Verfahren fürs Sondergebiet

Marienheim, Bühlach, Starkregen

Bühlach Peiting
+
Der Hang am Bühlach, wo das neue Marienheim errichtet wird. Er steigt 20 Meter an. Bei Starkregen fließen große Wassermassen den Berg hinunter.
  • VonJohannes Jais
    schließen

Peiting – Der Marienheim-Neubau am Bühlach und der Starkregen vom Juni mit seinen Folgen am Hang und im Osten Peitings: Dazu ist das Verfahren – Stichwörter sind der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan – zunächst im Juni gestoppt worden. Jetzt sind Hinweise von Ämtern und von Bürgern abgewogen; die eine oder andere Änderung wird vorgenommen. An der Größe des Gebäudekomplexes wird jedoch nicht gerüttelt. 

Nach heftigen Starkregenereignissen standen Anfang Juni im Osten Peitings Keller unter Wasser; auf Feldern und Wiesen bildeten sich kleine Seen. Besonders betroffen war die Bühlachstraße, die zum Teil überflutet wurde.

Immer wieder hatten Anwohner, die einen Neubau des Marienheims am Bühlach ablehnen, aber im August 2020 beim Bürgerentscheid gescheitert waren, mit Blick zum Hanggelände auf die problematische Situation hingewiesen, zuletzt im Rahmen des Flächennutzungs- und Bebauungsplanverfahrens.

Bürgermeister Peter Ostenrieder stoppte nach dem Stark­regen das Bauleitplanverfahren. Vorläufig. Jetzt, Mitte Juli, geht’s an die Fortführung. Die leicht geänderte Planung ist neulich im Marktgemeinderat behandelt und mit großer Mehrheit bei vier Gegenstimmen beschlossen worden.

Das Thema war diesmal, was alles an Einwänden der Behörden und Bürger abzuwägen bzw. im Vorfeld des Neubaus planerisch zu berücksichtigen ist. Schließlich soll es im Verfahren für das große Haus der Sozialpsychiatrie der Gemeinde nicht nass neigehen. Im August sollen der Flächennutzungsplan und der Bebauungsplan noch einmal ausgelegt werden. Das Bestreben ist, dass im Marktgemeinderat nach den Sommerferien der Satzungsbeschluss gefasst wird.

Eine der Vorkehrungen an dem Gebäude vor dem Hang, der nach Osten 20 Meter ansteigt, hat mit der Beseitigung des Niederschlagswassers zu tun. Da ist nun eine gedrosselte Ableitung in den vorhandenen Regenwasserkanal vorgesehen.

Zum Einwand eines Bürgers heißt es, dass zwar bei zwei Ortsbegehungen im Graben kein Wasser gelaufen sei. Allerdings sei es tatsächlich bereits in der Vergangenheit in diesem Bereich zu Überflutungen nach starkem Regen gekommen.

Eine Maßnahme wird sein, den Kanal auszubessern, der inzwischen befahren wurde. Diese Leitung für Regenwasser, die mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern beginnt, weist in einem kurzen Abschnitt einen Durchmesser von nur 30 Zentimetern auf. Diese Engstelle werde der Markt Peiting spätestens bis zum Anschluss des neuen Marienheim-Gebäudes beseitigen, sagte Bürgermeister Peter Ostenrieder in der Sitzung am Dienstagabend.

Zu einem weiteren Bürger­einwand, der die Suche nach räumlichen Alternativen in der Region vermisste, wird in der Abwägung zum Flächennutzungsplan ebenfalls Position bezogen. Es handle sich um die einzige Betreuungseinrichtung dieser Art im Landkreis Weilheim-Schongau. Mit dem Marienheim werde der Betreuungsverpflichtung des Freistaats Bayern Rechnung getragen. Es sei aber nicht Aufgabe der Marktgemeinde Peiting, „im Sinne des St.-Florian-Prinzips“ in anderen Kommunen Grundstücke zu suchen, die gegebenenfalls geeignet sind.

Der Bauherr des Gebäudes für die Sozialpsychiatrie ist die Arbeiterwohlfahrt im Bezirksverband Oberbayern. Im künftigen Neubau sollen 62 Menschen mit schwerer seelischer Erkrankung stationär und vier weitere Personen in einer Wohngruppe betreut werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Europaweit einzigartiges Trainingszentrum in Altenstadt ausgezeichnet
Schongau
Europaweit einzigartiges Trainingszentrum in Altenstadt ausgezeichnet
Europaweit einzigartiges Trainingszentrum in Altenstadt ausgezeichnet
Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Schongau
Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Kinderheim St. Hedwig in Böbing: Regens Wagner führt weiter
Schongau
Kinderheim St. Hedwig in Böbing: Regens Wagner führt weiter
Kinderheim St. Hedwig in Böbing: Regens Wagner führt weiter
Eschen verschwinden weiter aus Schongau
Schongau
Eschen verschwinden weiter aus Schongau
Eschen verschwinden weiter aus Schongau

Kommentare