Trotz mehr Straftaten:

Verkehrs- und Kriminalitätsstatistik der Polizeiinspektion Schongau: »Lage insgesamt gut«

Auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich der PI Schongau kam es im vergangenen Jahr zu weniger Unfällen als 2019 – wohl ein Corona-Nebeneffekt.
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Auf den Straßen im Zuständigkeitsbereich der PI Schongau kam es im vergangenen Jahr zu weniger Unfällen als 2019 – wohl ein Corona-Nebeneffekt.
  • vonAstrid Neumann
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Schongau – Mehr Straftaten, weniger Verkehrsunfälle – so lässt sich die nun veröffentlichte Kriminalitätsstatistik der Polizeiinspektion Schongau für das Corona-Jahr 2020 zusammenfassen. Trotz leicht gestiegener Deliktszahlen könne die Sicherheitslage auch für das vergangene Jahr aber wieder als gut bezeichnet werden, so Polizeichef Herbert Kieweg.

Auf einer Gesamtfläche von 456 Quadratkilometern betreut die Polizeiinspektion Schongau knapp 50.000 Einwohner. Im Jahr 2020 wurden in diesem Bereich 1.702 vollendete und versuchte Straftaten registriert. Dies bedeutet eine leichte Steigerung um 5,32 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1.616 Delikte). Die Aufklärungsquote stieg nochmals im Vergleich zu 2019 um 1,7 Prozent auf 76,7 Prozent. Damit konnten mehr als drei Viertel der bekannt gewordenen Straftaten geklärt werden. Insgesamt wurden die Beamten der PI Schongau zu 4.721 Einsätzen gerufen.

Stark gesunken sind 2020 die Körperverletzungsdelikte. Mussten im Vorjahr 308 solcher Fälle bearbeitet werden, so waren es 2020 noch 249 Delikte (-59). Auch im Bereich der gefährlichen und schweren Körperverletzung war ein Rückgang auf 54 Fälle (-9) zu verzeichnen. Die Aufklärungsquote betrug hier 96,4 Prozent. „Grund für die sinkenden Deliktszahlen dürfte sicherlich auch in den corona-bedingten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen liegen“, so Kieweg.

Gesunken sind auch die Diebstähle. Waren 2019 noch 323 Delikte zur Anzeige gebracht worden, so wurden 2020 mit 277 Delikten 46 weniger registriert. Das bedeutet einen Rückgang um 14,24 Prozent. Die Aufklärungsquote bei den Diebstählen betrug 39,7 Prozent.

Neben 45 Ladendiebstählen (-33,82 Prozent) waren auch 41 Diebstähle von Fahrrädern (-4,65 Prozent) dabei. Zwölf Wohnungseinbrüche beziehungsweise versuchte Wohnungseinbrüche wurden 2020 aufgenommen. Im Vergleich zu 2019 waren dies vier Fälle mehr. In sechs Fällen konnten die Täter nicht in die Wohnung gelangen. Mit 134 Betrugsdelikten und 213 Sachbeschädigungen waren fast gleichbleibend viele Straftaten in diesen Deliktsgruppen wie 2019 zu verzeichnen.

Bei den Rauschgiftdelikten ist ein Anstieg zu beobachten. Waren es im Vorjahr 134 solcher Delikte, wurden 2020 insgesamt 205 festgestellt. Wie schon in den letzten Jahren handelte es sich auch im vergangenen Jahr beim Großteil der Verstöße um den Besitz oder den Handel mit Cannabisprodukten, allerdings konnte in letzter Zeit auch vermehrt Amphetamin sichergestellt werden. Delikte der Rauschgiftkriminalität zählen zu den sogenannten Kontrolldelikten – sie stellen also Straftaten dar, die durch die Kontrolltätigkeit der Polizei bekannt werden.

Zwei Verkehrstote

Insgesamt 1.166 Verkehrsunfälle hat die PI Schongau bearbeitet. Gegenüber 2019 sind dies 103 Unfälle weniger. Bei 224 Unfällen (2019: 160 Unfälle) wurden insgesamt 283 Personen (2019: 221 Personen) verletzt. Leider wurden 2020 zwei Personen bei Unfällen getötet (2019: drei Verkehrstote).

Gesunken sind 2020 die Verkehrsunfälle mit anschließender Unfallflucht. Diese nahmen von 290 auf 222 Fälle ab. Dies entspricht einem Minus von 23,44 Prozent. 91 Unfallfluchten konnten geklärt werden.

Gestiegen ist die Häufigkeit der Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss. Von 13 im Jahr 2019 steigerte sich diese Zahl im Jahr 2020 auf 19. Im Rahmen von Verkehrskontrollen wurde bei insgesamt 50 Verkehrsteilnehmern ein unzulässiger Alkoholwert beziehungsweise vorheriger Drogenkonsum festgestellt. Gegen diese Personen wurde ein Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr oder ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

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