Verhandlungen abgeschlossen

Hoerbiger: Der Sozialplan steht

+
Siegmar Schlagau, Leiter des Hoerbiger-Unternehmensbereichs Antriebstechnik (li.), der Betriebsratsvorsitzende Reinhold Kernbach und Pressesprecherin Petra Hunger präsentierten die Verhandlungsergebnisse.

Schongau – Ein halbes Jahr ist es her, dass Hoerbiger angekündigt hatte, aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage der Automobilindustrie rund 70 Mitarbeiter an den Standorten der Antriebstechnik in Schongau und Penzberg entlassen zu müssen. Jetzt sind die Verhandlungen zwischen Arbeitgebervertretern und Betriebsrat abgeschlossen.

Die gute Nachricht: Es wird voraussichtlich höchstens acht betriebsbedingte Kündigungen geben. In einer eigens einberufenen Pressekonferenz stellten Siegmar Schlagau, Leiter des Unternehmensbereichs Antriebstech-nik, und der Betriebsratsvorsitzende Reinhold Kernbach am Donnerstag die Details der Einigung vor. 

Demnach sind an den Standorten Schongau und Penzberg insgesamt 95 Stellen in den Bereichen Projektmanagement, kundennahe Entwicklung, Systemeinkauf, Vertrieb, Logistik, Qualitätsicherung und Verwaltung von der Umstrukturierung betroffen. Dass dennoch nur maximal acht Mitarbeitern gekündigt werden müsse, sei ein positives Ergebnis der Verhandlungen, hob Schlagau hervor. 

 Freilich sind jene acht Angestellten nicht die einzigen, die das Unternehmen verlassen. Manche hätten Abfindungsangebote angenommen, erklärte der Leiter der Antriebstechnik. Insgesamt habe der Konzern dafür eine Summe in Millionenhöhe in die Hand genommen. Mit 52 Mitarbeitern habe man sich zudem auf Altersteilzeitregelungen verständigt oder ihnen einen vergleichbaren Arbeitsplatz innerhalb des Konzerns anbieten können. 

 Wie 2011, als bei Hoerbiger schon einmal Entlassungen anstanden, wird es auch dieses Mal eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft geben, in der die betroffenen Mitarbeiter für 24 Monate bei der Stellensuche sowie Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt werden. „Das war uns wichtig“, sagte Kernbach, der die konstruktiven Verhandlungen mit der Geschäftsführung grundsätzlich lobte, jedoch kritisierte, dass diese erst im Januar richtig losgegangen seien. „Wenn es um eine Sozialauswahl geht, sorgt das im Unternehmen immer für Unruhe. Das war über Wochen eine ungute Situation.“ 

Dass die Produktion von den Stellenstreichungen nicht betroffen ist, erklärte Schlagau mit den Entwicklungen am Markt. Viele Hersteller würden auf neue Entwicklungen bei klassischen Antriebssträngen verzichten. „Was wir produzieren, läuft gut und wird auch weiter gut laufen.“ Die Entlassungen seien Teil der dadurch nötigen Umstrukturierung. Vor allem im nichteuropäischen Ausland werde die Nachfrage in den nächsten Jahren durch Länder wie China oder Indien weiter wachsen, glaubt der Bereichsleiter. Mit einem Werk in China habe man bereits auf diese Entwicklung reagiert. 

Dass dies über kurz oder lang das Ende für die Standorte in Schongau und Penzberg bedeuten wird, wollte Schlagau damit aber nicht sagen. Im Gegenteil: „Wir werden in Schongau in diesem Jahr sieben Millionen Euro in eine neue Stanzhalle und eine neue Umformpresse investieren“, kündigte er an: „Wenn wir im Ausland erfolgreich sind, sichert das auch die Beschäftigung hierzulande.“ chpe

Auch interessant

Meistgelesen

Erst 2020 barrierefrei
Erst 2020 barrierefrei
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Schnittpunkt zwischen Gleis und Straße
Digitale Ergänzung kommt an
Digitale Ergänzung kommt an
Das Pizzakarton-Problem
Das Pizzakarton-Problem

Kommentare