Schongauer Berufsschule verabschiedet 148 erfolgreiche Absolventen

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Einzelhandelskaufmann Markus Schreiber und Automobilkaufmann Andreas Karg (2. und 3. v. re.) wurden mit einem Staatspreis für ihren Traumabschluss geehrt. Landrätin Andrea Jochner-Weiß und Schulleiter Thomas Schütz gehörten zu den Gratulanten.

Schongau – Den Titel „Hakuna matata“, zu deutsch keine Sorgen, schmetterte der Chor des Beruflichen Schulzentrums Schongau am vergangenen Dienstag durch den Saal des Jakob-Pfeiffer-Hauses. Gänzlich sorgenfrei dürfte die Zukunft der 148 Absolventen, die an diesem Abend ihr Abschlusszeugnis entgegen nahmen, nicht verlaufen. Doch in einem waren sich die geladenen Redner einig: Mit den erfolgreichen Prüfungen sei ein wichtiger Schritt gemacht.

Noch stolzer als die Absolventen einer allgemeinbildenden Schule durften die jungen Frauen und Männer auf ihr Zeugnis sein. Das fand zumindest Schulleiter Thomas Schütz: „Ihr seid jetzt in der Lage, im Berufsleben – und damit im richtigen Leben – Euren Mann zu stehen.“

„Ihr habt einen Grundstein für Eure Absicherung gelegt“, sagte auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß. „Eine solide ökonomische Basis fürs Erwachsenwerden.“ Doch die nun geebneten Wege seien noch zu beschreiten. Dazu gehöre auch der Mut, breitgetretene Pfade zu verlassen. „Ihr bestreitet kein Pferderennen, wo alle in die selbe Richtung preschen. Geht Eure eigenen Wege“, appellierte Schütz an die jungen Leute, von denen 102 als Kaufleute und 46 als Elektriker ihren Abschluss erworben haben. „Setzt Euch aktiv im Berufs- und Privatleben für Dinge ein, die Euch wichtig sind.“

Auch Harald Kühn, Mitglied des Bayerischen Landtags, attestierte: „Ihr habt eine gute Basis, ein Fundament geschaffen.“ Doch ginge das Lernen lebenslang weiter. Vor allem die Digitalisierung mache eine ständige berufliche Weiterentwicklung unumgänglich. Nur die Erfindung des Buchdrucks habe vergleichbar weitreichende gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse angestoßen.

Dass die Qualifizierung längst nicht alles sei, mahnte Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl an. „Die eine Seite der Medaille ist die fachliche.“ Die andere, nicht minder wichtige, sehe er aber in der Persönlichkeit, dem Charakter und den Werten der Absolventen. „Seid diszipliniert, fleißig, zuverlässig und respektvoll.“ Es gelte, mit einem Lächeln zu einem gelungenen Miteinander beizutragen, das Leben schöner zu machen.

Einen wichtigen Tipp für ein solch schönes Leben verriet auch Schütz zum Ende seiner Ansprache. Er zitierte den verstorbenen Computer-Pionier Steve Jobs. Diesem zufolge sei das einzig Wichtige, zu schätzen, was man tue. „Ihr müsst die eine Sache finden, die Ihr liebt – sowohl im Job als auch im Privatleben. Eure Arbeit wird einen großen Teil Eures Lebens bestimmen.“ Sei die richtige Tätigkeit noch nicht gefunden, bliebe nur eine Lösung: weitersuchen.

Einen „riesengroßen“ Schritt in die Zukunft sah Maximilian Groll mit dem Abschluss der Berufsschulzeit erreicht. Er vertrat die Absolventen mit einer kurzen Rede und ging mit der mangelhaften Pünktlichkeit, überbordendem Hang zu Fachbegriffen und PC-Schwächen der Lehrerschaft ins Gericht, hob aber gleichzeitig deren großen Einsatz hervor. „Dass einige von Ihnen uns in Ihrer Freizeit auf die Prüfungen vorbereitet haben, ist nicht selbstverständlich.“

Die Mühen scheinen sich gelohnt zu haben, 148 der 155 zu den Prüfungen angetretenen jungen Frauen und Männer durften Ihr Zeugnis in Empfang nehmen. 32 von ihnen sogar mit einem Einser-Schnitt. Besonders hervor taten sich Nicole Bauer, Andreas Karg, Julia Peruschitsch und Markus Schreiber mit 1,0. „Das ist schon krass“, fand Michael Walter, Stellvertreter der Schulleitung. Die vier Absolventen sollten mit dem Staatspreis, dotiert mit je 75 Euro, geehrt werden. Anwesend waren aber nur die zwei jungen Männer, ihre weiblichen Pendants traten den Weg auf die Bühne nicht an. Da half auch Walters Angebot, auf 100 Euro aufzustocken, nichts. 

ras

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