Verein löst sich auf

Aus für die "Initiative Fuchstalbahn"

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Seit 1984 ist der Personenverkehr auf der etwa 30 Kilometer langen Strecke Schongau-Landsberg eingestellt. Seitdem verkehren hier nur Güterzüge. Auf dem Foto handelt es sich um eine Überführungsfahrt der BRB im vergangenen Jahr.

Schongau/Landsberg – Seit 18 Jahren setzt sich der Verein „Initiative Fuchstalbahn“ für die Reaktivierung der Strecke zwischen Schongau und Landsberg für den Personenverkehr ein. Doch der Verein ist bald Geschichte, wie der Vorstand bei der Jahreshauptversammlung vergangene Woche verkündete. Das Ziel der Reaktivierung wollen die Vereinsmitglieder um Vorstand Tyll-Patrick Albrecht unter dem Dach von „Pro Bahn“ jedoch weiter verfolgen.

Die Entscheidung den Verein aufzulösen begründet Tyll-Patrick Albrecht mit der allgemein schwierigen Situation für Vereine. Schon einen fünfköpfigen Vorstand zu gewährleisten, sei nicht mehr möglich. Übrig sind mittlerweile nur noch Albrecht selbst, sein Sohn Stephan Albrecht und Andreas Holzhey, der gleichzeitig Geschäftsführer der Bürgerbahnhof Oberland GmbH ist, der die Bahnhöfe Schongau und Landsberg gehören.

Ziel sei nun eine Art „Fusion“ mit dem Fahrgastverband Pro Bahn, dessen stellvertretender Vorsitzender Tyll-Patrick Albrecht ist. Es soll eine Arbeitsgruppe zur Reaktivierung gegründet werden, die Mitglieder der „Initiative Fuchstalbahn“ sollen bei der Auflösungsversammlung am 6. Juli zum Eintritt in den Fahrgastverband aufgefordert werden. Unter dem Dach des Verbandes sieht Albrecht bessere Chancen für sein Anliegen, zumal es sich bei Pro Bahn um einen „größeren und stärkeren Verband“ handele, der sogar über feste Angestellte verfüge. „Wir wollen uns mehr auf den politischen Teil konzentrieren“, sagt Albrecht.

Neben dem politischen Aspekt verfügt die Initiative Fuchstalbahn noch über zwei weitere: einen touristischen und einen Spieler- und Kinder-Part, wie Albrecht es nennt. Der touristische Teil organisierte die Sonderfahrten auf der Gleisstrecke. Besonders 2015 kamen diese Fahrten mit einem historischen Schienenbus gut an. „Technisch ist uns das aber kaum möglich“, sagt das Vorstandsmitglied. Ein- bis zweimal im Jahr könne man solche Fahrten gewährleisten, im Oktober sollen wieder Fahrten stattfinden. Ob Fahrten zum Ruethenfest nach Landsberg 2019 gestemmt werden können, sei derzeit noch ungewiss.

Auch der Spielerpart leide derzeit bei den rund 48 Mitgliedern. Der Verein hat eine Modelleisenbahn, die im seit 2015 Schongauer Bahnhof lagert. „Die alten Männer gibt‘s nicht mehr, die damit spielen“, sagt Albrecht. Und die jüngeren hätten kein Interesse. 

asn

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