Wechsel am Schongauer Krankenhaus

Schongauer Krankenhaus: Neuer Chefarzt für die Innere

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Dr. Wilhelm Fischer (li.) gibt seinen Chefarzt-Posten ab. Seine Nachfolge als Leiter der Inneren Medizin am Schongauer Krankenhaus tritt Dr. Jochen Dresel (re.) an. Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann freut das.

Schongau – Die Innere Medizin am Schongauer Krankenhaus bekommt einen neuen Chef: Ab 1. Juli wird der Münchner Gastroenterologe Dr. Jochen Dresel (45) die Nachfolge von Dr. Wilhelm Fischer antreten, der aus Altersgründen kürzer treten will. Seinen Posten als Ärztlicher Direktor wird der 67-Jährige vorerst behalten.

Jochen Dresel ist Spezialist im Bereich der Gastroenterologie und arbeitete zuletzt in der Schön-Klinik am Starnberger See, die bekanntlich überraschend zum Jahresende geschlossen wurde. Auf ein neues Jobangebot musste der 45-Jährige freilich nicht lange warten. Weil gutes medizinisches Personal gesucht ist, war der Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, Thomas Lippmann, nicht der einzige, der sich um die Dienste Dresels bemühte. 

Doch schon beim ersten gemeinsamen Essen in Wesso­brunn, bei dem auch Landrätin Andrea Jochner-Weiß am Tisch saß, stimmte die Chemie. Der positive Eindruck habe sich beim folgenden Besuch der Klinik verstärkt, sagte Dresel. „Es war spürbar, dass hier ein frischer Wind weht.“ Ein renoviertes Haus, dazu eine gute technische Ausstattung: All das sei nicht selbstverständlich für eine kommunal geführte Klinik, betonte der designierte Chefarzt. „Hier wurden Grundlagen geschaffen, auf die sich aufbauen lässt.“

Solche lobenden Worte hörte Lippmann natürlich gerne, sind sie doch eine Bestätigung für den Kurs, den die Krankenhaus GmbH unter seiner Führung eingeschlagen hat. Nämlich zu investieren statt das medizinische Angebot in beiden Häusern immer weiter zu reduzieren. 

Dass insbesondere die Innere Medizin in Schongau einen guten Ruf genießt, hängt freilich auch mit dem Namen Wilhelm Fischer zusammen. Vor einem Jahr hatte dieser den Chefarzt-Posten übernommen, nachdem er selbige Rolle zuvor über 30 Jahre lang am Peißenberger Krankenhaus ausgefüllt hatte. Nach dessen Schließung wechselte die dortige Abteilung bekanntlich komplett nach Schongau, wo Fischer in den vergangenen Monaten für einen reibungslosen Übergang sorgte. Dank ihm und seinem Team seien die Patientenzahlen deutlich nach oben gegangen, stellte Lippmann zufrieden fest. Um den Bedarf an Betten zu decken, werde man ab Mitte Februar die stillgelegte Station 1 mit Platz für 30 Patienten wieder in Betrieb nehmen.

Vor diesem Hintergrund freute es den Geschäftsführer, dass Fischer der Krankenhaus GmbH noch eine Weile erhalten bleibt. Zwar gibt der bald 68-Jährige am 1. Juli die Leitung der Inneren Abteilung an seinen Nachfolger ab, wird ab dann auch nicht mehr am OP-Tisch stehen. Seinen Posten als Ärztlicher Direktor aber behält er vorerst. Wie lange, ist noch offen. „Das hängt von der Politik und dem Aufsichtsrat und natürlich von Herrn Dr. Fischer selbst ab“, sagte Lippmann. „Wir als GmbH wollen mit ihm gern noch einiges bewegen.“ 

Auch Fischer wirkte bei der Vorstellung seines Nachfolgers als Chefarzt der Inneren Medizin nicht so, als würde er seinen weißen Kittel allzu bald an den Nagel hängen wollen. Neben den administrativen Aufgaben als Ärztlicher Direktor kümmert sich der Internist weiter um die Herzschrittmacher-Patienten, ein Gebiet, auf dem er zu den internationalen Spezialisten zählt.

Ab Mai wird Fischer seinen Nachfolger erst einmal zwei Monate lang einarbeiten, ehe Dresel die große Abteilung dann alleine verantwortet. Einen ersten Fahrplan hat der 45-Jährige bereits. Um ihn bei seiner Arbeit im Fachbereich zu unterstützen, sollen ein bis zwei Oberärzte eingestellt werden. Auch technisch wolle man aufrüsten, um das ganze Spektrum der Gastroenterologie anbieten zu können, kündigte er an. Für wichtig hält Dresel zudem den Kontakt zu den zuweisenden Ärzten, die er deshalb baldmöglichst persönlich besuchen will, um „Vertrauen aufzubauen“.

Alle Führungspositionen besetzt

Mit dem neuen Chefarzt hat die Krankenhaus GmbH aktuell alle medizinischen Leitungs-Positionen adäquat besetzt. Ausruhen dürfe man sich allerdings deshalb nicht, betonte Lipp­mann. „Die Bedingungen werden schwerer“, sagte er mit Blick auf die Veränderungen im Gesundheitssektor, die gerade den kleineren Kliniken das Überleben schwer machten. Man dürfe nicht stehenbleiben, sondern müsse überlegen, welche die nächsten Schritte seien. „Es gilt, sich in Zukunft noch breiter aufzustellen.“

Christoph Peters

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