Die "steinerne Krone" der Lechstadt

Die Stadtmauer-Zukunft im Museum

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Prof. Bü Prechter (rechts), Landschaftsarchitektin und Stadtplanerin aus München, erläuterte die Wettbewerbs-Beiträge.

Schongau – Die Schongauer Altstadt mit Stadtmauer als steinerne Krone in einer poetischen Landschaft. Die Pläne der Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten GmbH haben auch die Jury überzeugt. Das Ergebnis des Wettbewerbs zum Stadtmauerumfeld ist noch zweieinhalb Wochen lang im Stadtmuseum ausgestellt.

Auslöser war ein Erdrutsch am Sonnengraben im letzten Jahr. In Zusammenarbeit mit der Städtebauförderung der Regierung von Oberbayern wurde die Idee eines städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs zur Inwertsetzung der denkmalgeschützten Stadtmauer und einer Aufwertung des Stadtmauerumfelds entwickelt, wie Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman bei der Ausstellungs-Eröffnung im Stadtmuseum ausführte. Die Städtebauförderung übernahm 80 Prozent der Kosten.

Das Ergebnis wurde am vergangenen Samstagmittag im Stadtmuseum der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Zehn Landschaftsplanerbüros hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt und die Jury verteilte das ausgelobte Preisgeld schließlich auf zwei zweite Preise und zwei Anerkennungen. So wurden die Büros Lohrer Hochrein und Bauchplan (München) mit je 20.000 Euro und Büscher Architekten sowie Schober Architekten Architektur und Stadtplanung aus München mit einer Anerkennung von jeweils 6.000 Euro bedacht.

Ideen gab es viele, wie zum Beispiel Aussichtsplattformen, einen weiteren Mauerdurchbruch oder einen Betonstreifen, der sich sozusagen als Symbol parallel zur Stadtmauer windet. „Da sind fast Dramen dabei, die an die Elbphilharmonie erinnern“, meinte Prof. Bü Prechter, Vorsitzende des Preisgerichts. Sie stellte die Entwürfe bei der Ausstellungseröffnung vor.

Die Jury, die sich aus den Fachpreisrichtern Michael Gebhard, Michel Hinnenthal, Prof. Bü Prechter, Jochen Rümpelein, Prof. Ludwig Schegk und Mechthild Siedenburg, sowie den Sachpreisrichtern Falk Sluyterman, Bettina Buresch, Kornelia Funke, Monika Maucher und Martin Schwarz zusammensetzte, war schließlich von dem Leitgedanken der Stadtmauer als Krone überzeugt. „Für uns war das Höchste die Angemessenheit der Mittel“, so Bü Prechter zum Auswahlverfahren.

"Mit Gefühl"

Mit Angemessenheit ist gemeint, dass der Entwurf passend für die Stadt sein muss und zwar nicht nur optisch, sondern auch finanziell. Da die Bodenbeschaffenheit und die Statik an der historischen Stadtmauer problematisch sind, werden Eingriffe in den Baumbestand unvermeidbar sein. Ebenfalls ein Kriterium war der Lärmschutz. „Wir haben es mit einer schwierigen Aufgabe zu tun. Man muss mit Gefühl an die Sache herangehen“, erläuterte Bü Prechter.

Mit der als Sieger gekürten Lohrer Hochrein Landschaftsarchitekten GmbH habe die Jury ein Büro mit viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl ausgewählt, wie Bü Prechter mehrfach betonte. „Die Kunst des Entwerfens liegt im Weglassen“, erklärte sie. Es war ein Gesamtkonzept gefragt, wie die Bepflanzung oder Gestaltung der Sitzelemente im Einzelnen ausschaut, könne sich dann entwickeln.

Die Planung soll laut Stadt­oberhaupt Falk Sluyterman demnächst im Bereich des Münzgebäudes, das saniert wird, und am Sonnengraben umgesetzt werden. Bis das gesamte Stadtmauerumfeld neu gestaltet ist, werden wohl 15 bis 20 Jahre ins Land gehen.

Immerhin gibt es jetzt das Konzept, an dem die Stadt sich orientieren kann. Diesbezüglich bat Bü Prechter die Verantwortlichen, die Planungen des ausgezeichneten Büros zu respektieren. „Planen ist eine Raumkunst, davon muss man etwas verstehen!“, stellte sie abschließend klar. 

fro

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