Weihnachtsbeleuchtung in Schongau

Streit ums Licht

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Zumindest am Schongauer Weihnachtsmarkt ist es mit Sicherheit hell. Organisator Hermann Gleich hat laut Werbegemeinschaftschef Franz Köpf zugesagt, seinen Lichterhimmel die ganze Adventszeit leuchten zu lassen.

Schongau – Nur noch eine Woche, dann beginnt der Advent. Die staade Zeit könnte in Schongau heuer allerdings etwas dunkler als gewöhnlich ausfallen. Grund ist die in die Jahre gekommene Weihnachtsbeleuchtung. Die Werbegemeinschaft Altstadt will sie aus sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr aufhängen. Für die Stadt kam die Nachricht zur Unzeit. Hinter den Kulissen wird jetzt fieberhaft nach einer Lösung gesucht.

Vor 35 Jahren sorgte die Weihnachtsbeleuchtung erstmals in der Schongauer Altstadt für weihnachtlichen Flair. Jahrzehntelang versah sie zuverlässig ihren Dienst, doch in den letzten Jahren häuften sich die Probleme. Lampen fielen immer öfter aus, Sicherungen flogen. Für die zuständige Elektrofirma und auch die LEW bedeutete das großen Aufwand. 

Schon 2009 holte die Werbegemeinschaft deshalb im Auftrag der Stadt, der die Beleuch-tung gehört, ein Angebot für eine neue Anlage ein. 30000 Euro sollte diese kosten, viel Geld in Zeiten der damaligen Wirtschaftskrise, die auch Schongau bekanntlich arg beutelte. Die Neuanschaffung wurde verschoben.

 Jahr für Jahr hängte die Werbegemeinschaft seitdem weiterhin die alten Girlanden und Lichter auf. 3500 Euro Zuschuss erhält sie pro Jahr von der Stadt dafür und für den Unterhalt. „Insgesamt kostet uns das aber 10000 Euro im Jahr“, sagt Franz Köpf. 

Das wäre auch heuer so gelaufen, hätte der Chef der Werbegemeinschaft nicht Mitte Oktober die Nachricht von der Elektrofirma erhalten, dass eine erneute Montage aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich sei. Diese Hiobsbotschaft gab Köpf sogleich ans Rathaus weiter, begleitet von der Bitte, schnellstmöglich für Ersatz zu sorgen. 

Doch da hatte der Werbegemeinschaftchef die Rechnung ohne die Verwaltung gemacht. Er könne ja nicht ohne weiteres eine neue Weihnachtsbeleuchtung bestellen, erklärt Bürgermeister Falk Sluyterman, für den die Nachricht aus heiterem Himmel kam. Zum einen müsse der Stadtrat darüber entscheiden, zum anderen müssten zuvor Vergleichsangebote eingeholt werden. „Das braucht Zeit.“ Die Nachricht sei daher zur Unzeit erfolgt, kritisiert er. „Hätten wir davon früher erfahren, hätte ich das sicher sofort zur Chefsache gemacht.“ 

Zwar nahm das Stadtoberhaupt das Thema gleich auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung Ende Oktober („ich habe die Brisanz natürlich erkannt“), dort kam es allerdings aufgrund vieler anderer Punkte nicht zur Sprache. Erst am 4. November diskutierten die Räte nichtöffentlich den Antrag der Werbegemeinschaft. Man entschied, 10000 Euro zur Verfügung zu stellen, um die noch funktionierenden Teile der Beleuchtung so zu kombinieren und zu ergänzen, dass zumindest ein Teil der Stadt abgedeckt werden könne. 

Auch die komplette Neuanschaffung wurde diskutiert, letztlich aber verworfen. „Das hätte mit der Ausschreibung nicht mehr rechtzeitig hingehauen“, begründet Sluyterman. Zögern ließ die Stadträte zudem der geplante Umbau der Münz- und Weinstraße in den kommenden Jahren. „Eine neue Weihnachtsbeleuchtung muss zum neuen Beleuchtungskonzept passen.“ 

Bei Köpf stößt die Haltung auf Unverständnis. Seiner Meinung nach wäre trotz der späten Bekanntgabe noch genug Zeit für die Anschaffung einer neuen Beleuchtung gewesen. „Das Unternehmen, das die Stadt sogar angefragt hat, hätte in sieben Werktagen geliefert.“ Und auch von einer Ausschreibung sei in den Gesprächen nie die Rede gewesen, beteuert er. 

Köpf ärgert auch, dass er von den zur Verfügung stehenden 10000 Euro erst eine Woche nach der Entscheidung erfahren hat. „Da hatten wir am Tag davor schon ein Alternativkonzept auf den Weg gebracht.“ Geld fürs Aufhängen sei deshalb nicht mehr da. 

Sowohl Stadt als auch Werbegemeinschaft verfolgen jetzt eigene Wege, um die Altstadt im Advent doch noch zu illuminieren.

Christoph Peters

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