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Wo die Stadt Schongau Energie spart

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Von: Astrid Neumann

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Raumtemperatur runter – so lautet die Verordnung der Bundesregierung.
Raumtemperatur runter – so lautet die Verordnung der Bundesregierung. © Panthermedia/alexraths

Schongau – Energiesparen ist derzeit angesagt. Stadtbaumeister Sebastian Dietrich informierte in der jüngsten Stadtratssitzung am Dienstag über die Maßnahmen, die die Stadt Schongau diesbezüglich ergreift.

Die Stadtmauer- und Denkmalbeleuchtung wurde bereits außer Betrieb genommen (wir berichteten). Dadurch, dass die 42 alten Strahler abgeschaltet wurden, werden rund 12.000 Euro pro Jahr eingespart, so der Stadtbaumeister.

Er verwies aber auch darauf, dass dies eine temporäre Maßnahme sei. Im Zuge der Neugestaltung wird die Stadtmauerbeleuchtung ebenfalls modernisiert werden. Bis Ende Februar muss die Beleuchtung aber auf jeden Fall ausbleiben, so ist derzeit die Rechtslage. „Vorausgesetzt der Gesetzgeber ändert nicht noch was“, warf Sebastian Dietrich ein.

Ob die künftige Beleuchtung der Stadtmauer dann auch flexibel steuerbar sei, wollte Markus Keller (Grüne) wissen. „Es kann dann alles zentral gesteuert werden“, versicherte Dietrich.

Im Hinblick auf die Straßenbeleuchtung führte der Stadtbaumeister aus, dass nur noch etwa vier Prozent dieser nicht mit LEDs ausgestattet ist, also lediglich „ein kleiner Restbereich“. Zusätzlich wird die Straßenbeleuchtung ab 21 Uhr gedimmt. Laut den Lechwerken sei dies ein „hochgradig effizientes System“, erklärte Dietrich im Gremium.

Ein partielles Abschalten einzelner Straßenlaternen, wie neulich ein Vorschlag aus dem Gremium kam, sei dagegen nur schwer zu realisieren. Zudem sei dann das Dimmen nicht mehr möglich und die Lebensdauer der Leuchten würde sich reduzieren. An jeder Laterne müsste außerdem ein sogenannter Laternenring angebracht werden. Auch die Haftung würde in diesem Fall komplett auf die Stadt übergehen, weshalb Dietrich von einer Abschaltung abriet.

Bis Ende Februar gilt die „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen“ der Bundesregierung. Dazu gehört beispielsweise die Absenkung der Raumtemperatur in öffentlichen Nichtwohngebäuden auf 19 Grad. Diese werde umgesetzt.

Weitere Maßnahmen und Vorschläge zur Energieeinsparung müssen derzeit noch geprüft werden. Dazu gehören beispielsweise auch raumlufttechnische Anlagen. In Zusammenhang mit Corona sehe man das jedoch kritisch, so Dietrich.

Insbesondere bei Sporthallen sei jedoch Einsparpotenzial vorhanden. Hier gilt der Vorschlag, die Temperatur auf 17 Grad zu senken. Im Zusammenhang mit der körperlichen Aktivität halte man das für vertretbar. Wie mit der Eissporthalle verfahren werden soll, müsse noch diskutiert werden. Zudem habe die Stadt einen Vertrag mit Experten für ein Energiecoaching geschlossen. Dieses soll mit allen Hausmeistern noch im Oktober stattfinden.

In der Nachbargemeinde Peiting werden künftig sogenannte Balkonkraftwerke gefördert (wir berichteten). Das müsse man sich für Schongau gut überlegen, so Dietrich. Er halte es für viel wichtiger, über einen Befreiungsbeschluss für solche Einrichtungen nachzudenken, „damit überall in der Stadt die gleichen Bedingungen herrschen“.

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