Verteidigungsministerin besucht Franz-Josef-Strauß-Kaserne

Von der Leyen: "Die absolut richtige Entscheidung"

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Ein persönliches Lob gab‘s von der Verteidigungsministerin für die vier Freifaller, die aus einer Transall abgesprungen und punktgenau gelandet waren.

Altenstadt – Stürmische Zeiten waren für die Altenstadter Fallschirmjäger nach der Bundeswehr-Strukturreform angebrochen. Ihr Abschied: eigentlich besiegelt. Doch vor knapp zwei Jahren nahm Verteidigungsminister Ursula von der Leyen die Entscheidung ihrer Vorgänger zurück. Am Freitag stattete sie der Franz-Josef-Strauß-Kaserne zum ersten Mal in ihrer Amtszeit einen Besuch ab – ein im wahrsten Sinn des Wortes stürmischer Termin im Wahlkampfjahr.

Um zu erkennen, dass etwas Besonderes in der Luft lag an diesem Freitag, reichte ein Blick in den wolkenverhangenen Himmel über Altenstadt. Gleich zwei Transall zogen dort ihre Kreise, hinzu gesellte sich später auch noch ein Transporthubschrauber vom Typ CH 53. Alles war vorbereitet für die große Vorführung, mit der man Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen demonstrieren wollte, was die Fallschirmjäger am Stützpunkt zu leisten imstande sind. 

Von der Leyen und Dobrindt besuchen Franz-Josef-Strauß-Kaserne

So minutiös der Ablauf geplant war, eines hatten die Verantwortlichen nicht in der Hand: den Wind. Als von der Leyen schließlich in Begleitung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und dem Landtagsabgeordneten Harald Kühn am Absetzplatz erschien, landete der Helikopter bereits wieder. Die Böen waren zu stark, als dass die Fallschirmspringer wie geplant mit automatischer Auslösung aus der Maschine springen konnten. Statt also eindrucksvoll vor der Ministerin und ihrer Entourage einzufliegen, stapften die Soldaten zu Fuß an ihr vorbei.

Lastenabwurf und Freifaller

Doch es blieb der einzige Programmpunkt, der vom Winde verweht wurde. Staunend durfte von der Leyen wenig später verfolgen, wie mehrere große Lasten aus einer Transall abgeworfen wurden und an riesigen Schirmen zur Erde glitten. Anschließend bewiesen vier Freifaller, dass der starke Wind für sie kein Problem darstellte. Mit Rauchfahnen an den Beinen, um bei ihrem Manöver besser gesehen werden zu können, sprangen sie aus der zweiten Transall, um kurz darauf präzise vor der Ministerin zu landen.

Während die absolvierte Aufgabe für die vier erfahrenen Fallschirmspringer, die zum Teil bereits mehr als 10 000 Sprünge in ihrer Karriere absolviert hatten, eher unter die Kategorie Alltag fiel, war der folgende Teil für sie deutlich außergewöhnlicher. Wann schüttelt man schon einmal der obersten Dienstherrin persönlich die Hand? Die schickte gleich noch ein Lob hinterher. „Sehr beeindruckend“, fand von der Leyen die Darbietung und schlug natürlich auch den Wunsch nach einem „Selfie“ mit den Soldaten nicht aus.

„Mutige Entscheidung“

Es war ein angenehmer Termin für die Verteidigungsministerin, die sich nach dem jüngsten Skandal in Pfullendorf bemüht zeigte, das schiefe Licht, das auf die Bundeswehr gefallen war, gerade zu rücken. Vor den Kameras der rund zwei Dutzend angereisten Journalisten schwärmte sie von der „hohen Professionalität“ des Standorts. „Was wir heute am Boden und vor allem in der Luft gesehen haben, spricht Bände und zeigt, dass es die absolut richtige Entscheidung war, den Bundeswehr-Standort Altenstadt in all seiner Breite zu erhalten mit all seinen Fähigkeiten“, betonte die Ministerin. Dass es bis dahin ein langer Weg gewesen war und letztendlich die hohen Kosten des geplanten Umzugs der Fallschirmjäger nach Oldenburg den Ausschlag für die Kehrtwende gegeben hatten – Schnee von gestern. Auch Dobrindt wollte da nicht weiter ins Detail gehen, lobte lieber die Ministerin für ihr „mutige Entscheidung“, mit der sie sich ins Geschichtsbuch der Region eingetragen habe. „Wir haben heute gesehen, was die Ausbildung hier leisten kann. Die Qualität ist Weltklasse.“

Investitionen geplant

Apropos Kosten: Die Verteidigungsministerin kündigte an, dass man in den nächsten Jahren einen zweistelligen Millionen-Betrag in den Standort investieren werde, unter anderem für den Bau eines neuen Wirtschaftsgebäudes. Die Zukunft der Kaserne sei damit gesichert, betonte von der Leyen. Sie könne sich zudem gut vorstellen, dass Altenstadt eine entscheidende Rolle spielen werde, wenn es um die europäische Zusammenarbeit der Streitkräfte gehe.

Bei all dem Fokus auf die Fallschirmjäger geriet es fast in den Hintergrund, dass in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne seit 2014 auch das Feldwebel-/Unteroffiziersanwärter-Bataillon seine Heimat hat. Doch auch für den militärischen Führungskräftenachwuchs hatte die Verteidigungsministerin Zeit eingeplant. Fast eine Stunde lang stellte sie sich den Fragen der jungen Feldwebel- und Unteroffiziersanwärter – allerdings hinter verschlossenen Türen. Danach war der Ministerbesuch wieder vorbei, der Alltag hatte die Soldaten wieder.

Christoph Peters

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