"Werden nicht ewig warten" – Bürgermeister Albert Hadersbeck hat Alternative für Schulräume in Altenstadt

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ANTON JUNGWIRTH, Altenstadt – Reges Interesse zeigten die Altenstadter bei der diesjährigen Bürgerversammlung, in welcher Bürgermeister Albert Hadersbeck zahlreiche Brennpunkte der Kommunalpolitik anschnitt. Auch in Altenstadt ist die Weltwirtschaftskrise Thema. Denn zurückgehende kommunale Einnahmen machen den vom Gemeindechef anvisierten Schuldenabbau schwierig. Immerhin hatte dieser vor, die langfristige Verschuldung auf nur noch durchschnittlich zwei Millionen Euro zu reduzieren. „Am 31. Dezember belief sich der Schuldenberg bei uns auf 2,789 Millionen Euro“, stellte Hadersbeck klar, der gleichzeitig auch mit einem weiteren Rückgang der Gewerbesteuer rechnet. Diese sank von 2007 mit rund 800000 Euro auf 688000 Euro im vergangenen Jahr. Dennoch plant die Gemeinde auch für die Zukunft weitere Investitionen, wie für den Kindergarten oder die Feuerwehr. Hier soll ein neues Fahrzeug angeschafft werden, das voraussichtlich mit wohl 350000 Euro zu Buche schlagen wird. „Das ist ein großer Brocken“, meinte Albert Hadersbeck, der zugleich auf die Förderung in Höhe von 80000 Euro verwies. Enttäuscht zeigte er sich allerdings davon, dass die Gemeinde bei den staatlichen Mitteln des Konjunkturpakets II leer ausgegangen ist. „Wir haben schon bessere Zeiten gehabt, aber auch schon schlechtere. Das muss man ganz klar sagen“, gab der Bürgermeister zu bedenken. Dessen Appell an die Bevölkerung war deshalb eindeutig: „Bitte nehmt die örtlichen Betriebe in Anspruch. Das tut allen gut und kommt auch der Gemeinde zu Gute“. An herausragenden Ausgaben im vergangenen Jahr nannte der Gemeindechef die 354000 Euro für Tageseinrichtungen der Kinder, 92000 Euro für Projekte der Dorferneuerung, knapp 20000 Euro für die Feuerwehr und 40000 Euro für die Schule. Deren zukünftige Nutzung in Altenstadt indes ist immer noch ein heißes Eisen: Die Auflösung der Teilhauptschule und die damit verbundene Auflösung der Klassen „sei immer noch deutlich spürbar“, so Hadersbeck. Zurzeit ist die Gemeinde mit Schulleitern von Schulen in Schongau im Gespräch, um zu eruieren, inwieweit hier Bedarf sei. „Wir werden aber nicht ewig warten“, warnte Hadersbeck und verwies darauf, dass die Zeit bereits weit fortgeschritten sei. Als Alternativplan hat er ein Kompetenz- zentrum für Kinder, Jugendliche und Senioren in den ehemaligen Schulräumen in petto. Insgesamt hatte die Gemeinde zum Jahreswechsel 3485 Einwohner, wobei hiervon 690 Einwohner in Schwabniederhofen wohnten. Die Bürger indes scheinen mit der Gemeinde relativ zufrieden zu sein, denn in der anschließenden Diskussion gab es nur wenige Wortmeldungen. Unzufrieden zeigte sich Harald Giese, SPD-Vorstand der Schönachgemeinde, mit der DSL-Versorgung. Gemeindemitglied Georg Herz sprach sich für die Abschaffung des „Pfingstlümmelns“ aus und verwies auf den teilweise hohen Sachschaden, der durch die Jugendlichen in der Pfingstnacht verursacht werde. Hadersbeck nahm hiervon Kenntnis, äußerte aber gleichzeitig Bedenken, ob dieser alte Brauch einfach so abgeschafft werden könne. „Ich appelliere hier besonders an die Eltern“, sagte dieser. Für ein Schulmilchprogramm an der örtlichen Schule sprach sich Landwirt Bernhard Schleich aus. „Die Idee finde ich gut“, bekannte der Bürgermeister hierzu abschließend.

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