Band für mehr Sicherheit

Ab Montag: Patientenarmbänder

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Marlene Pausackl vom Qualitätsmanagement legt im Beisein von Dr. med. Wilhelm Fischer dem Praktikanten Dominik Baum ein Patientenarmband an. Ab kommendem Montag, 15. Januar, soll jeder Patient in den Krankenhäusern Weilheim und Schongau ein solches tragen.

Schongau – Wer ab kommendem Montag als Patient ins Krankenhaus muss, bekommt gleich bei der Aufnahme ein sogenanntes Patientenarmband angelegt. Auf dem Bändchen sind persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum, Patienten-ID und Fallnummer aufgedruckt. Vor allem soll es der eindeutigen Identifikation dienen, aber auch den Arbeitsalltag von Pflegekräften und Ärzten erleichtern.

Was in großen Häusern bereits gang und gäbe ist, soll nun auch in den Krankenhäusern Weilheim und Schongau Einzug halten. So ein Patientenarmband soll aber keinesfalls als Fußfessel verstanden werden, stellt der ärztliche Direktor Dr. med. Wilhelm Fischer beim Pressegespräch klar. Was ursprünglich für demente Patienten, solche, die gerade aus der Narkose erwachen oder schwerhörig sind, geschaffen wurde, mache für jeden Sinn. „Stellen Sie sich vor, Sie heißen ‚Huber‘, ‚Müller‘ oder ‚Fischer‘ – da ist eine Verwechslungsgefahr durchaus gegeben, beispielsweise, wenn der Vorname fehlt“, so der Mediziner. Zwar sei so etwas noch nicht vorgekommen, trotzdem will man auf Prävention setzen.

Aber nicht nur die Sicherheit des Patienten soll durch das Armband erhöht werden, auch für das Krankenhauspersonal soll es Erleichterung bringen. Marlene Pausackl vom Qualitätsmanagement erklärt den Ablauf: Sobald der Patient ins Krankenhaus kommt, erhält er entweder bei der Patienten-, der Notaufnahme oder am Empfang das Armband, auf dem seine persönlichen Daten abgedruckt sind. „Das Armband erhält jeder stationäre Patient, aber auch der ambulante Patient, der eine Narkose bekommt“, sagt Pausackl. Wer ausdrücklich kein Band haben möchte, muss dafür eigens unterschreiben.

Über einen auf dem Band hinterlegten Barcode können medizinische Daten leicht zugeordnet werden. „Das alles ist erst im Zuge der Digitalisierung möglich geworden“, so Fischer. „Jetzt macht die Einführung auch Sinn.“

Im Raum steht die Einführung dieser Bänder schon seit ungefähr zwei Jahren. Im vergangenen Sommer wurde es dann konkret: Die Krankenhaus GmbH hat sich die zwei häufigsten Anbieter von Patientenarmbändern eingeladen und sich schließlich für einen entschieden. „Wir haben einige ausprobiert und sorgfältig ausgewählt“, sagt Pausackl. Die Bänder wurden speziell für die Gesundheitsbranche entwickelt und dahingehend getestet. „Sie lösen weder Allergien aus, noch müssen sie bei der Hygiene abgelegt werden“, sagt Pausackl. Zudem gibt es sie in drei verschiedenen Größen: vom Neugeborenen, über Kinder- bis hin zur Erwachsenengröße.

Abgenommen werden die Bänder bei der Entlassung des Patienten. Das Armband wird dann übrigens auch speziell im Datenmüll entsorgt – „das garantiert unseren Patienten den Datenschutz“, sagt Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH. 

Astrid Neumann

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