Zum Flächenverbrauch

Wegen geplantem Baumarkt in Peiting: Grünen-Abgeordneter schreibt an Ministerin

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Wegen dem geplanten Baumarkt in Peiting hat sich MdL Andreas Krahl an Ministerin Schreyer gewandt.

Peiting – Der geplante große Baumarkt im Süden Peitings, für den die Marktgemeinde eine Fläche von 2,8 Hektar zur Verfügung stellt, lasse das Ziel einer geringeren Flächenversiegelung in Bayern fraglich erscheinen. So äußert sich der Landtagsabgeordnete Andreas Krahl (Murnau) in einem Schreiben an die neue Bau- und Verkehrsministerin Kerstin Schreyer.

Bürgermeister Michael Asam hatte am Ende der letzten Sitzung Sätze aus dem Brief vorgelesen, den der Grünen-Abgeordnete an die Ministerin richtete und den der Rathauschef zwecks Stellungnahme über das Landratsamt Weilheim-Schongau bekommen hat. Er kommentierte das Vorgehen mit den Worten: „Auch so Auswüchse“, die der Kommunalwahlkampf mit sich bringe. Asam nannte keinen Namen; er wollte aber zu verstehen geben, dass sich Thomas Elste, Bürgermeisterkandidat der Grünen in Peiting, mit dem Thema an Andreas Krahl gewandt habe.

Asam bekräftigte, dass schon seit längerem ein rechtskräftiger Bebauungsplan für das Gebiet beim V-Markt bestünde. Er werde eine Stellungnahme an das Landratsamt Weilheim-Schongau schicken, worin er in wenigen Sätzen die baurechtliche Situation darstelle.

MdL Krahl, der seit Herbst 2018 dem Bayerischen Landtag angehört und im Stimmkreis Weilheim-Schongau wohnt (zu dem auch der Murnauer Bereich gehört), erwähnt in seinem Schreiben an Ministerin Kerstin Schreyer die aktuelle Zielsetzung der Staatsregierung. Damit meint er das Bestreben, den Zuwachs versiegelter Flächen in Bayern auf fünf Hektar pro Tag zu begrenzen.

Ein solches Vorhaben wie das in Peiting lasse dieses Ziel zweifelhaft erscheinen, wenn der Marktgemeinderat die Vergabe einer 2,8 Hektar großen Grünfläche für das Baumarkt-Projekt an einen Investor aus dem Ostallgäu beschlossen habe. Es würden auch 1,2 Hektar ausreichen, wenn man die Stellplätze witterungsgeschützt und kundenfreundlich in einer Tiefgarage unterbringe, statt sie oberirdisch zu platzieren.

Laut Krahl sollte bei solchen Bauvorhaben darauf hingewirkt werden, dass die Genehmigung von einer Tiefgarage abhängig gemacht wird. Im Fall von Peiting verblieben somit 1,6 Hektar Fläche, die später für andere gewerbliche Interessenten bereitstünden. Eine Alternative wäre, die 1,6 Hektar für eine Fotovoltaikanlage zum Betrieb des Baumarktes zu nutzen.

Herbert Salzmann, Fraktionssprecher der SPD, verwies zu dem Thema auf eine Übersicht beim Bund Naturschutz, wo der Flächenverbrauch mit Ortschaften und Einwohnerzahl in Vergleich gesetzt werde. Man könne nicht alles über einen Kamm scheren, meinte Salzmann. Ein Mittelzentrum wie der Raum Peiting/Schongau/Altenstadt dürfe mehr Flächen überplanen als ein Dorf. 

Johannes Jais

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