Mit besten Chancen

Gunnar Prielmeier Favorit fürs Amt des Peitinger Vizebürgermeisters

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Andreas Schmid (links) von der Bürgervereinigung tritt nicht zur Wahl an. Gunnar Prielmeier (SPD; Mitte) kandidiert hingegen. Im Gegensatz zu Franz Seidel (rechts), der 24 Jahre lang zweiter Bürgermeister war und wohl Fraktionssprecher der BV wird.

Peiting – Mit besten Chancen geht Gunnar Prielmeier, den die SPD-Fraktion vorschlägt, in die Wahl des zweiten Bürgermeisters, die bei der konstituierenden Sitzung des neuen 24-köpfigen Peitinger Marktgemeinderates erfolgen wird. Das Gremium findet sich dazu am Dienstag, 12. Mai, um 19 Uhr in der Dreifachsporthalle in Birkenried ein. Der Ort ist bewusst gewählt; so haben auch in Zeiten des Corona-Virus interessierte Besucher Platz.

Wie die Recherchen des Kreisboten vor Redaktionsschluss am Donnerstag ergaben, sind die Chancen für Prielmeier gestiegen. Dies mag im ersten Moment verwundern, zumal die SPD-Fraktion bei der Kommunalwahl im März kräftig Federn lassen musste und nur noch fünf Sitze im 24-köpfigen Gemeinderat hat.

Dass Prielmeier mit Zuversicht auf den nächsten Dienstag blicken kann, hat damit zu tun, dass die Bürgervereinigung Peiting, die ebenso wie die CSU-Fraktion ab Mai mit sechs Sitzen vertreten ist, keinen Kandidaten ins Rennen schicken wird. Sowohl Andreas Schmid, Bürgermeisterkandidat und Stimmenkönig auf der Liste der BV, als auch der bisherige zweite Bürgermeister Franz Seidel erklärten auf Nachfrage des Kreisboten, dass sie nicht zur Wahl des zweiten Bürgermeisters antreten werden.

Ob es neben Prielmeier noch einen weiteren Kandidaten gibt? Christian Lory von der Fraktion der Unabhängigen sagte dem Kreisboten, er werde den Hut nicht in den Ring werfen. Und Thomas Elste von den Grünen antwortet unserer Redaktion so: „Warum warten wir ... nicht ab, wenn das Thema am 12. Mai diskutiert wird. Sonst ist die Spannung ja schon weg, und keiner geht mehr zur konstituierenden Sitzung hin.“

Rathauschef Peter Ostenrieder sagt zum Thema zweiter Bürgermeister, er sei sehr zufrieden mit der Lösung, wie sie sich nun abzeichne. Die CSU-Fraktion, deren Vorsitzender Michael Deibler werden soll, unterstütze Gunnar Prielmeier von der SPD. Hätte die Bürgervereinigung Franz Seidel als Kandidaten benannt, „dann hätten wir uns still verhalten“ und keine Empfehlung abgegeben, ergänzt Ostenrieder, der am Dienstag vereidigt wird.

Die Vorgeschichte

Das ganze Thema hat eine Vorgeschichte. Bei der BV hatte Seidel erklärt, dass er nach 24 Jahren als Vize in der Zeit von Bürgermeister Michael Asam jetzt nicht ein weiteres Mal antreten wolle. Er hatte vielmehr Andreas Schmid prädestiniert. Der war einer der vier Mitbewerber Ostenrieders und hatte für die BV die meisten Stimmen auf der Gemeinderatsliste erzielt. Doch Ostenrieder gab Seidel ebenso wie anderen Fraktionsvertretern zu verstehen, dass er niemanden als Vize haben wolle, der gegen ihn kandidiert habe.

Schmid wäre zwar zunächst bereit gewesen, sich für die Wahl zum zweiten Bürgermeister aufstellen zu lassen. Doch Seidel holte wegen der Aussicht, dass für Schmid keine Mehrheit zustande käme, einen Plan B heraus. Der war, dass er selbst sich wiederum für diesen Posten bereit erkläre und so eine Mehrheit im Gemeinderat für einen BV-Kandidaten zusammenbrächte.

Mit seiner Meinung ist er aber bei den anderen BV-Gemeinderäten nicht durchgekommen. Die Kollegen wollten, dass die Fraktion – nunmehr gemeinsam mit der CSU stärkste Gruppierung – den Kandidaten benenne und da nicht auf Ansagen bzw. Wünsche Ostenrieders eingehe, dessen Verhältnis zu Schmid als angespannt gilt.

Herbert Salzmann, der weiterhin Fraktionssprecher der SPD sein wird, hält es nicht für das richtige Signal, wenn mit Andreas Schmid ein Gemeinderat zum Vize gewählt werde, der zwar in der Fraktion der BV sitze, aber nach wie vor dem CSU-Ortsverband angehöre. Bürgermeister und Vize sollten nicht in der gleichen Partei beheimatet sein, zumal keine Fraktion die absolute Mehrheit habe.

Salzmann betont, die SPD schlage Gunnar Prielmeier vor, weil er schon lange (seit 1996) im Gemeinderat sei und weil er auf der SPD-Liste im März die meisten Stimmen holte. Salzmann: „Wir stellen ihn auf, ohne dass wir schauen, was die anderen machen.“

Dozent an der Krankenpflegeschule

Gunnar Prielmeier ist 61 Jahre alt und gehört dem Marktgemeinderat 24 Jahre an – ebenso lang wie Bürgermeister Ostenrieder. 18 Jahre – von 2002 bis 2020 – war er auch im Kreistag Weilheim-Schongau. Er ist Vater von vier erwachsenen Kindern. Prielmeier ist einer der neuen hauptamtlichen Dozenten an der Krankenpflegeschule in Schongau.

Der gelernte Krankenpfleger – die Lehre machte er in Landsberg – hat sich auf den Bereich Intensivmedizin und Anästhesie spezialisiert. Ende der achtziger Jahre machte er eine pädagogische Zusatzausbildung, damit er an der Krankenpflegeschule in Theorie und Praxis unterrichten kann. Er hat vor zwei Jahren die Arbeitszeit auf 30 Stunden in der Woche reduziert und möchte in den vorgezogenen Ruhestand gehen. Prielmeier ist Vorsitzender beim Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt Peiting und Mitglied beim Kreisfischereiverein Schongau.

Wird Prielmeier zweiter Bürgermeister, dann ginge die Bürgervereinigung trotz Stimmenzugewinn bei der Gemeinderatswahl auf diesem Posten leer aus. Bis 2020 war sie „nur“ drittstärkste Fraktion, hat aber immer mit Franz Seidel den zweiten Bürgermeister gestellt. Da hatte seit 1996 die CSU das Nachsehen, obwohl sie nach der SPD und vor der BV zweitstärkste Fraktion war. 

jj

Lesen Sie auch: So spannend verlief die Wahl des Zweiten Bürgermeisters in Schongau.

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