Krankenhaus GmbH tritt Clinotel-Verbund bei

Gemeinsam stärker

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Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann (li.) mit dem Ärztlichen Direktor Dr. Andreas Eder (re.) und Udo Beck (Geschäftsführer Clinotel-Verbund).

Schongau – Um besser zu werden, lohnt es sich, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Genau diesen Ansatz verfolgt jetzt auch die Krankenhaus GmbH. Seit dem 1. Februar ist die Gesellschaft mit ihren drei Kliniken Weilheim, Schongau und Peißenberg Mitglied im Clinotel-Verbund, dem deutsch-landweit 45 Krankenhäuser angehören. Für Geschäftsführer Thomas Lippmann ein „wegweisender Schritt“. Anlass zur Sorge, dass die GmbH dadurch an Eigenständigkeit verliert, gibt es nicht. „Alle Entscheidungen bezüglich unserer Kliniken fällen wir weiterhin allein.“

Seit einem Jahr ist Lippmann mittlerweile im Amt, seitdem hat sich der Takt bei der angeschlagenen Krankenhaus GmbH deutlich beschleunigt. Gefühlt vergeht fast keine Woche, ohne dass die Gesellschaft mit einer Neuerung an die Öffentlichkeit geht. Alles ist dem großen Ziel untergeordnet, an dem die Arbeit des Geschäftsführers letztendlich gemessen wird. „Wir müssen das Defizit verringern“, betonte Lippmann auch beim jüngsten Pressetermin wieder, zu dem er in die Schongauer Klinik geladen hatte. 

Der Beitritt zum Clinotel-Verbund, den Lippmann diesmal verkündete, spielt für den Geschäftsführer dabei eine wichtige Rolle. „Dadurch bekommen wir die Möglichkeit, uns mit anderen kommunalen Krankenhäusern zu vergleichen“, hob er hervor. Das soll langfristig zu einer besseren medizinischen Qualität führen, so der Gedanke.

Ein Ansatz, den auch der Ärztliche Direktor Dr. Andreas Eder unterstützt. „Wir können durch den gegenseitigen Austausch herausfinden, wo wir etwas verbessern können“, erklärte er. Funktionieren soll das über Audits, bei denen die Chefärzte der verschiedenen Kliniken Einblick in die Prozesse vor Ort geben. 

Auch in anderen Bereichen erhofft man sich Unterstützung durch den Verbund, etwa bei der Ermittlung des Personalbedarfs oder bei der Abrechnung. Clinotel besteht seit 1999 und ist einer der größten Verbünde seiner Art in Deutschland. Die mittlerweile 45 Mitglieds-Krankenhäuser versorgen mit 42000 Mitarbeitern rund 820000 stationäre Patienten.

Lippmann war wichtig, zu betonen, dass es sich bei Clinotel nicht um einen „Rettungsanker für angeschlagene Krankenhäuser“ handle. Nur wer ein Zukunftskonzept vorlege und bereit sei, aktiv mitzuarbeiten, in dem man die eigenen Daten offenlege, habe die Chance, aufgenommen zu werden.

„Dazu gehört Mut, doch nur so lässt sich erkennen, wo Hilfebedarf besteht“, fügte Udo Beck hinzu. Der Clinotel-Geschäftsführer machte auch noch einmal den Unterschied zu einem privaten Klinik-Verbund deutlich. So behalte jedes Mitglieds-Krankenhaus seine rechtliche und organisatorische Eigenständigkeit. „Wir haben keine Weisungsbefugnis.“ 

Zudem achte man darauf, dass die Kliniken nicht in direkter Konkurrenz zueinanderstünden. Denn nur so sei ein intensiver und offener Austausch möglich. 

Für Lippmann ist der Beitritt zu dem gemeinnützig betriebenen Verbund auch ein Zeichen, „dass wir kommunal sind und auch bleiben wollen“. Kostenlos ist die „Hilfe zur Selbsthilfe“ freilich nicht. „Wir zahlen dafür eine Jahresgebühr“, erklärte er. 

Die Höhe wollte er nicht verraten, sie sei aber deutlich geringer als das, was man für das Gutachten durch die PricewaterhouseCoopers AG ausgegeben habe, verglich er. Deren Dienst sei nötig gewesen, „aber wir müssen jetzt auf eigenen Beinen stehen.“

Christoph Peters

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