Werbefreie Sonnenschirme: Schongaus Stadtrat beschließt Reglementierungen für Freischankflächen

Den Freischankflächen, die die Wirte in der Schongauer Altstadt nutzen, wiederfahren mehrere Änderungen. Hierauf einigte sich der Stadtrat und kam damit unter anderem dem Antrag zweier Wirte nach, die eine Verlängerung der Freischanksaison verlangt hatten. Gleichzeitig forderten die Räte von den Gastwirten ein einheitlicheres Erscheinungsbild ihrer Freischankflächen.

„Ich will ein einheitlicheres Bild in der Stadt“, postulierte Stadtbaumeister Ulrich Knecht und führte anschließend aus, was er genau meinte: Da seien die zahlreichen Sonnenschirme, die die Wirte auf den von der Stadt genehmigten Freischankflächen für ihre Gäste aufgestellt haben. Nach einhelliger Meinung des Stadtrates sollen diese von nun an keine Werbung mehr tragen dürfen. Doch damit nicht genug: Zu unterschiedlich ist das Erscheinungsbild nach Ansicht des Stadtbaumeisters. Als Beispiel führte er die Brasserie an der Weinstraße an: „Die dortige Freischankfläche ist zu bunt gestaltet und die umlaufende Wand ist undurchsichtig. Das möchte ich nicht“, sagte Knecht und verwies auf das Stadtbild, das durch solche „Auswüchse“ empfindlich gestört würde. Stadtrat Helmut Schmidbauer (CSU) stimmte dieser Argumentation gänzlich zu: „Wir haben eine Verantwortung gegenüber unserer ensemblegeschützten Altstadt“, sagte dieser. In Zukunft sollen die Freischankflächen nicht mit Werbung vollgepflastert sein und zu dem in ihrem äußeren Erscheinungsbild einheitlicher werden. Einigkeit herrschte bei den Räten auch im Hinblick auf die Verlängerung der Freischanksaison. „Wir hatten einen super April heuer. Warum sollten wir nicht schon ab da die Saison eröffnen“, fragte Reinhold Jaser von der Stadtverwaltung in die Runde. Gleichzeitig verwies Jaser allerdings auf die Forderung der Stadt, dass nur jene Kneipenbetreiber eine Freischankfläche von der Stadt anmieten dürften, wenn diese über Mittag auch geöffnet haben. Hier habe es in letzter Zeit allerdings Diskrepanzen gegeben, die so nicht akzeptabel seien, führte Jaser an. „Dann sperre ich kurz auf, trinke einen Cappuccino und gehe wieder heim“ habe ein Wirt gegenüber der Stadtverwaltung gesagt. „Da läuft organisatorisch nicht alles rund“, urteilte Jaser und erhielt in diesem Punkt die volle Unterstützung des Stadtrates: Nur jene Wirte, die ihr Geschäft über die gesamte Mittagszeit geöffnet haben, also von 11.30 Uhr bis 14.00 Uhr, können mit einem positiven Bescheid rechnen und von der Stadt eine öffentliche Fläche anmieten. Die Freischanksaison verlängert sich gleichzeitig um einen Monat und dauert nun von April bis Oktober. Die Forderung einiger Räte, die Miete je Stellplatz von derzeit 100 Euro auf 120 Euro zu erhöhen, fand indes keine Mehrheit. Mit 15 zu sieben Stimmen wurde dieser Antrag abgelehnt, auch wenn klar wurde, dass die Stadt bei der Vermietung der Flächen unter dem Strich einen Verlust macht. Denn durch die Parkgebühr lägen die Einnahmen bezogen auf die gleiche Zeit, also von April bis Oktober, um einiges höher.

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