Neue Überlegungen zum alten Standort

Kehrtwende beim Peitinger Juze?

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Das Peitinger Jugendzentrum „Go in“ mit der markanten roten Fassade.

Peiting – Neue Überlegungen zum alten Standort – beim Thema Jugendzentrum ist eine Kehrtwende denkbar. Der Beschluss von 2019, auf einem gemeindeeigenen Grundstück am Sportgelände für geschätzt 1,5 Millionen Euro ein neues Juze zu errichten, ist jedenfalls mit einem dicken Fragezeichen zu versehen. Denn aufgrund des massiven Rückgangs beim Steueraufkommen in Folge der Corona-Krise wird im neuen Marktgemeinderat darüber zu sprechen sein, ob nicht das bisherige Juze-Gebäude saniert wird.

Seit Ende der achtziger Jahre hat die Gemeinde das Haus an der Lorystraße – nahe am Bahndamm gelegen – gemietet. Das Juze hat also dort schon mehr als drei Jahrzehnte seinen Platz. Nun ergibt sich ein neuer Aspekt, weil die bisherige Eigentümerin, die frühere Ärztin Maria Hoffmann, im April 2020 im hohen Alter von 100 Jahren verstorben ist. Michael Asam, der Ende April aus dem Bürgermeisteramt geschieden ist, erklärt gegenüber der Redaktion, dass die Gemeinde nach dem Tod noch ein Nutzungsrecht habe. Es sei vertraglich geregelt, dass der Mietvertrag zwei Jahre weiter laufen kann. „In der Tat hat der Tod von Frau Dr. Hoffmann einen akuten Handlungsbedarf ausgelöst“, bezieht Bürgermeister Peter Ostenrieder Position zu dem Thema.

Schon in einer der nächsten Sitzungen des Gemeinderats werde es um das Investitionsprogramm des Marktes Peiting für die kommenden Jahre gehen, kündigt Ostenrieder an. Der Neubau des Jugendzentrums an der Jägerstraße wäre vermutlich verschoben worden. „Das sieht jetzt in meinen Augen anders aus“, kommentiert der neue Rathauschef.

Es wurde angeregt, sich unverzüglich mit dem Erben und dem Nachlassgericht von Frau Dr. Hoffmann in Verbindung zu setzen und zu versuchen, das Grundstück mit der bestehenden Immobilie käuflich zu erwerben.

Zur Frage, ob denn eine Sanierung überhaupt Sinn mache, erklärt Ostenrieder, das Gebäude sei seit vielen Jahren und in vielen Zuständen sehr gut bekannt. Nach einhelliger Meinung könne eine Sanierung durchaus sinnvoll sein. Die Idee wäre dann, das Wohnhaus als Jugendzentrum zu gestalten und im Bereich des jetzigen Gebäudes mit der roten Fassade den Veranstaltungsraum zu realisieren. Dies könnte auch ein Neubau dieses Flügels bedeuten. Aber das seien alles Projekte, die erst mit dem neuen Gemeinderat diskutiert werden müssten.

Der Haushaltsansatz für das neue Jugendzentrum ohne Grundstück (das gehört der Gemeinde ja schon und dient aktuell als Bolzplatz) liegt bei 1,6 Millionen Euro. Nach ersten Schätzungen könnte am bisherigen Standort eine Jugendzentrums-Konzeption durchaus mit weniger oder maximal denselben Kosten realisiert werden.

Der Vorteil wäre allerdings, dass darin ein neues, dann gemeindliches Grundstück enthalten wäre, das zusätzlich verfügbar wäre, gibt der Bürgermeister zu verstehen. Der Platz an der Jägerstraße bliebe damit weiterhin frei. Die Realisierung des Jugendzentrums am bisherigen Standort ist aus Sicht Ostenrieders eine gute Lösung, „wenn es mit der Kombination aus Neubau und Sanierung ein optimales Zusammenspiel geben kann“. 

Das Thema Juze hatte unter anderem bei der jüngsten Bürgerversammlung für Aufregung gesorgt.

jj

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