Qualität für die Zukunft

Krankenhaus-Zusammenführung: Weiterer Meilenstein erreicht

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Leitender Oberarzt Dr. Rolland Rosniatowski, Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Proktologie Prof. Dr. Dr. Reinhold Lang, Ärztlicher Direktor Dr. Michael Platz und Geschäftsführer Thomas Lippmann (v. links).

Schongau – Seit 1. April steht die Allgemein- und Viszeralchirurgie in der Krankenhaus GmbH unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Reinhold Lang. Er leitet seitdem die Abteilungen in Weilheim und Schongau, die unter seiner Führung als Chefarzt vereint wurden. Pressesprecherin Isa Berndt sieht darin einen Schritt, die beiden Häuser medizinisch weiter zusammenzuführen. Am Donnerstag vorvergangener Woche stand nach rund 100 Tagen ein erstes Fazit an, das erfreulich ausfiel.

Die anderen chirurgischen Disziplinen Gefäßchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie sowie Unfallchirurgie und Orthopädie waren bereits unter einheitlicher Leitung. Im April wurde dieser Schritt auch für die Allgemein- und Viszeralchirurgie vollzogen. „Das System: ‚ein Chefarzt, zwei Standorte‘ hat sich bewährt“, findet Geschäftsführer Thomas Lippmann. Dank des Wirkens Langs, an dessen Seite Leitender Oberarzt Dr. Rolland Rosniatoswki steht.

Lang spricht von einem „extrem weichen Übergang“, der Anfang April erfolgte. Die gemeinsame Abteilung blühe auf. Durch ihre neue Größe und die damit verbundene Qualität brauche man keinen Vergleich scheuen, auch nicht mit München. „Der Hauptschritt ist geschafft.“ Es sei schön, ein derart großes Gebiet abdecken zu können. „Wir kommen an bei den Leuten, unsere steigenden Zahlen belegen das.“

Der Krankenhaus GmbH sei ein großer Wurf gelungen, schildert Langs Vorgänger und jetziger Ärztlicher Direktor Dr. Michael Platz. Qualität entstehe durch Häufigkeit. „Wenn wir Darmkrebs in Weilheim behandeln, Magen-Operationen und Diagnostik in Schongau durchführen, können wir in der jeweiligen Station auf standardisierte Abläufe bauen“, erklärt Lang. So vertiefe sich eine jeweilige Spezialisierung.

„An beiden Häusern wurde schon vor der Verschmelzung gute Arbeit geleistet“, fasst Rosniatowski zusammen. „Wenn man etwas nicht so oft macht, verblasst aber die Expertise.“ Staatlich auferlegte Mindestgrenzen hält er für sinnvoll. „Schaffen kleine Kliniken eine Fallzahl nicht, sollten sie eine Behandlung auch nicht durchführen dürfen.“

In Schongau und Weilheim dagegen wird die Qualität weiter hochgehalten – und das sei es, was zähle und bei den Menschen ankommt. „Der Patient sucht heutzutage nicht mehr einen Generalisten, sondern einen Spezialisten.“ Zu vermitteln, dass es genau dafür nicht mehr den Weg nach München braucht, sei das Anliegen. Mit Erfolg: „Die Zahlen, die Schongau und Weilheim gemeinsam erreichen, haben sich nicht addiert, sondern potenziert.“ Was wiederum der Qualität zuträglich ist. Bessere Qualität, höhere Behandlungszahlen – höhere Behandlungszahlen, bessere Qualität. „Die Tendenz wird die sein, dass wir Patienten aus München übernehmen“, meint Platz.

Dass ein Wandel vom kleinen Kreiskrankenhaus hin zum überregionalen Gesundheitsversorger in vollem Gange ist, finde in der Wahrnehmung der Patienten und auch Hausärzte – als deren verlängerter Arm Rosniatowski das Krankenhaus beschreibt – mittlerweile seinen Platz, so der Leitende Oberarzt.

Dazu weiter beitragen sollen Zertifizierungsmaßnahmen. „Wir haben in der bauchchirurgischen Abteilung großes vor“, blickt Lang voraus. Schongau solle akademisches Lehrkrankenhaus werden, so der Chef­arzt Allgemein- und Viszeralchirurgie mit Proktologie. „Wir sind dran, ein Darmzentrum zu schaffen.“

Zum Schnäppchenpreis sei dieser Weg, die beiden Häuser zukunftsfähig zu machen, nicht zu beschreiten, erklärt Lipp­mann. Spezialisierung sei personalintensiv; es bedarf entsprechender Gerätschaften. Dass auf politischer Seite im Landkreis die „einhellig außerordentlich hohe Bereitschaft“ herrsche, den Wert der Krankenhäuser anzuerkennen, schätze er sehr.

„Beide Häuser kosten durchschnittlich 40 Euro Steuergeld pro Jahr pro Einwohner; mit Investitionen 80 bis 100“, rechnet der Geschäftsführer vor. „Die Frage ‚Ist es das allen wert‘ würde bei der Feuerwehr oder Kindergärten niemand stellen, nur das Krankenhaus muss sich rechtfertigen.“

Den Betrieb von Krankenhäusern als Teil der gesundheitlichen Daseinsvorsorge unter den gegebene Rahmenbedingungen so auszugestalten, dass er Profit abwerfe, könne nicht das Ziel sein – „das hieße, am Patienten zu sparen“. Beispiel Allgemeinchirurgie: Diese sei, wie geschildert, eine echte Erfolgsgeschichte. Doch die Vergütung sei schlecht. „Rein wirtschaftlich müssten wir sie zurückfahren.“ Dabei gehöre gerade sie doch zur Daseinsvorsorge – ebenso wie beispielsweise die Geburtshilfe.

kb/ras

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