Lästige Wurzeln

Drainage-Ertüchtigung kostet Peiting 440.000 Euro

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Auf den durch Wurzeleinwuchs geschädigten Abschnitten in Peiting wird auf knapp 700 Metern Länge die Leitung erneuert.

Peiting – Dass im Wohngebiet nahe den Sportanlagen Wurzeleinwüchse die Drainage beeinträchtigen und vereinzelt sogar Wasser bzw. Grundwasser in Keller eindringt, soll mit einer aufwendigen Maßnahme „ein für alle Mal vom Tisch geräumt werden“, wie Gemeinderat Peter Ostenrieder (CSU) formulierte. Auf den geschädigten Abschnitten wird auf knapp 700 Metern Länge die Leitung erneuert.

Freilich muss damit auch die gesamte Bepflanzung entlang der Jägerstraße entfernt werden, wie Marktbaumeister Fabian Kreitl erklärte. Bei Bäumen, die nicht direkt auf der Trasse stehen, ist davon auszugehen, dass bei einem einseitigen Entfernen der Wurzeln die Standfestigkeit nicht mehr gegeben ist.

Wenn Rohre neu verlegt werden, sollten die kaputten Abschnitte mit einem dichten Vollmantelrohr ausgeführt werden. Dabei besteht die Möglichkeit, Grundstücke per Übergabeschacht anzuschließen. So kann im Notfall eingeleitet werden, wenn das Grundwasser steigt.

Kreitl präsentierte die Kostenschätzung. In der Summe muss die Gemeinde 440.000 Euro berappen. Davon entfällt der größte Teil auf die Rohrleitung mit Graben; 680 Meter von insgesamt gut 900 Metern sind zu erneuern. Hinzu kommen das Roden, zwei Grundstücksanschlüsse, Entsorgen des Bodenmaterials und Neupflanzung.

Massive Eingrünung

Bei der Gestaltung der Außenanlagen im Baugebiet nördlich der Alfons-Peter-Schule und der Dreifachturnhalle wurde damals eine intensive Ortseingrünung vorgenommen. Die Wurzeln sind in die Drainage eingedrungen. Mittlerweile ist ein direkter Durchfluss unmöglich. Bei starken Niederschlägen drückt das Wasser im Bereich Jägerstraße/Einmündung Eselsbrunnenweg aus den Kanaldeckeln.

Unter drei Varianten, die Kreitl aufzeigte, entschied man sich für die teuerste, obwohl gerodet werden muss und die Herstellungskosten hoch ausfallen. Doch kann die bestehende Leitung auf gleicher Tiefe wiederhergestellt und auf einen Einbau der Rohre im 1,60 bis 1,80 Meter hohen Mischwasserkanal verzichtet werden. Das vermeidet einen höheren Aufwand bei der Wartung.

Bürgermeister Michael Asam meinte, der hohe Grundwasserstand sei sehr wohl im Bebauungsplan erwähnt. Dennoch stünde die Gemeinde in der Verantwortung. Denn es wurde nicht nur der ehemalige Angermoosgraben an die Leitung mit angeschlossen. Auch werden die Dachflächen der Mehrzweckhalle auf diesem Weg entwässert. „Das muss dringend gemacht werden“, fand Klaus Hardt (SPD), der in diesem Gebiet wohnt. Nach drei Tagen Regen seien Keller vollgelaufen. Norbert Merk (CSU) sah die Gemeinde in „der Verantwortung gegenüber Immobilienbesitzern“. Die Maßnahme sei unverzüglich anzugehen. Herbert Salzmann (SPD) bekundete, er könne nur jedem raten, vor dem Kauf eines Grundstücks oder eines Hauses den Bebauungsplan anzuschauen. Michael Deibler (CSU) plädierte ebenfalls für die teure Variante. Man solle sich keinem Risiko aussetzen. Eine Drainage „musst du pflegen“, so Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung).

jj

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