Sieben Wochen ohne Kunststoff

Schongauer wagen plastikfreie Fastenzeit

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Plastikmüll ist gerade ein allgegenwärtiges Thema. Gelingt der Verzicht?

Schongau – Nach dem Fasching folgt die Fastenzeit. Seit Mittwoch verzichten viele Menschen auf beispielsweise Süßes, Alkohol oder das Auto. Das sind meist die Klassiker. Die evangelisch-lutherische Gemeinde Schongau, der Bund Naturschutz Ortsgruppe Peiting-Schongau und die Umwelt­initiative Pfaffenwinkel haben sich etwas anderes einfallen lassen. Sie starteten einen Selbstversuch und laden alle Interessierten ein mitzumachen: sieben Wochen ohne Plastik.

Initiator für dieses Vorhaben war Pfarrer Jost Herrmann aus Schongau. Er überlegte, wie die Fastenzeit wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen zu bringen sei. Dabei soll es in der Fastenzeit nicht nur um Verzicht gehen – sondern auch ein Gewinn für den Fastenden oder die Gesellschaft entstehen. Das Thema Plastik trifft den Nerv vieler Menschen. Die Bilder von Müllbergen in China oder von Meerestieren, die sich in Plastikverpackungen verfangen, sind in den Wohnzimmern angekommen und präsent in den Köpfen der Menschen. „Zeit, über unseren Umgang mit Plastik zu sprechen und zu versuchen, einmal ohne diesen Kunststoff zu leben“, so Herrmann.

Im Mittelpunkt dieses Fastenvorhabens steht dabei auch die Gemeinschaft. Zu diesem Zweck gibt es regelmäßige Austauschrunden der Fastenden. Diese dienen dazu, über die neuen Erfahrungen im Alltag zu sprechen: Welche Herausforderungen bringen diese mit sich? Welche Plastik-Alternativen gibt es?

Daneben werden immer wieder Veranstaltungen zum Thema stattfinden. Deren Ziel ist es, die theoretischen Aspekte der Plastikverwendung und -verwertung auch aus anderen Perspektiven zu vermitteln. So entsteht ein buntes Programm mit Ansichten von Menschen, die komplett ohne Plastik leben, Einzelhändlern und Vertretern der Müllverwertung.

Normalerweise dauere es sechs Wochen, bis eine neue Tätigkeit zu einer Gewohnheit wird. „In der Fastenzeit sieben Wochen ohne Plastik zu leben, birgt somit auch die Möglichkeit, sich manche Entscheidungen zur Gewohnheit zu machen und auch nach dieser Zeit plastikreduzierter einzukaufen“, so der Schongauer Pfarrer. „Das wäre ein Gewinn für uns selbst und die Gesellschaft, wenn so ein kleiner Beitrag zur Nachhaltigkeit geleistet werden würde.“

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