Größter Vermögenshaushalt aller Zeiten

Peiting investiert 7,77 Millionen

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Die Scheibe rechts zeigt die wichtigen Einnahmen der Marktgemeinde Peiting. Ein Viertel davon (25,2 Prozent, grün) macht die Einkommensteuerbeteiligung aus (5,9 Millionen Euro). Dahinter folgt die Gewerbesteuer (lila, mit 18,4 Prozent bzw. 4,3 Millionen Euro).

Peiting – Dreimal die Sieben: Die Marktgemeinde Peiting investiert heuer 7,77 Millionen Euro. Dazu gehören auch die zwei Fußballplätze beim Feuerwehrhaus, für die allein 1,4 Millionen Euro veranschlagt sind. 1,3 Millionen Euro werden für Breitband-Versorgung ausgegeben, der gleiche Betrag folgt auch im nächsten Jahr. Und für die neue Drehleiter der Peitinger Feuerwehr sind heuer 685.000 Euro eingeplant.

Insgesamt umfasst das Finanzpaket für 2018, das Kämmerer Christian Hollrieder im Vorfeld mit allen vier Fraktionen einzeln durchgesprochen hatte und das er in der Sitzung am Dienstagabend präsentierte, in den Einnahmen und Ausgaben mehr als 31 Millionen Euro. Dabei entfallen auf den Verwaltungshaushalt (laufender Betrieb) 23,4 Millionen Euro und auf den Vermögenshaushalt (Investitionen) knapp 7,8 Millionen Euro. Es ist damit der größte Etat aller Zeiten in der 11.300 Einwohner zählenden Marktgemeinde, die im Landkreis Weilheim-Schongau die kleinste unter den fünf großen Kommunen ist.

Bereits zu Beginn der Sitzung hatte der geschäftsleitende Beamte Stefan Kort bislang nicht öffentliche Beschlüsse zu Vergaben bekannt gemacht, die den Fußballplatz betreffen. So wird ein herkömmliches Spielfeld und daneben eines mit Kunstrasen angelegt. Die wesentlichen Tiefbauarbeiten wird die Firma Kutter aus Memmingen heuer ausführen. Die Firma Berger (Peiting) wird für 116.000 Euro den Zaunbau erledigen. Die Firma Sauerland (Peiting) installiert die Elektrotechnik (66.000 Euro); dazu gehört die Beleuchtung. Den Kunststoffrasen bringt eine Firma aus Nürnberg ein. Kostenpunkt knapp 260.000 Euro.

Florierende Wirtschaft

Der Haushalt ist Spiegelbild der guten Wirtschaftslage, führte Bürgermeister Michael Asam in die Beratung ein. Peiting hat eine Steuerkraft von 848 Euro je Einwohner. Das sei „gut für uns“, kommentierte der Rathauschef und erinnerte zugleich daran, dass man schon mal bei 450 Euro je Einwohner war. Peiting liegt in der Steuerkraft unter den 34 Gemeinden im Landkreis Weilheim-Schongau auf Platz 18 und damit im Mittelfeld.

„Mir ham super gewirtschaftet“, resümierte Gemeinderat Herwig Skalitza und fügte hinzu: „Wir sind praktisch schuldenfrei.“ Zu dem Einwurf sah sich Skalitza veranlasst, nachdem Hollrieder aufgezeigt hatte, dass heuer 215.000 Euro an Darlehen getilgt werden. Zum Jahresende erwartet man einen Schuldenstand von 1,7 Millionen Euro. Das sind 151 Euro je Einwohner. Zum Vergleich: Bei den Städten und Gemeinden zwischen 10.000 und 20.000 Einwohner beträgt der Durchschnitt 956 Euro.

Wichtige Einnahmen sind der 15-prozentige Anteil an der Einkommensteuer mit 5,9 Millionen Euro und die Gewerbesteuer der Betriebe; da hat der Kämmerer 4,3 Millionen Euro für 2018 eingeplant – und damit eine halbe Million mehr als im Ansatz für 2017.

Über Gebühren bzw. Entgelte werden 2,6 Millionen Euro eingenommen. Vom Freistaat Bayern bekommt die Marktgemeinde zwei Millionen Euro. Mit der Grundsteuer B fließen 1,2 Millionen Euro in die Kasse des Marktes.

Die Ausgaben fürs Personal steigen. Im Vergleich zu 2017 sind es vier Prozent mehr. Der Ansatz im Etat beträgt 5,8 Millionen Euro. In der Kernverwaltung im Rathaus sind es 30 Stellen, im Sozial- und Erziehungsbereich (gemeindliche Kindergärten) 20, beim Bauhof 21 Arbeiter, beim Wasserwerk und Klärwerk sieben und in sonstigen Bereichen 15 Leute (ehemalige Arbeiter).

Ein Mini-Kreisel

Im Tiefbau wird 2018 ein kleiner Kreisel an der Blauen Sparkasse errichtet. Die Kosten werden auf 80.000 Euro beziffert. Die Planung stammt von Gerhard Habersetzer, der den Bereich Tiefbau verantwortet.

394.000 Euro werden für Wasserleitungen und Kanalisation im Bereich Jägerstraße ausgegeben, was die Gemeinde aber über Gebühren wieder umlegen wird. Der östliche Teil der Bahnhofstraße (von der Kohlenstraße bis zur Schönriedlstraße) verursacht heuer nochmals Kosten von knapp 1,2 Millionen Euro. Es ist der dritte und letzte Bauabschnitt bei dem Großprojekt Bahnhofstraße.

Johannes Jais

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