Volumen von 42 Millionen Euro

Peitinger Rekord-Etat

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Der Rekordwert 2020 hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass die Investitionen hoch sind wie nie.

Peiting – Knapp 42 Millionen Euro umfasst das Finanzpaket für 2020, das die Gemeinderäte einstimmig verabschiedet haben – Rekord. Der hängt im Wesentlichen damit zusammen, dass die Investitionen hoch sind wie nie. Das meiste Geld fließt in Tagesstätten, Schulen und Wohnungsbau.

Der Vermögenshaushalt, der die Investitionen auflistet, hat ein Volumen von 15,6 Millionen Euro, schildert Kämmerer Christian Hollrieder. Im Verwaltungshaushalt, der laufende Einnahmen und Ausgaben nachweist, sind es 25,9 Millionen Euro. Das Finanzpaket für 2020, das ungewohnt früh schon im Dezember des Vorjahres beschlossen wurde, hat im Gesamtvolumen mit 41,6 Millionen Euro im Ansatz acht Millionen Euro mehr Umfang als das Jahresergebnis von 2018. Und sogar 18 Millionen Euro mehr als im Jahr 2014.

Im Jahr 1997, kurz nachdem Michael Asam Bürgermeister wurde, umfasste der Etat 15,7 Millionen Mark. Kämmerer war damals Rainer Mahler. 10,7 Millionen Mark waren es im laufenden Betrieb, fünf Millionen im Bereich der Investitionen. Der Haushalt für 2020 hat das gut fünffache Volumen des ersten Etats in der Amtszeit des jetzigen Bürgermeisters.

Asam sagte, es sei „ein Glück, dass wir uns die Ausgaben auch leisten können“. Es sei nicht so, dass die Gemeinde im Geld schwimme. Sie sei aber gut aufgestellt, um ihre Aufgaben im Bereich der Kindertagesstätten und Schulen zu erfüllen.

Ab 2021 rückläufig

Kämmerer Hollrieder blickte voraus, dass nach dem Rekord-Etat ab 2021 wieder mit einem Rückgang zu rechnen sei. Es werden 2020 keine neuen Schulden gemacht. Zu den Einnahmen gehören freilich Grundstücksverkäufe und eine Entnahme aus den Rücklagen. Wesentliche Einnahmeposten sind der Anteil an der Einkommen- und der Gewerbesteuer mit geplant je 6,5 Millionen Euro. Heuer werden bei der Gewerbesteuer wohl 7,6 Millionen Euro erreicht.

Ein großer Posten bei den laufenden Ausgaben ist 2020 die Umlage an den Landkreis mit 7,4 Millionen Euro. Die Personalkosten betragen gut fünf Millionen. Gut ein Drittel entfällt auf die Verwaltung, 28 Prozent auf Bauhof, Wasser- und Klärwerk, 25 Prozent auf die Tagesstätten. Hollrieder erklärte, dass es beim Personal in den nächsten zehn Jahren altersbedingt zu einer hohen Fluktuation kommen werde. Im Bauhof seien zwei Drittel der Mitarbeiter über 50, in der Verwaltung gut die Hälfte.

Sprung nach vorn

Stolz ist der Kämmerer drauf, dass die Marktgemeinde bei der Steuerkraft einen deutlichen Sprung gemacht hat. Lag sie früher im hinteren Drittel, belegt sie mittlerweile Platz 13 unter den 34 Städten und Gemeinden im Landkreis. 2020 wird sie erstmals über 1.000 Euro je Einwohner klettern. Die Verschuldung beträgt Ende 2019 genau 1,21 Millionen, knapp 106 Euro je Einwohner. Im Landesdurchschnitt aller Gemeinden zwischen 10.000 und 20.000 Einwohnern sind es knapp 900 Euro.

Große Investitionen

Ab 2020 steuert die Gemeinde drei Jahre hintereinander jeweils 1,35 Millionen Euro zum Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau bei. Zwei Millionen sind für den Anbau der offenen Ganztagesschule vorgesehen, die bei der Alfons-Peter-Schule errichtet wird. Für die zusätzliche Krippengruppe am Therese-Peter-Haus sind 650.000 Euro berücksichtigt. Der Neubau des fünfgruppigen Kindergartens an der Jägerstraße schlägt 2020 mit zwei Millionen Euro zu Buche; im Jahr darauf wird noch einmal derselbe Betrag in den Haushalt eingestellt. Der zweigruppige Kinderhort an der Forstamtstraße hinter der Schloßberghalle spiegelt sich 2020 mit 650.000 Euro und 2021 mit einer Million Euro im Haushalt wider.

Weitere Investitionen: der Neubau des Jugendzentrums, für den 2020 Planungskosten für 80.000 Euro anfallen, der Bau der Umkleiden bei den Fußballplätzen an der Untereggstraße für 400.000 Euro, ein Abenteuerspielplatz an den Tennisplätzen für 100.000 Euro und die Notwasserversorgung im Verbund mit Schongau für 550.000 Euro.

Beachtlich sind die Ausgaben im Tiefbau – Straße, Wasser und Kanal – an der Jägerstraße mit 525.000 Euro, am Zeißlerweg mit 280.000 Euro, an der Azamstraße mit 645.000 Euro und im Neubaugebiet an der Drosselstraße mit 885.000 Euro.

Für den Kauf von Wohnbaugrundstücken sind 2020 knapp 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Ein mit Kosten von veranschlagten 3,5 Millionen Euro großes Projekt ist ein Jahr später der soziale Wohnungsbau am Roten Berg in Herzogsägmühle mit 60 Wohneinheiten. 

Stimmen zum Haushalt

Der Haushalt für 2020 sei „der krönende Abschluss“ dieses Gemeinderates, sagte Peter Ostenrieder (CSU). Darauf lasse sich gut aufbauen. Die CSU hatte noch den Wunsch, für den nach Marie Juchacz benannten Badweg 2020 auch eine Beleuchtung zu installieren, was gemacht wird. Vor allem die geringe Verschuldung pro Kopf sei außergewöhnlich, befand Hermann Mödl (BVP). Als „Haushalt für die Zukunft“ bezeichnete Herbert Salzmann (SPD) das Finanzpaket für 2020, wenn er an die Investitionen im Bereich, Kindergärten, Krippen, Schulen denke, die allein 4,5 Millionen Euro ausmachen. Mit den Projekten der nächsten Jahre käme freilich „sehr viel auf Sie zu“, meinte er mit Blick zu Marktbaumeister Fabian Kreitl. Auf Antrag Thomas Elstes (Grüne) wird die Planung für die Sanierung des Eishallendachs samt Fotovoltaik-Anlage bereits im Jahr 2020 in Angriff genommen. Er wollte, dass dieses Projekt vorgezogen wird und die Module auf einer wesentlich größeren Fläche als bislang vorgesehen zu installieren. Die höheren Kosten würden sich durch Einsparungen bei den Stromkosten amortisieren. So eine Bilanz am Ende einer Amtsperiode, das sei toll, befand Herwig Skalitza (CSU), der im April 2020 als Gemeinderat aufhört.

Rückblick: So sah der Haushalt 2019 aus.

jj

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