Neubau der Sozialpsychiatrie

Weitere Details zur Planung des Marienheims am Bühlach

Marienheim Bühlach Peiting Grundstück
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Am östlichen Ortsrand wird am Hang das neue Gebäude fürs Marienheim errichtet. Das Grundstück wird nicht eingezäunt.
  • vonJohannes Jais
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Peiting – Die sozialpsychiatrische Einrichtung im Marienheim-Neubau, wo 62 Menschen mit schwerer seelischer Erkrankung stationär und vier weitere Personen in einer Wohngruppe betreut werden, wird nicht mit einem Zaun am Grundstück eingefriedet. Vielmehr heißt es, dass die Außentüren nur vom Personal geöffnet werden. 

Das war eines von zahlreichen Details, die neulich zur Sprache kamen, als die Gemeinderäte den Billigungsbeschluss fassten – sowohl zur Änderung im Flächennutzungsplan als auch im vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Zuvor wurden ausführlich die Stellungnahmen und Einwände behandelt, ohne dass wesentliche Änderungen vorgenommen werden.

Zwei Stunden, bevor das Thema im Gemeinderat nochmals auf den Tisch kam, war schon der Bau- und Umweltausschuss mit dem Neubau befasst, den die Arbeiterwohlfahrt Oberbayern am Bühlach auf einem Grundstück errichtet, das sie vom Markt Peiting bekommt. Es ging dabei um den endgültigen Bauantrag.

Architekt Peter Flickinger vom Büro Höss Amberg & Partner fasste sich kurz; nachdem er schon im Februar ausführlich Rede und Antwort stand, beschränkte er sich auf wenige Hinweise. Dazu gehörte die Anmerkung, dass für die Feuerwehrzufahrt die Straße auf der Südseite am unteren Bühlach-Hang etwas verbreitert werde. Auf der Westseite des Gebäudes führt eine Straße zum Hof des Marienheim-Neubaus, wo im Ernstfall auch die Drehleiter platziert und ausgefahren werden könne.

Architekt Flickinger verwies noch einmal auf die Innenhöfe, die einen abgeschlossenen Bereich bilden. Im Osten des großen Gebäudes ist zum Hang hin ein Lichthof vorgesehen. Die Büros für die Verwaltung und die Werkräume werden im Untergeschoss eingerichtet, das in Richtung Ortschaft mit einer Fensterfront verglast wird. Das Gebäude hat eine Höhe von elf Metern.

Blick auf Stellungnahmen

Im Gemeinderat sind die Stellungnahmen der Ämter und Behörden ebenso wie Einwände der Anlieger, die im vergangenen Jahr ein Bürgerbegehren angestrengt hatten, ausführlich behandelt worden. Rathaus­chef Peter Ostenrieder wollte Fairness walten lassen und darum die Argumente der Bürger nochmals einzeln im Gemeinderat durchgehen. „Die Wichtigkeit dieses Vorhabens rechtfertigt die umfängliche Behandlung“, kommentierte er.

Am Ende stand – wie zu erwarten – kein einstimmiger, sondern ein mehrheitlich gefasster Billigungsbeschluss. 17 Räte waren dafür, sechs votierten mit Nein. Bei der Abwägung der Stellungnahmen war Ursula Reiser anwesend; sie ist Landschaftsarchitektin im Büro Terrabiota (Starnberg), das vom Markt Peiting mit der Ausarbeitung des Bebauungsplanes „Sondergebiet am Bühlach“ beauftragt worden war.

Bekannte Einwände

Die Einwände aus der Bürgerschaft sind auch die Argumente, mit dem die Anwohner 2020 das Bürgerbegehren initiiert hatten. Diese mündete im August in den klar verlorenen Bürgerentscheid (wir berichteten). Stichwörter sind die grundsätzliche Standortfrage, Sorgen vor Überflutungen bei Starkregen wegen der massiven Bebauung, die zudem das Landschaftsbild zerstöre, oder der fehlende Zaun.

Nördlich des Gartens, wo Bäume gepflanzt werden, bleibt zumindest ein Streifen mit landwirtschaftlicher Nutzfläche erhalten. Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten äußerte Bedenken, weil eine große landwirtschaftlich genutzte Fläche verloren ginge. Eine ähnliche Auffassung vertrat im Gremium Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung), der selbst Bauer ist.

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