Verkehrssituation am Schongauer Schulzentrum

Die Details sind geklärt

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So soll der neue Kreisverkehr am Schulzentrum aussehen. Nicht eingezeichnet ist in dieser Grafik die Querungshilfe, die Fußgängern den Übergang über die Marktoberdorfer Straße ermöglichen soll.

Schongau – Schon im vergangenen Sommer hatte sich der Schongauer Stadtrat für einen Kreisverkehr am Schulzentrum ausgesprochen. Am Dienstag stellte der beauftragte Fachplaner die erste Vorentwurfsplanung vor. Dabei ging es nicht nur um den Knotenpunkt selbst, sondern auch um die neue Verbindungsstraße zum Gartenweg sowie die Hol- und Bringzone (Kiss & Ride) an der Marktoberdorfer Straße.

Ehe Holger Theisen (Ingenieurbüro Schneider & Theisen) seine Entwürfe erläuterte, berichtete Stadtbauamtsmitarbeiter Martin Blockhaus von den Ergebnissen eines runden Tisches im Oktober 2016 mit Vertretern der Schulen, der Verkehrswacht und der Polizei. Thema sei das neue Verkehrskonzept und vor allem die damit verbundene Umgestaltung der Kreuzung an der Einmündung Bürgermeister-Lechenbauer-Straße gewesen, so Blockhaus.

Anders als der Stadtrat, der sich zuvor im Juli mehrheitlich für einen Kreisverkehr ausgesprochen hatte, hätten Grundschule und Verkehrswacht eine Ampelanlage für die sichere Variante gehalten. Auch die Realschule habe zu dieser Lösung tendiert, allerdings aus Lärmschutzgründen. Die Polizei dagegen sprach sich laut dem Stadtbauamtsmitarbeiter für den Kreisverkehr aus, da dieser den Verkehr bremse. Allerdings betonte Blockhaus, dass keiner der Befragten eine der beiden Varianten komplett abgelehnt habe.

Das war insofern wichtig, als die Stadträte bei ihrer damaligen Entscheidung für einen Kreisel blieben. Ausschlaggebend war dafür auch der finanzielle Aspekt. Die Mehrkosten für die 673000 Euro teure Ampelanlage bezifferte Theisen auf mindestens 200 000 Euro, je nach Ausführung des Kreisverkehrs.

Für diesen hatte der Planer zwei Varianten ausgearbeitet. Beiden sahen Inseln an den insgesamt vier Straßenästen vor, um die Ein- und Zufahrten zu strukturieren. Um die Sicherheit der Fußgänger zu erhöhen, sollen zudem die Gehwege künftig nicht direkt entlang des Kreisels verlaufen.

Deutlich unterschieden sich die Entwürfe, was die Lage der westlichen Bushaltestelle anging. In Variante eins blieb ihre Position nahezu unverändert. In Variante zwei hatte sie der Planer vor die Heilpädagogische Tagesstätte und damit auf die andere Seite des Kreisels verschoben. Da der Weg zur Fußgängerunterführung dadurch deutlich weiter wäre, schlug Theisen in dem Fall eine zusätzliche, oberirdische Querungshilfe direkt am Kreisverkehr vor.

In der Diskussion zeichnete sich schnell ab, dass für die Mehrheit eine Verlegung der Bushaltestelle nicht in Frage kam. Entsprechend deutlich fiel auch die Abstimmung aus (20:2). Die Idee einer Querungshilfe hielten die meisten Stadträte dagegen für gut (20:2), nur bei der Frage, wo diese positioniert werden sollte, schieden sich die Geister. Während Michael Eberle (CSU) und Ralf Schnabel (UWV) anregten, sie abgesetzt vom Kreisel am Ende des geplanten Grünstreifens zu situieren, möglicherweise sogar mit einer Bedarfsampel, plädierte etwa Gregor Schuppe (ALS) für den Vorschlag des Planers („Es wird der kürzeste Weg genutzt“). Diese Sicht setzte sich mit 13:9-Stimmen durch.

Hol- und Bringzone

Ebenfalls nur mit knapper Mehrheit (12:10) ging die Entscheidung durch, eine Hol- und Bringzone an der Marktoberdorfer Straße einzurichten, wie es das mit der Erstellung des Verkehrskonzepts betraute Büro PVT im vergangenen Jahr angeregt hatte. Um die Sicherheit für die aussteigenden Schulkinder zu erhöhen, soll die Haltebucht durch einen Schutzstreifen von der Marktoberdorfer Straße abgetrennt werden. Sechs bis acht Autos könnten hier halten, erklärte Theisen. Dank eigener Beschleunigungsspur sei auch das Ausfahren problemlos möglich. 

Die Hol- und Bringzone soll gegenüber der Haldenberger Straße entstehen. Sie bietet Raum für sechs bis acht Autos.

Ein weiterer Vorteil: Während des Kreisverkehr-Baus, in dessen Rahmen auch die Bushaltestellen saniert und behindertengerecht ausgebaut werden sollen, könnte die Halte-Bucht übergangsweise als Ausweich-Haltestelle dienen. Kritik kam von Nina Konstantin (ALS). Durch die Hol- und Bringzone schaffe man Anreize für die Eltern, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen, gab sie zu bedenken. „Dabei wollen wir eigentlich das Gegenteil.“ Eberle indes lobte die „gute Lösung“. Allerdings müsse überwacht werden, dass dort tatsächlich nur kurz gehalten werde.

Unstrittig war hingegen der Bau der neuen Straße vom Kreisverkehr zum Gartenweg, mit der sowohl das Haus für Kinder als auch die zusätzlich geplanten Parkplätze auf dem ehemaligen May-Gelände angebunden werden sollen. Der Beschluss fiel einstimmig.

Nicht verwirklicht wird vorerst eine weitere Idee des Planers, die vorsah, den vorhandenen Parkplatz am Gartenweg zu verschieben, um so Platz für einen eigenen Geh- und Radweg zur Unterführung zu schaffen. Damit folgten die Räte dem Vorschlag der Verwaltung, die auf die noch ausstehende Umsetzung des Radwegekonzepts verwies.

Baubginn erst 2019

Die Gesamtkosten für die beschlossenen Maßnahmen belaufen sich auf rund 840 000 Euro. Umgesetzt werden können sie allerdings frühestens ab Sommer 2019, wenn die Interimshaltestellen für die Schulbusse an der Marktoberdorfer Straße nicht mehr benötigt werden. Für die Anbindung des neuen Kindergartens, der bereits Ende dieses Jahres seinen Betrieb aufnehmen soll, ist deshalb eine temporäre Lösung erforderlich. Sie soll laut Blockhaus demnächst im Bauausschuss vorgestellt werden.

Christoph Peters

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