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Weiter nein zu Photovoltaik in der Schongauer Altstadt

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Von: Astrid Neumann

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Bauerngasse Schongau Altstadt Photovoltaik
Das Gerüst für eine Photovoltaikanlage ist schon seit 2007 auf dem Dach eines Hauses in der Bauerngasse angebracht. Diese darf aber nach wie vor nicht errichtet werden. © Schorer

Schongau – „Der Fall hier wird immer schwierig bleiben.“ Gemeint hat Stadtbaumeister Sebastian Dietrich damit in der jüngsten Bauausschusssitzung die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf einem Dach in der Bauerngasse. 

Bereits 2007 sei hier vom Antragsteller eine Photovoltaikanlage ohne Beantragung einer denkmalpflegerischen Erlaubnis auf dem Dach errichtet worden, schilderte Dietrich den Fall. Auch nach einer Beseitigungsaufforderung durch das Landrats­amt wurde die Unterkonstruktion der Solaranlage bis heute nie vollständig zurückgebaut.

Geplant sei hier die Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem südwestlichen Dach des Bestandsgebäudes. Das Vorhaben sei grundsätzlich möglich, so Dietrich, falle jedoch unter den Ensembleschutz der Altstadt. Hierfür wurde nun ein Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis gestellt.

Die Dachlandschaft der Altstadt ist von rot-braunen Ziegeldächern geprägt, die lediglich von Gauben und Dachliegefenstern durchbrochen werden, fasste Dietrich die Situation zusammen. „Die Einbringung von einem neuen fremdartigen Element in die Dachlandschaft verändert und beeinträchtigt das Erscheinungsbild des Ensembles“, so der Stadtbaumeister weiter. Dazu kommt noch, dass die Dachfläche von der Bauerngasse, der Reichelstraße und dem Schlossplatz aus von der Allgemeinheit eingesehen werden könne, „sodass hier auch keine Ausnahme vom Ensembleschutz begründet werden kann“, so Dietrich. „Ich teile das nicht, dass das da so gut einsehbar ist“, so Bettina Buresch (Grüne). Sie fände die Anlage dort „nicht so tragisch“, da es sich ja auch nur um eine kleine Fläche handele.

Aktuell läuft zur Thematik Photovoltaikanlagen innerhalb historischer Altstädte ein Modellprojekt in Wasserburg am Inn, in welchem verschiedene altstadtverträgliche Varianten von Photovoltaikanlagen getestet werden. Das Ergebnis wird Ende des Jahres erwartet. Dieses sollte aus Sicht der Verwaltung in Bezug auf künftige Vorgehensweisen abgewartet werden, so Dietrich.

Parallel bemühe sich die Stadt um die Ausweisung von geeigneten Flächen zur Gewinnung von Solarenergie im Stadtgebiet. Die so ausgewiesenen Flächen können zudem für größere gemeinschaftliche Anlagen genutzt werden, an denen sich auch Bürger beteiligen können, auf deren Anwesen eine denkmalrechtliche Erlaubnis aus gestalterischen Gründen versagt werden muss.

Der Bauausschuss einigte sich darauf, den Antrag zum jetzigen Zeitpunkt abzulehnen und die Ergebnisse des Modellprojektes abzuwarten.

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