Neues Pflegeheim am Schongauer Krankenhaus

Im Westen zu hoch

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Der Entwurf, der im Oktober vorgestellt wurde: Hier ist der Pflegeheim-Neubau (grau) noch zum Teil fünfstöckig. Im Westen fehlt zudem der jetzt beschlossene Rücksprung der vierten Etage.

Schongau – Die Planungen für das neue Pflegeheim am Krankenhaus schreiten voran. Im Bauausschuss wurden jetzt die eingegangenen Bedenken und Anregungen im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens behandelt. Dabei ging es auch noch einmal um die künftige Höhe des neuen Gebäudekomplexes, der das in die Jahre gekommene Marie-Eberth-Altenheim ersetzen soll.

Wie berichtet plant der Grünwalder Bauträger WOB, das bestehende Altenheim abzureißen und bis 2020 durch einen Neubau mit 120 Plätzen zu ersetzen. Im März hatte der Landkreis das Marie-Eberth-Heim an den Investor verkauft, bereits im Mai brachte der Schongauer Stadtrat den Bebauungsplan auf den Weg und delegierte das Verfahren an den Bauausschuss.

Doch im Oktober landete das Thema erneut im großen Gremium. Grund dafür war der überraschende Vorstoß des Investors, zusätzlich Plätze im Betreuten Wohnen anzubieten. Doch der Stadtrat lehnte den Plan ab, auch, weil der Gebäudekomplex zu groß geworden wäre. Fünf Geschosse war den Stadträten aufgrund der exponierten Lage an der Hangkante zu viel. Im nördlichen Teil einigte man sich auf vier Stockwerke, südlich und westlich sollte die Grenze bei drei Etagen liegen. Dafür gestand man dem Bauträger im Gegenzug ein maximal großes Baufenster zu, was diesem ermöglicht, den Neubau zu errichten und erst anschließend das bestehende Altenheim abzureißen.

Als es nun im Bauausschuss um die eingegangenen Bedenken und Anregungen zum Bebauungsplan ging, zeigte sich, dass der Investor nicht so schnell klein beigeben wollte. Sein neuer Entwurf blieb im Westen mit vier Geschossen ein Stockwerk über den beschlossenen Vorgaben. Architekt Frank Reimann, der das Verfahren betreut, sah dies kritisch. Man könne dem nicht folgen, sagte er. Zu massiv wäre das neue Gebäude, um sich noch in das Landschaftsbild einzufügen. „Wir brauchen hier eine Abstufung.“

Auch Ilona Böse (SPD) und Bettina Buresch (ALS) ging der Vorstoß zu weit. Paul Huber (CSU) dagegen forderte, dem Investor entgegenzukommen. „Ich habe damit kein Problem.“ Vier Geschosse bis an die Baugrenze waren jedoch auch Stephan Hild (UWV) und Helmut Hunger (CSU) zu viel des Guten. Allerdings konnten sich die beiden Stadträte eine weitere Etage in Kombination mit einer Dach­terrasse vorstellen. Dadurch wäre nur ein Teil vierstöckig, argumentierten sie. Mit einem solchen Rücksprung als Kompromiss konnte sich die Mehrheit des Gremiums anfreunden. Er wurde mit 6:3 Stimmen beschlossen.

Deutlich knapper fiel die Abstimmung aus, als es um den Natur- und Landschaftsschutz ging. Denn nicht nur bei der ALS, sondern auch in Reihen der SPD sorgte die Nähe des geplanten Neubaus zum Naturdenkmal Siechenhalde für Unbehagen. Mit 5:4 ging der Beschluss nur knapp durch.

Auch der Lärmschutz war Thema. Als es um die Immissionen der nahen Bahnlinie ging, wollte Bürgermeister Falk Sluyterman wissen, inwiefern sich der Bau des Altenheims auf den im Raum stehenden neuen Bahnhalt am Krankenhaus auswirke. „Es wäre fatal, wenn dieser wegen des Pflegeheims nicht kommen würde.“ Doch in diesem Punkt konnte Reimann den Rathauschef beruhigen. Wenn es ein Problem mit dem Schallschutz geben sollte, wäre in diesem Fall zuerst das Krankenhaus betroffen, da dieses deutlich näher liege.

Apropos Lärm: Dass der Landeplatz für den Rettungshubschrauber nicht weit entfernt vom Pflegeheim liegt, hat laut dem Architekten keine Auswirkungen. Da es sich bei den Flügen um Notfalleinsätze handle, sei diesen ein höherer Stellungswert beizumessen als potentiellen schalltechnischen Aspekten.

Christoph Peters

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