Bürgerversammlung

Kinsau steht vor zwei Großprojekten

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Die Mehrzweckhalle wird Kinsaus Bürgermeister Marco Dollinger künftig beschäftigen: Hier muss nämlich ein Neubau her.

Kinsau – Zufriedenheit, Lob und viel Dank: Das gab es in der Bürgerversammlung in Kinsau durch Bürgermeister Marco Dollinger zu vernehmen. Doch zwei teure Projekte kündigte er deutlich an – die Notwendigkeit eines Neubaus der Mehrzweckhalle und die Sanierung der Wasserversorgung.

Es läuft stabil in Kinsau – schon allein in Sachen Demografie. 2018 gab es mehr Geburten (+1), weniger Sterbefälle (-3) und es wurde öfter geheiratet (+2) als 2017. Unterm Strich: zwei Einwohner mehr als 2017. Kinsau wächst also – ein wenig. Finanziell konnte Bürgermeister Dollinger bei einem Haushalt von drei Millionen Euro stolz auf Rücklagen von etwa einer Million Euro und einem Schuldenstand von null Euro verweisen. „Das ist ein Ergebnis, das sich durchaus sehen lassen kann.“

Doch die großen Vorhaben, die den Kinsauern ins Haus stehen, können diese komfortable Situation einer kleinen Gemeinde schnell dahin schmelzen lassen. Zum einen die Mehrzweckhalle: 1937 als „Hitlerjugendheim“ erbaut, war die Halle immer ein Provisorium. Und in Sachen Energie und Sicherheit erfüllt das Gebäude, wie Dollinger ausführte, keinesfalls mehr den heutigen Stand der Technik. Hier hatte die Gemeinde zuerst rund 37.000 Euro in eine Voruntersuchung investiert. Das Ergebnis: ernüchternd.

Etwa der mangelhafte Prallschutz stellt ein Problem bei Sport- und Kulturveranstaltungen dar. Die Barrierefreiheit – die gemäß Bayerische Bauordnung Pflicht ist – „ist in der Mehrzweckhalle derzeit für keinen der Nutzungsbereiche erfüllt“. Thema Standsicherheit und Statik: „Die Dachstuhlkonstruktion ist überlastet“, berichtete Dollinger. Im vergangenen Winter habe man aufgrund des starken Schneefalls die Halle sperren müssen. Auch beim Brandschutz, der Energetik, der Lüftungstechnik, der Heizungsinstallation und der Elektrik hapert es in dem Gebäude an allen Ecken und Enden. Das Ergebnis der Untersuchung: Die Baukosten für einen Umbau, so Dollinger, würden die Baukosten eines gleichwertigen Gebäudes deutlich überschreiten. Sprich: Ein Neubau muss her.

Der Kinsauer Gemeinderat hatte sich mit den Vereinsvorständen und dem Architekten Dr. Pilz zu einem Workshop getroffen, um ein Raumprogramm zu erarbeiten, welche Erwartungen eine künftige neue Mehrzweckhalle räumlich für alle Nutzer erfüllen müsse. Architekt Pilz wurde nun mit einer Grobkostenplanung beauftragt, „damit wir eine Hausnummer haben“. Dollinger wies in seiner Rede darauf hin, dass man gleich im Anschluss beim Amt für Ländliche Entwicklung wegen einer Förderung anklopfen werde.

Auch beim Thema Wasser stehen den Kinsauern Kosten ins Haus: fürs Erste in Form höherer Wasser- und Abwassergebühren, um wieder kostendeckend alle Haushalte zu versorgen und entsorgen. Dann: Mit der Notwasserversorgung, die Kinsau mit den Stadtwerken Schongau umsetzt, entstehen der Gemeinde Kosten von rund 400.000 Euro – bis Ende 2019 soll diese Maßnahme abgeschlossen sein. Und nicht zuletzt muss irgendwann das gesamte Leitungsnetz, der Hochbehälter und die Quellfassung saniert werden „Unsere Wasserversorgung ist zwar gut gepflegt. Viele Teile sind jedoch noch aus der Erstattung von 1930“, so Dollinger. Sprich: alte Gussleitungen, die durch Edelstahlteile ersetzt werden müssen. Die Umsetzung der Maßnahme sei jedoch laut Dollinger über einen längeren Zeitraum – bis etwa 2030 – geplant, um den Haushalt nicht zu sehr zu belasten.

Neben den Gastbeiträgen von Kindergartenleiterin Irmgard Latzko und der stellvertretenden Schulleiterin Claudia Schenk, die über zahlreiche erfolgreiche Projekte und die positive Zusammenarbeit mit der Gemeinde berichteten, kam aus der vollbesetzten Mehrzweckhalle wenig Feedback von Bürgern.

Lediglich Herzogstraßenanrainer Josef Kratz lieferte sich mit Bürgermeister Dollinger ein hitziges Scharmützel – überraschend insofern, da Dollinger vorher angekündigt hatte, dass es nun zu einer Einigung der Parteien bei der Schulwegproblematik kommen werde. Ein Bürger verwies darauf, dass es zumindest ein Erfolg sei, dass man mit 400 Unterschriften eine Tempo 30 Zone in dem gefährlichen Bereich an der Staatsstraße erzielt habe – was mit Applaus quittiert wurde. Und Nicole Resch bat im Namen der Hundebesitzer um eine bessere Schneeräumung des Rad- und Gehwegs Richtung B17 – was Dollinger bedauerte, jedoch mit der Überlastung des Winterdienstes im vergangenen Winter begründete. 

km

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