Schlichtweg zu teuer

Schongauer Bauausschuss gegen Mähboot am Lido

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Ein Mähboot im Einsatz am Weßlinger See (Landkreis Starnberg) – das hätte sich Umweltreferentin Bettina Buresch auch am Schongauer Lido gewünscht.

Schongau – Dass ein Mähboot eingesetzt wird, um die Wasserpflanzen am Schongauer Lido im Sommer im Zaum zu halten, wünschte sich Stadträtin und Umweltreferentin Bettina Buresch (ALS). Einen entsprechenden Antrag lehnte der Bau- und Umweltausschuss am vergangenen Dienstag allerdings ab. Etwa 3.000 Euro pro Einsatz erschienen den meisten einfach unverhältnismäßig.

Im Sommer würden sich am Lido öfters Pflanzen bilden, die laut Buresch, „nicht nur eklig, sondern auch gefährlich“ seien. Sie wünschte sich daher, bei Bedarf ein sogenanntes Mähboot zum Einsatz zu bringen. Die Gemeinde Bad Bayersoien im benachbarten Landkreis Garmisch-Partenkirchen besitzt ein solches Boot, welches man sich ausleihen könnte, weiß die Umweltreferentin. Bern­beuren hat sich dessen Einsatz beispielsweise schon öfters am Haslacher See geleistet. Auch UPM nimmt im Herbst das Mähboot in Anspruch.

Zuständiger Ansprechpartner in der Verwaltung ist hier Stadtförster Klaus Thien. Er gab im Ausschuss Auskunft. Die Fixkosten pro Einsatz – das Boot muss mit dem Tieflader gebracht und per Kran ins Wasser gelassen werden, dazu kommt noch die Arbeit des Bootsführers – schätzt der Stadtförster auf etwa 3.000 Euro. Da die Pflanzen teilweise sehr stark wachsen, könnte ein Nachschneiden bereits nach zwei Wochen erneut erforderlich sein. Außerdem Thiens Vermutung: Durch das Zurückschneiden könne man den Bewuchs nicht verhindern, im Gegenteil werde dadurch das Wachstum noch angeregt. Er führte außerdem an, dass erst 2015 die Badeinsel mit Einstiegshilfe am Lido gebaut wurde. Aus seiner Sicht sei der Einsatz des Mähbootes nicht zu empfehlen, so Thien. Ohnehin habe die Infrastruktur am Lido längst die Belastungsgrenze überschritten.

Auf den Steg verwies auch Bürgermeister Falk Sluyterman. Außerdem erinnerte er daran, man habe vor nicht allzu langer Zeit beschlossen, der Lido solle möglichst naturbelassen sein. „Da war ja eine Schaukel schon zu viel“, so der Rathauschef. Im Hinblick auf die Wasserpflanzen meinte er: „Wen es stört, der ist im Plantsch gut aufgehoben.“ Außerdem bezweifelte der Rathauschef, dass es sich dabei überhaupt um eine städtische Aufgabe handele.

Nicht jeder würde gerne bis zum Steg laufen, wenn er am anderen Ende liegt, so das Argument von Buresch. Zudem sei dieser teilweise schmutzig und je nach Wasserstand eher eine Rutsche als ein Steg. Sie habe mit ihrem Antrag lediglich die rechtliche Voraussetzung schaffen wollen, das Boot bei Bedarf einsetzen zu können, sagte die Umweltreferentin. Gemäht werden sollte dann ihrer Einschätzung nach eine etwa fünf Meter breite Schneise zum Hineingehen.

Der Gedanke sei zwar nicht schlecht, aber für einen solchen Betrag könnte man lieber einen zweiten Steg bauen, befand Ilona Böse (SPD). Auch Nina Konstantin (ALS) und Stephan Hild (UWV) sahen die Kosten im Hinblick auf den Nutzen und das schnelle Nachwachsen einfach als zu hoch an.

Ein anderes Problem brachte Robert Stöhr (CSU), der Helmut Hunger im Gremium vertrat, aufs Tapet: „Wer soll das bei Bedarf beschließen? Sitzt dann der Stadtrat alle zwei Wochen deswegen zusammen?“ Gegen die Stimme von Bettina Buresch lehnte der Bauausschuss den Einsatz eines Mähbootes am Lido schließlich ab.

asn

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