An der Ammer herrscht Lebensgefahr

Beliebter Ausflugsweg gesperrt

+
Zu sehen sind auf den ersten Blick kaum Schäden, doch könnte die Ammertalstraße jederzeit in den Fluss stürzen.

Peiting – Nichts geht mehr auf der Ammertalstraße, dem bei Ausflüglern beliebten Forstweg zwischen Peißenberg und Peiting. Wegen Unterspülung ist die Straße abgesackt, ob und wann der Hang weiter nachgibt, ist völlig offen – es herrscht Lebensgefahr. Lange verzichten müssen Frischluftfreunde auf die beliebte Route entlang der Ammer womöglich aber nicht lang: Ein Plan zur Wiederherstellung wartet schon auf seine Umsetzung.

„Stopp – Straße gesperrt – Lebensgefahr“, steht in roten Buchstaben auf den improvisierten Schildern, die zusammen mit gestreiftem Absperrband dafür sorgen sollen, dass nichts Schlimmeres passiert: Der Forstweg zwischen Peißenberg und Peiting, Teil des Ammer-Amper-Radwegs, droht in den Fluss zu rutschen.

„Die Ammer macht hier eine scharfe Rechtskurve und nagt am Steilhang“, erklärt Richard Baur. Er ist Stellvertretender Betriebsleiter der Bayerische Staatsforsten (BaySF) in Oberammergau, die hier zuständig sind. Die weiche Molasse sei ein dankbarer Angriffspunkt für die Wassermassen, die vor allem nach den Regenfällen der vergangenen Wochen einige Gewalt entwickelt hätten.

Mehr als nur Risse

„Von oben schaut das nicht spektakulär aus“, schildert Baur das Bild, das sich rund zwei Kilometer westlich des Ammerstüberls bietet. Bisher sei nur an Rissen abzulesen, dass die Straße abgesackt sei. Vom gegenüberliegenden Ufer aus offenbare sich aber das Ausmaß der Schäden, das ein Kollege Baurs auf der Jagd entdeckte. „Man kann die Straße nicht mehr belasten, es herrscht absolute Lebensgefahr“, warnt der Fachmann eindringlich davor, die Warnungen in den Wind zu schlagen.

Schade für all die Naturlieber, die an sonnigen Tagen zu Hunderten zu Fuß und auf dem Rad an der Ammer entlang streifen. Das weiß auch Baur: „Die Ammertalstraße ist nicht nur für uns wichtig. Sie soll auf jeden Fall wieder befahrbar gemacht werden.“

Schnelle Lösung

Wie das anzustellen ist, dazu hat der Stellvertretende Betriebsleiter der BaySF Oberammergau bereits recht genaue Vorstellungen. Die rund 120 Meter Weg hangaufwärts zu verlegen, sei die vernünftigste Lösung. Um die 30 000 Euro würde das Abrücken von der bisherigen Trasse kosten, schätzt Baur. „Das würde unsere Betriebskasse übernehmen.“

Am Montag machen sich Vertreter der BaySF gemeinsam mit Kollegen von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt sowie des Wasserwirtschaftsamts ein genaues Bild. Die Arbeiten könnten zügig vonstatten gehen, hofft Baur. Drei Wochen nachdem grünes Licht erteilt werde, könne der Weg womöglich schon wieder befahrbar sein.

Hier wird‘s gefährlich: Der Forstweg verbindet Peißenberg und Peiting und ist Teil des Ammer-Amper-Radwegs.

Zu klären sei allerdings noch, was das Unternehmen LEW Telnet mit seinem Glasfaserkabel vorhabe, das in den Wegekörper der alten Streckenführung integriert ist und mit dieser über kurz oder lang in der Ammer zu versinken droht. Dennoch: Die Verlegung des Weges scheint Baur derzeit die probatetste – weil flotteste und kostengünstigste – Lösung.

Kein massiver Eingriff

Auf die ursprüngliche Idee, die Baur zuerst in den Sinn gekommen war und die er mittlerweile wieder verworfen hat, trifft das eher nicht zu. Den 30 bis 40 Meter tiefen Abhang durch Steinmauern, Beton oder Querriegel zu sicher, sprenge das Budget mit geschätzten 500 000 Euro deutlich. „Das ist utopisch“, so der Fachmann. Mindestens ebenso wichtig sei aber das Ausmaß eines solchen Eingriffs in die Natur. „Der wäre ganz massiv und ist in dieser wertvollen Wildflusslandschaft auf jeden Fall zu vermeiden“, erklärt Baur.

ras

Auch interessant

Meistgelesen

Highlight und Ausnahmezustand
Highlight und Ausnahmezustand
Sperrung der B 472 bei Hohenbrand zieht sich hin
Sperrung der B 472 bei Hohenbrand zieht sich hin
Sonne, Panorama, Party
Sonne, Panorama, Party
Entdecke den Pfaffenwinkler Milchweg
Entdecke den Pfaffenwinkler Milchweg

Kommentare