Wegen Werbesatzung

Café-Betreiber darf seine Schilder nicht aufhängen

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In diesem Gebäude am Schongauer Marienplatz soll ein Café entstehen. Den geplanten Werbetafeln erteilte der Bauausschuss nun aber eine Absage.

Schongau – Wieder einmal beschäftigte die Werbesatzung in der Altstadt den Schongauer Bauausschuss. Dieses Mal ging es um ein Schild für ein neues Café am Marienplatz. Obwohl alle Mitglieder sich einig waren, dass das Café ein Gewinn für die Altstadt sein wird, die zwei geplanten Schilder darf der Betreiber so nicht anbringen.

Der ehemalige Gemüseladen am Marienplatz soll künftig in einen Verkaufsraum mit Café umgestaltet werden. „Die Verwaltung begrüßt die Nutzung und befürwortet diese“, so Bernd Liebermann vom Bauamt. Zwei Schilder an der Fassade – eines zum Marienplatz, das andere zur Ballenhausstraße hin – sollten dafür angebracht werden. Es handelt sich um 1,90 Meter lange und 0,4 Meter hohe Werbetafeln aus milchglasigem Acryl. Darauf befindet sich der in Gold gehaltene Schriftzug „Elias Café“. Die zwei Schilder sind unbeleuchtet.

Die Größe der Buchstaben entspreche zwar der Werbesatzung, so Liebermann, nicht aber das Material. Denn in der Werbesatzung sind ausdrücklich „individuell gefertigte und gestaltete Holz- oder Metallschilder“ vorgesehen. Insgesamt könne man von einem individuell gefertigten Schild sprechen, sagte Liebermann. Trotzdem es nicht aus Holz oder Metall sei, befürworte die Verwaltung die Anbringung in der vorgestellten Form.

Dem konnte die Mehrheit der Bauausschussmitglieder allerdings nicht folgen. Entweder man halte sich an die Satzung oder man könne sie gleich abschaffen, so die Meinung von Ilona Böse (SPD). Sie wünschte sich gleich noch eine Überprüfung, wie viele Schilder in der Altstadt der Satzung nicht entsprechen. „Bei der Sparkasse waren wir sehr konsequent“, verwies sie auf die Ablehnung des von der Sparkasse beantragten Schildes (der Kreisbote berichtete).

Bürgermeister Falk Sluyterman wollte hier nicht „päpstlicher als der Papst“ sein. „Wir sollten es den Gewerbetreibenden in der Altstadt nicht so schwer machen“, so die Meinung Sluytermans. Die Schilder seien zudem bereits angefertigt.

Einen Kompromiss wünschte sich Kornelia Funke (CSU). Der sieht nun folgendermaßen aus: Man werde das Ergebnis der Abstimmung dem Antragssteller mitteilen. Die ging mit 2:7 Stimmen gegen die Werbetafeln in der vorgeschlagenen Version aus. Das Café an sich befürworteten aber alle. 

Astrid Neumann

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