Erster Lungentag im Schongauer Krankenhaus:

Rauchen als "Grundübel"

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Leitender Oberarzt und Pneumologe Christian Sturm und Atmungstherapeutin Manuela Mußbach informierten beim ersten Lungentag im Schongauer Krankenhaus Patienten und Interessierte über Präventionsmaßnahmen und Behandlungsmöglichkeiten von Lungenerkrankungen.

Schongau – Dass es einen Lungenfacharzt im Schongauer Krankenhaus gibt, habe sie nicht gewusst, sagte eine Besucherin des ersten Lungentages am vergangenen Freitag. So mag es wohl Vielen in der Region gehen. Um das zu ändern und umfassend über das wichtige Organ zu informieren, hat man sich im Krankenhaus entschlossen, nach dem erfolgreichen Schmerztag nun die Lunge in den Fokus eines ganzen Tages zu stellen.

Seit rund eineinhalb Jahren ist der Pneumologe Christian Sturm bereits am Krankenhaus in der Lechstadt tätig. Die Abteilung wurde mit zwei modernen Endoskopieräumen neu aufgebaut. Zwischen 100 und 200 Bronchioskopien werden seither pro Jahr hier durchgeführt. Oft tritt die Lunge nach der Kardiologie, Krebs und Schlaganfall in den Hintergrund. Das sollte der erste Lungentag nun ändern und traf dabei auf viel Interesse.

Christian Sturm und Atmungstherapeutin Manuela Mußbach standen Patienten und Interessierten am Freitagnachmittag für ihre Fragen zur Verfügung. COPD ist dabei die Hauptursache für chronische Lungenerkrankungen, wie Sturm erläutert. „Grundübel“ sei hier nach wie vor das Rauchen. Ob die Rauchverbote und Anti-Raucher-Kampagnen Wirkung zeigen, könne man aber erst in etwa zehn Jahre erkennen, so Sturm. Trotzdem habe er das Gefühl, dass sich das Bewusstsein der Menschen durchaus geändert hat. Auch die E-Zigarette sieht Sturm als „Einstiegsdroge“ an: Zwar enthalte sie weniger kanzerogene Stoffe als die normale Tabakzigarette, trotzdem könne man die Folgen derzeit noch nicht abschätzen, da es sich um eine neue Technik handele.

Baldige Früherkennung

Die Zahlen sprechen allerdings Bände: 80 bis 90 Prozent der Lungenerkrankungen sind auf das Rauchen zurückzuführen. Darunter natürlich auch der Lungenkrebs. Das Verheerende an dieser Art des Krebses: „Der Patient merkt lange nichts vom Lungenkrebs“, sagt der Lungenfacharzt. Außerdem gibt es keinen Frühtest – „noch nicht“, so Sturm. Er ist überzeugt davon, dass in zehn bis 20 Jahren eine Früherkennung durch ein Screeningprogramm über Computertomographie möglich sein wird.

Atmungstherapeutin Manuela Mußbach informierte außerdem über verschiedene Atemmasken, Inhalierer und Atemtrainer. Sie ist die erste Anlaufstelle, wenn ein Patient mit Atemnot in das Krankenhaus kommt. Unter Aufsicht des Lungenfacharztes Sturm, nimmt sie dem Betroffenen die Atemnot. Außerdem kümmert sie sich darum, dass der Patient im Krankenhaus lernt mit einer Beatmung umzugehen und das erhält, was er zu Hause braucht.

Im Schongauer Krankenhaus landen allerdings nur Notfälle. „Eine langfristige Betreuung ist nicht vorgesehen“, sagt Sturm. Eine Kassenzulassung gibt es nicht. Auch deshalb würde er sich eine Selbsthilfegruppe für Lungenkranke wünschen. „Wichtig wäre, dass ein Betroffener die Leitung selbst übernimmt“, sagt der Pneumologe. Das Krankenhaus würde hier auch unterstützend eingreifen und beispielsweise einen Raum zur Verfügung stellen. „Damit wäre die Gruppe auch für jeden barrierefrei zu erreichen“, sagt Sturm.

Astrid Neumann

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