Wahlnachlese

Im Peitinger Gemeinderat wird’s grün

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Die Sitzverteilung im Peitinger Gemeinderat nach der Wahl.

Peiting – Ihren Bürgermeister Michael Asam haben die Peitinger mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt. Mehr Bewegung gab es im Marktgemeinderat. Künftig werden vier Gruppierungen über das Wohl und Wehe der Gemeinde entscheiden.

CSU 

Betrachtet man die nackten Zahlen, sieht das Ergebnis der Kommunalwahl für die Peitinger CSU nicht gut aus. Michael Deibler holt gegen den Amtsinhaber nur 19 Prozent der Stimmen. Im Gemeinderat verliert die Partei gegenüber 2008 7,6 Prozent und damit zwei Sitze. Stimmung am Boden? Keineswegs, versichert Norbert Merk. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es schwierig werde, gegen Asam zu punkten. Man habe den Bürgern ein Angebot gemacht und einen guten Wahlkampf geführt, so gesehen könne man sich keinen Vorwurf machen, betont der Ortsvorsitzende. Und auch bei der Gemeinderatswahl macht er eine eigene Rechnung auf. Nachdem Bernhard Huber schon im vergangenen Jahr zur Bürgervereinigung gewechselt war, habe man eigentlich nur einen Sitz verloren. Und dieser Verlust hänge mit dem Einzug der Grünen zusammen. Das habe er schon vor der Wahl prophezeit. „Insofern sind unsere Erwartungen eingetroffen.“ Enttäuscht ist Merk eher darüber, dass die Wähler den altbekannten Kräften den Vorzug gaben. Nur Eric Bader und Michael Deibler schafften als Neue den Sprung ins Gremium. „ Es tut mir leid, um die vielen jungen Kandidaten und Kandidatinnen, die wir auf der Liste hatten.“ Man werde jetzt versuchen, diese weiter heranzuführen. Im Rat glaubt Merk an eine Fortsetzung der konstruktiven Zusammenarbeit. 

SPD 

Bei der SPD ist man mit dem Ausgang der Wahl durchaus zufrieden. Dies liegt vor allem an der deutlichen Wiederwahl von Bürgermeister Michael Asam. Im Gemeinderat müssen die Sozialdemokraten künftig mit zehn statt elf Plätzen auskommen. „Das war aber so erwartbar, nachdem die Grünen angetreten sind“, sagt Herbert Salzmann. Befürchtungen, dass der Verlust noch größer ausfallen könnte, hätten sich zum Glück nicht bestätigt. Enttäuscht ist der Ortsvorsitzende von der schlechten Wahlbeteiligung (57,9 Prozent) und dass weder Frauen noch die jüngeren Kandidaten die Gunst des Wählers fanden. „Der Trend ging zu den etablierten Kräften.“ Immerhin vier Neue haben es bei der SPD dennoch ins Gremium geschafft, deren Fraktion damit die größte Umwälzung erfährt. 

Bürgervereinigung

Zu den Gewinnern der Wahl zählt zweifelsohne die Bürgervereinigung. Sie legte gegenüber 2008 von drei auf fünf Mandate zu. Dennoch ist Franz Seidel nicht ganz zufrieden. „Wir hätten gern mit sechs Räten weitergemacht“, sagt der Ortsvorsitzende selbstbewusst. Auffallend: Mit Peter Egger junior hat es ein Kandidat von Listenplatz 18 ins Gremium geschafft. Für vorne stehende Kandidaten wie Birgit Gnahs (2) und Hans Schleich (3) reichte es dagegen nicht. „Die Wähler haben gezielt rausgesucht, wem sie ihre Stimme geben“, stellt Seidel fest. Das habe sich aber durch die Menge der Briefwähler abgezeichnet. Dass die Grünen den Sprung in den Rat geschafft haben, sieht Seidel positiv. 

Grüne 

Für Farbe im Gemeinderat wollen in den nächsten sechs Jahren Thomas Elste und Thomas Brennauer sorgen. Sie schafften für den neugegründeten grünen Ortsverband auf Anhieb den Einzug ins Gremium. „Damit sind wir natürlich zufrieden“, sagt Elste. Man wolle für frischen Wind sorgen. „Unser Ziel ist es, Peiting weiter voranzubringen.“ Kleiner Wermutstropfen: Mit zwei Sitzen sind die Grünen in den Ausschüssen nicht vertreten. „Aber vielleicht ändert der Rat noch die Geschäftsordnung“, hofft Elste.

Christoph Peters

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