Viel Kampfgeist gezeigt – Zarges- und Getinge-Mitarbeiter demonstrieren gegen Werksschließungen

Geschätzte 800 Teilnehmer waren am vergangenen Samstag in Peiting dem Aufruf einer Demo zum Erhalt der 140 Zarges- und 70 Getinge-Arbeitsplätze gefolgt. Neben den Betroffenen selbst waren auch zahlreiche Sympathisanten aus der gesamten Region sowie Politiker gekommen, um sich gemeinsam für ein Fortbestehen der Firmen einzusetzen.

„Wir wollen nicht am seidenen Faden hängen“ oder „140 Familien wird die Existenz geraubt, weil ihr uns die Leitern klaut“ hießen nur einige der Parolen, die auf den Transparenten zu lesen waren. Mit Trillerpfeifen taten die Demonstranten ihren Unmut lauthals kund. „So darf es nicht mehr weiter gehen“, rief Peitings Bürgermeister Michael Asam den Demonstranten zu, denn seit 1998 sind in der Marktgemeinde rund 690 Arbeitsplätze durch Firmenschließungen verloren gegangen. Für die 140 Arbeitnehmer bei Zarges stehe die gesamte Zukunft auf dem Spiel. Als „Ungerechtigkeit sondersgleichen“ bezeichnete Landrat Dr. Friedrich Zeller das Vorhaben der Zarges-Leitung, die Peitinger Arbeitsplätze nach Ungarn verlagern zu wollen. Zwar war vergangene Woche eine Fristverlängerung bis zum 30. Juli zwischen Konzernführung und Betriebsrat vereinbart worden, doch wie es danach weitergehen wird, stehe in den Sternen. Als „reine Profitgier“ bezeichnete Werner Bäumler, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Zarges, das Vorhaben der Konzernspitze. Dabei gäbe es keinen Anlass, so Bäumler, diese Schließung so schnell wie möglich durchzuführen, denn damit seien keinerlei Einsparungen möglich. „Wir kämpfen bis zum Ende“, prophezeite Bäumler, der die gesamte Belegschaft hinter sich weiß. Auch der Betriebsratsvorsitzende der Firma Getinge, Thomas Hammer, auf dessen T-Shirt die Parole „Profitgier statt Menschlichkeit – Getinge Peiting“ prangte, zeigte sich kämpferisch: „67 Arbeitsplätze sollen nach Schweden abwandern – das lassen wir uns nicht bieten“, unterstrich dieser und fügte an, dass die Firmenleitung ab jetzt „mit einer härteren Gangart rechnen müsse“. Auch weitere Redner und Politiker, wie MdB Alexander Dobrindt (CSU) und MdB Klaus Breil (FDP), kündigten ihre Unterstützung an.

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