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Wie die Alpspitzstraße in Schongau entschleunigen?

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Von: Astrid Neumann

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Bergab Richtung Forchet V werde ebenfalls gerast, hieß es im Bauausschuss. Es soll nun eine Einbahnregelung und ein Überfahrungsschutz für den Gehsteig in der Alpspitzstraße durch die Verwaltung geprüft werden. © Schorer

Schongau – Das Verkehrsproblem in der Alpspitzstraße ist seit längerem bekannt. Schon mehrfach haben sich Anwohner beschwert, dass der Verkehr durch den Ausbau des Baugebietes Forchet V stark zugenommen hat. Auch die geringe Fahrbahnbreite löst oftmals Konflikte in dem Bereich zwischen Karwendelring bis Pürschlingstraße aus. Nun beschäftigte sich der Bauausschuss erneut mit Lösungsansätzen.  

Einige Anwohner der nördlichen Alpspitzstraße waren zur jüngsten Sitzung des Bauausschusses gekommen, um zu hören, was dieser zu ihrem Antrag zu sagen hatte. Außerdem hatte es zuvor einen vor-Ort-Termin gegeben. Man müsse da kritisch bewerten, so Bürgermeister Falk Sluyterman in der Sitzung. „Es liegt nicht nur an der Stadt, sondern auch an denjenigen, die im Auto sitzen“, so der Rathauschef. „Wir sollten hier aktiv werden.“

Dass es in diesem Bereich bereits länger brodelt, ist auch Bauamtsmitarbeiter Martin Blockhaus bewusst. Schon 2010 habe man sich mit der Thematik auseinandergesetzt. Mehrere Faktoren spielen in dem Bereich zusammen. „Zwei Autos haben da keinen Platz“, verwies Blockhaus auf die geringe Fahrbahnbreite in Verengungen von rund 4,30 Meter. Das führe oft dazu, dass Autofahrer auf den Gehweg ausweichen. Außerdem lade das Gefälle dazu ein, schneller zu fahren, so Blockhaus.

Verschiedene Ansätze wurden nun im Bauausschuss diskutiert: Die Geschwindigkeitsanzeigetafel, die an verschiedenen Standorten in Schongau eingesetzt wird, soll vermehrt in der Alpspitzstraße zum Einsatz kommen. Diese sei bereits montiert worden, so Blockhaus.

Von der Verwaltung sei auch vorgeschlagen worden, dass die öffentlichen Parkplätze zugunsten der Fahrbahn entfallen könnten. Dies würde eine überwiegende Fahrbahnbreite von über sechs Metern generieren. Die Vorgehensweise lehnten die Anwohner jedoch kategorisch ab. Zur Verhinderung der Befahrung des Gehweges könnte temporär ein „Lane Protektor“ – Kunststoffabgrenzungen an der Gehsteigkante – aufgebracht werden, also Hindernisse, die das Überfahren unmöglich machen. „Es kann aber sein, dass wir die im Winter wieder entfernen müssen“, verwies Blockhaus auf den Winterdienst.

Zuletzt wäre da noch die Möglichkeit einer Einbahnregelung. Dies würde allerdings dazu führen, dass es nur noch eine Zufahrt zu dem Wohngebiet gäbe. „Das verlagert den Verkehr nur“, ist Blockhaus überzeugt.

Stephan Hild (UWV) verwies auf einen Ortstermin im Jahr 2010 und eine Geschwindigkeitsmessung, die einen Spitzenwert von Tempo 80 ergeben habe. „Wir müssen mit baulichen Maßnahmen die Geschwindigkeit dort reduzieren“, so sein Appell. Auch die Menge an Fahrzeugen müsse man in Griff kriegen. Nur Geschwindigkeitsanzeigetafeln, das sei zu wenig. Von Schwellen riet Blockhaus mit Verweis auf den Rettungsdienst dringend ab.

Eine Einbahnstraßenregelung mache, so Hild, eher weiter unten bei der Zufahrt zum Wohngebiet Forchet V Sinn. „Die heizen da ganz schön den Berg runter“, so Nina Konstantin (ALS). Sie sprach sich deshalb dafür aus, dort eine Einbahnregelung und zwar nur bergauf einzuführen. „Ich persönlich wäre eher für die Gehwegbegrenzung“, meinte Thomas Schleich (UWV). Eine Einbahnstraße würde erst recht zum rasen einladen, befürchtete er.

Einbahnstraßenregelung und Überfahrungsschutz sollen nun durch die Verwaltung geprüft werden. „Die Anzeigetafeln stehen jetzt erst mal“, so Bürgermeister Falk Sluyterman, der auch auf die positive Wirkung derer am Rösslekellerberg verwies.

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