Im Westen was Neues

Moderner Baustil: Als Computermodell gibt es die geplanten Gebäude bereits. In Wirklichkeit soll der Bau auf dem Gelände an der Marktoberdorfer Straße im Herbst beginnen. Grafik: Haseitl

Noch vor der Sommerpause hat der Schongauer Bauausschuss den Weg für ein großes Bauprojekt an der Marktoberdorfer Straße freigemacht. Dort, wo derzeit ein Bolzplatz Kinder und Jugendliche zum Spielen einlädt, sollen Bürogebäude und Wohnanlagen entstehen. Den dafür nötigen Bebauungsplan verabschiedete das Gremium einstimmig.

Erst seit einem halben Jahr laufen bei der Schongauer Baufirma Haseitl die Planungen für das Vorhaben, welches nun im Bauausschuss vorgestellt wur-de. „Wir sind sehr zügig vorangekommen“, freut sich Haseitl-Geschäftsführer Peter Schre-hardt, der besonders die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Schongau hervorhebt. Diese dürfte freilich auch deswegen so gut funktioniert haben, weil die Firma mit ihrem Ansinnen im Bauamt offene Türen einrannte. Mit der aktuellen Nutzung des 5600 Quadratmeter großen Grundstücks sei man alles andere als glücklich gewesen, erklärte denn auch Stadtbaumeister Ulrich Knecht. Zum einen, weil es sich um eine Brachfläche inmitten des Stadtgebietes handele, zum anderen, da es durch die spielenden Jugendlichen immer wieder zu Beschwerden der Bewohner des angrenzenden Wohngebiets über Lärmbelästigungen gekommen und deshalb sogar ein Verfahren anhängig sei. „Wir sollten daher die gute Marktlage nutzen, um die Fläche zu entwickeln“, schlug Knecht vor. Für den Bolzplatz soll es derweil Ersatz geben (siehe unten stehenden Bericht). Was sich das von Haseitl beauftragte Schongauer Architekturbüro Weinberger & Anderl ausgedacht hat, fand bei den Mitgliedern des Gremiums breite Zustimmung. Direkt an der vielbefahrenen Marktoberdorfer Straße sollen zwei Bürogebäude entstehen, die durch eine transparente Schallschutzwand verbunden sind, um so den Verkehrslärm von den dahinter geplanten drei Mehrfamilienhäusern abzuhalten. Besonders freute Knecht die moderne Bauart der Gebäude. Während in diesem Bereich bislang eine zweigeschossige Bauweise mit Satteldach vor-herrscht, sollen die neuen Wohnhäuser über drei Stockwerke samt Penthouse mit Dachterrasse verfügen. „Es ist wichtig, dass man mal einen anderen Baustil wagt“, so der Stadtbaumeister. Oberirdische Parkplätze werden im Übrigen nur die Bürokomplexe bekommen, die meisten Stellplätze sollen unterirdisch in einer großen Tiefgarage untergebracht werden. Erhalten bleiben soll außerdem die Fußwegsverbindung vom dahinter liegenden Wohngebiet zur Marktoberdorfer Straße. Nicht erlaubt sind laut Bebauungsplan Discounter und Geschäfte mit über 500 Quadratmeter Fläche. Als „positive Entwicklung“ lobte Kornelia Funke (CSU) das Vorhaben, und auch Robert Bohrer (SPD) gefiel die Planung gut. Einstimmig brachte der Bauausschuss schließlich den Bebauungsplan auf den Weg. Das Interesse an den Wohn- und Büroeinheiten ist derweil schon vor Beginn der Bauarbeiten im Herbst groß. So hat sich der landwirtschaftliche Buchprüfungsdienst eines der beiden Bürogebäude bereits gesichert. Und schon kurz nach Bekanntwerden des Vorhabens gingen bei Haseitl die ersten Reservierungsanfragen von Kaufinteressenten für die Wohnungen ein. „Das zeigt, dass es einen hohen Bedarf gibt“, freut sich Schrehardt, der mit der offiziellen Vermarktung im September beginnen will. Vor allem die Schongauer hat der Geschäftsführer als potentielle Kunden ausgemacht, weshalb man sich auch bei den Auftragsvergaben auf ortsansässige Unternehmer konzentriere, betont er. Acht Millionen Euro investiert die Firma in das Projekt, das Ende nächsten Jahres bezugsfertig sein soll.

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