»Wir sind Schönwetterflieger«

Was der neue Halter in Langenried den Gemeinderäten zu sagen hat

Im Mai kam es beim Flugplatz in Peiting-Langenried zu einem Unfall. Der Pilot eines sogenannten Gyrocopters schoss über die Startbahn hinaus.
+
Im Mai kam es beim Flugplatz in Peiting-Langenried zu einem Unfall. Der Pilot eines sogenannten Gyrocopters schoss über die Startbahn hinaus.
  • VonJohannes Jais
    schließen

Peiting – Mit dem kurzen Satz „Wir sind Schönwetterflieger“ beschrieb der neue Flugplatzhalter in Peiting-Langenried, Manfred Schiefele, im Gemeinderat die Tendenz, dass es nach einem nassen Frühjahr zuletzt an sonnigen und trockenen Tagen zu einer Konzentra­tion bei Starts und Landungen gekommen ist. Deren Zahl ist auf 500 pro Jahr begrenzt, wie Schiefele auf Nachfrage von Grünen-Rat Thomas Elste antwortete.

Freilich gibt es kein Tages- bzw. kein Wochenlimit. Es gebe nur auf den Zeitraum eines Jahres gesehen eine Begrenzung. Die Genehmigung dafür erteilt das Luftamt Südbayern, das in München bei der Regierung von Oberbayern angesiedelt ist.

Es hatte zwei wesentliche Gründe, warum Schiefele Erklärungen zum Flugbetrieb in Peiting-Langenried abgeben wollte. Zum einen hat er sich – nach einem ausführlichen Gespräch mit Bürgermeister Peter Ostenrieder im Rathaus – auch den Gemeinderäten vorgestellt. Er hat als Flugplatzhalter vor mehreren Monaten die Nachfolge von Klaus Adler (Peiting) angetreten.

Schiefele (63), in Altenstadt zu Hause, ein Sachverständigenbüro führend und allein lebend, ist nunmehr Eigentümer des Platzes, der sich in der südlichen Peitinger Flur östlich der B 17 befindet. Der Flugplatzhalter schilderte nach einer Frage von Herbert Salzmann (SPD) zu einer vereinsmäßigen Struktur, dies sei schon mal angedacht gewesen. Aber die Überlegungen dazu hätten sich wieder zerschlagen.

Eine Leidenschaft

Er sei durch seine Leidenschaft zu Ultraleichtflugzeugen dazu gekommen, den Platz weiterzuführen, bekannte Schiefele, der zuvor im nahen Allgäu seinem Hobby frönte. Die Piloten, die in Langenried starten und landen, würden an ihn als Betreiber eine Gebühr fürs Unterstellen sowie für die Starts bezahlen.

Auf dem Flugplatz Langenried mit seiner 400 Meter langen und 25 Meter breiten Bahn sind zwölf Maschinen stationiert. Es handelt sich um Ultraleichtflugzeuge, die mit ein oder zwei Personen besetzt werden können. Sie dürfen maximal ein Gewicht von 600 Kilogramm haben.

Ein zweiter Grund, warum der neue Betreiber Erklärungen vor den Gemeinderäten abgab, war die Anmerkung von Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung) in der Sitzung von Anfang Juni. Der hatte beobachtet, dass da draußen „richtig was los ist“ und sich der Flugbetrieb verstärkt habe. Auch habe er den Eindruck gewonnen, dass die Flughöhe „ziemlich nieder“ sei.

Grundsätzlich sehe er den Flugsport mit dem Blick aus der Vogelperspektive als wunderbar an, bekundete Barnsteiner. Das Gebiet in den Berger Wiesen sei auf Peitinger Flur relativ ruhig. Dort gebe es keine durchgängigen Wege; es seien keine Reiter und keine Spaziergänger mit Hunden unterwegs.

Dass sich die Starts und Landungen an einigen Wochenenden konzentrieren, räumte Schiefele bei der Sitzung in der Schloßberghalle ein. Dies habe heuer vor allem damit zu tun, dass über viele Wochen im Frühjahr das Wetter schlecht gewesen sei und danach vermehrt Interesse bestünde, in die Luft zu gehen. Doch in der Urlaubs­zeit würde die Zahl der Starts und Landungen schon wieder zurückgehen.

Zum Unfall im Mai

Kurz kam man auch auf den Unfall zu sprechen, der sich im Mai in Langenried ereignete. Damals war der 65-jährige Pilot eines Gyrocopters – eine Maschine mit Rotor – über die Graspiste hinaus geschossen; im Norden des Flugplatzes war in einer Kiesgrube jäh Schluss. Es sei aber kein Absturz gewesen, verdeutlichte Flugplatzhalter Schiefele.

Der Pilot, der seine Maschine nach Peiting überführte, sei dort das erste Mal gestartet. Der Mann habe sich Rippen gebrochen und Schürfwunden zugezogen; er sei aber auf dem Wege der Besserung, schilderte der Flugplatzhalter.

Bürgermeister Ostenrieder verabschiedete Schiefele auf der Gemeinderatssitzung mit einem „Alles Gute und keine Unfälle“. Schiefele sagte zum Schluss: „Kommt’s einfach vorbei und schaut’s euch das an.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Schongau
Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Abkochgebot für Schongaus Leitungswasser
Vergrabene Teebeutel für die Forschung
Schongau
Vergrabene Teebeutel für die Forschung
Vergrabene Teebeutel für die Forschung
Luftreinigungsgeräte für die Grundschule: Schongau will sich an Kreistag halten
Schongau
Luftreinigungsgeräte für die Grundschule: Schongau will sich an Kreistag halten
Luftreinigungsgeräte für die Grundschule: Schongau will sich an Kreistag halten

Kommentare