Verschiedene Facetten des Lebens Herzogsägmühler Kulturtage eröffnen mit Ausstellung

Horst Esser (links) und Hubert Pfeffer (rechts) stellen bei den Kulturtagen aus. Im Bild sind die Künstler mit ihren Partnerinnen zu sehen. Foto: Manuela Schmid

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MANUELA SCHMID, Peiting – Zum Auftakt der 27. Herzogsägmühler Kulturtage eröffnete die Ausstellung „Im Leben wohnen“, die der Fotograf Horst Esser und der Maler und Cartoonist Hubert Pfeffer präsentieren. Die sehenswerte Ausstellung im Rainer-Endisch-Saal ist während der Kulturtage, welche bis einschließlich 19. Oktober andauern und mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm aufwarten, für die Besucher geöffnet. Horst Essers Fotografien, die er in der Ausstellung zeigt, stehen unter dem Titel „Objekte als Lebensausschnitte“. Dabei präsentiert Esser die unterschiedlichsten Facetten des Lebens und Wohnens – ob in einem typischen städtischen Wohnblock oder in einer Gasse in Istanbul. Auch wenn jedes seiner Fotos zwar eine konkrete Szene darstellt, so verstehen sich die Bilder aber gleichzeitig als Metaphern: Jedes Bild steht repräsentativ für eine bestimmte Thematik: Mal für die dunkle Seite des Lebens, die beispielsweise durch eine Straßenszene mit dem Titel „Am Morgen danach“ sehr gut widergespiegelt wird, mal für die positiven Seiten des Lebens, die Esser mit Vögeln darstellt, wie etwa mit dem „Kranich im Blau“ oder mit einem Storch auf Reisen. Das Leben der Pendler zeigt der Fotograf mit der New Yorker U-Bahn Station „Pennsylvania Station“. Dem Krieg widmet sich Esser mit einer recht nüchtern wirkenden Sicht auf ein ehemaliges Landungsfahrzeug aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Cartoonist Hubert Pfeffer zeigt sich in der Ausstellung einmal von einer ganz anderen Seite als sonst: Er zeigt eine Auswahl seiner Gemälde. Bei seinen Bildern, die in einem Bereich zwischen Abstraktion, Piktogrammen und Farbfeld- malerei angesiedelt sind, lässt sich Pfeffer von der Bibel inspirieren. Als Material verwendet er bei seinen Werken die unterschiedlichsten Materialien, wie zum Beispiel Gips, Klebeband, Acrylfarben und Pastellstifte. Daneben zeigt Pfeffer auch ein paar seiner Cartoons, bei denen er auch die ärmeren Mitmenschen im Blickfeld hat – angefangen vom Hartz IV-Empfänger bis hin zum hungernden Kind in Afrika, dem ein Tourist nicht mal mehr eine fast leere Wasserflasche gönnt. Daneben sind auch zeitkritische Karikaturen aus Pfeffers „Schaukelpferd-Zyklus“ zu sehen, die er als Collagen auf Leinwand präsentiert. Die Eröffnung der Ausstellung war zugleich die Eröffnung der Herzogsägmühler Kulturtage, welche heuer wieder einen „ganz eigenen Charakter“ hätten, wie Direktor Wilfried Knorr verkündete. Vor allem das Musikkabarett ist heuer stark vertreten. Es empfiehlt sich übrigens, heuer noch einer der Veranstaltungen zu besuchen: Denn im nächsten Jahr werden die Herzogsägmühler Kulturtage eine Pause einlegen, wie Direktor Knorr den vielen Besuchern mitteilte.

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