Verkehrskonzept abgelehnt

Alles bleibt am Peitinger Hauptplatz wie es ist

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Das Hirschvogeleck ist eine der beiden Kreuzungen, an der die Vorfahrt geändert hätte werden soll. Die Befürchtung der Räte: Wer auf der Schongauerstraße fährt, würde ungebremst „durchrauschen“ auf die Poststraße.

Peiting – Nach einer recht emotional geführten Diskussion hat der Peitinger Gemeinderat mehrheitlich die Vorschläge des Arbeitskreises aktive Ortsmitte zur Verkehrsberuhigung rund um den Hauptplatz abgeschmettert.

Weder die Möglichkeit, eine Testphase zu nutzen noch der Vorschlag eines Bürgerentscheids fanden eine Mehrheit. 

Es hätte eine historische Entscheidung für den Ort werden können, befand Peter Ostenrieder (CSU) im Nachhinein. Im Auftrag des Gemeinderates hatte der Arbeitskreis aktive Ortsmitte, zusammengesetzt aus Gemeinderäten und Vertretern der Polizei, des Ordnungsamtes sowie Peitinger Bürgern, Vorschläge auf Basis des Verkehrsgutachtens erarbeitet. Mit der Änderung der Vorfahrtsregelung im Bereich Schongauer- und Poststraße sowie Meier- und Ammergauerstraße hätte der Hauptplatz entlastet werden sollen. 

Bereits im Mai waren die Vorschläge den einzelnen Fraktionen zur Diskussion vorgelegt worden. Was sich dann allerdings im Gemeinderat entwickelte, hatte so wohl niemand kommen sehen. Denn selbst die Gemeinderäte, die an der Ausarbeitung der Vorschläge mitgewirkt hatten, lehnten diese letztlich ab. Insbesondere die Mitglieder der SPD-Fraktion befanden, dass die aktuelle Situation „kompliziert ist, aber es ist gut“, so Adolf Kapfer. 

Darüber hinaus wurde befürchtet, dass durch die Änderung der Regeln der Verkehr in andere Bereiche Peitings abfließen würde, somit sich nur eine Verlagerung ergebe. Tenor war, dass man mit den Vorschlägen die aktuelle Situation erheblich verschlimmern würde, auch für den Verkehr, der beispielsweise aus der Ammergauerstraße nach Schongau wolle. So warnte Andreas Barnsteiner, dass gerade für die Landwirtschaft erhebliche Schikanen aufgebaut würden und zugleich monierte er, dass er selbst nicht Teil des Arbeitskreises gewesen sei. Die anderen Räte säßen „ja bloß in ihren Büros, während er ja auch im Ort unterwegs sei“, wetterte der BVP-Gemeinderat.

Unterstellungen, gegen die sich nicht nur Bürgermeister Michael Asam verwahrte, der zumindest den Versuch unternahm, das Konzept zu retten und vorschlug, man könne die Vorschläge ja testweise, für ein Viertel Jahr etwa, umsetzen. Was aber in seiner Fraktion, wie auch bei weiteren Gemeinderäten ebenso auf wenig Gegenliebe stieß wie der Vorschlag Ostenrieders, doch die Bürger entscheiden zu lassen. 

Dessen Fraktionskollege Herwig Skalitza zeigte sich enttäuscht. Es sei schwer geworden, in Peiting etwas zu verändern. Der letzte „Kraftakt“ läge mehr als 20 Jahre zurück, so Skalitza. Und Andreas Schmid (CSU) empörte sich, dass man seit 40 Jahren nur rede und nun die Chance habe, etwas für die Lebensqualität im Ort zu tun, dazu aber müsse man sich trauen. Es sei immer ein Risiko, betonte Peter Ostenrieder, wenn man etwas verändern möchte. Er sehe es aber als sinnvoll an, wenn man damit ein Ortszentrum schaffe, wo man sich aufhalten könne. Deshalb auch sein Vorschlag, mittels Bürgerentscheid die Peitinger zu ihrer Meinung zu befragen. Hier waren sich auch Asam und Skalitza einig, es lohne sich darüber diskutieren. 

Letztlich setzte sich aber die Überzeugung durch, dass man nichts verändern sollte, wenn man nicht wisse, ob es funktioniere. Weshalb die vorgeschlagenen Vorfahrtsänderungen mit 13 zu sechs Stimmen abgelehnt wurden. In der Konsequenz hat sich jüngst auch der Arbeitskreis aktive Ortsmitte/Verkehr aufgelöst. Tenor hier: Man habe sein Engagement umsonst eingesetzt.

gau

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