalten, ein ziemlich frommer. Es genüge ein einziger Unfall an den unbeschrankten und teils schwer einzusehenden Übergängen, und die Querung werde geschlossen.

Bei der Schuldentilgung ist der Ort trotz Ersatzbeschaffungen für die Feuerwehr, neue Jacken für alle Kameraden für gut 50.000 Euro, erfolgreich. Thema Feuerwehr: In Sachen Hochwasserschutz ist der Ort mittlerweile führend. Mittels einer umgebauten so genannten Bankettschaufel können nun Sandschläuche noch schneller befüllt werden.

Beim Thema Wasser profitiert Hohenfurch in mehrfacher Hinsicht: So konnte das eigene Trinkwasserschutzgebiet kleiner ausfallen, weil man ja das Schongauer Gebiet als Reserve vorweisen kann. Und dank der Sicherheit wird der Wasserpreis auch nur um 0,02 Cent je Liter steigen. Auch beim Nahverkehr nutzt Hohenfurch der Verbund Peiting-Altenstadt-Schongau, fahren die Bürger doch dadurch für vier Euro den gesamten Tag im Gebiet des Nahverkehrsverbundes.

gau

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