Geteilte Meinungen zu Grundstücksverkauf

Wohnbebauung auf dem Grundstück der Neuapostolischen Kirche?

+
Auf dem Grundstück der Neuapostolischen Kirche (im Hintergrund) an der Johann-Sebastian-Bach-Straße soll Wohnbebauung entstehen. Eine Rolle spielt dabei auch die städtische Grünfläche im Vordergrund.

Schongau – Vor rund einem Jahr wurde die Nutzung der Neuapostolischen Kirche in Schongau West aufgegeben. Nun will dort ein privater Investor Wohnbebauung schaffen. Der aufzustellende Bebauungsplan schließt auch das benachbarte städtische Grundstück zur Schönlinder Straße hin mit ein. Das gefiel nicht allen Stadträten.

Ziel und Zweck der Planung sei es, den im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) festgestellten Wohnflächenbedarf in der Stadt Schongau zu decken, führte Stadtbaumeister Sebastian Dietrich in der Sitzung am Dienstag aus. Im Rahmen einer Nachverdichtung eigne sich das Grundstück für eine Bebauung mit Mehrgeschosswohnungsbau sowie Reihen- und Doppelhäusern. Zur Verfügung stehe neben der frei werdenden Fläche der Neuapostolischen Kirche auch die Flächen des angrenzenden Fußweges sowie der an der Schönlinder Straße gelegenen selten genutzten Grünfläche, erklärte der Stadtbaumeister. Dazu soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Auf Nachfrage Hans Rehbehns (CSU-Fraktion), erläuterte Stadtkämmerer Werner Hefele, dass das Kirchengrundstück von einem privaten Investor gekauft wurde. Dieser würde – so wurde es bereits in nichtöffentlicher Sitzung diskutiert – auch die städtische Grünfläche offenbar gerne kaufen. „Wir brauchen unser städtisches Grundstück dafür nicht anbieten“, plädierte Bettina Buresch (Grüne). Der zwischen den beiden Flächen verlaufende Fußweg stelle zudem eine wichtige Verbindung dar. „Ich würde von der offenen Gestaltung nicht abgehen. Die Fläche der Kirche reicht völlig aus“, so Buresch.

Die richtige Richtung in der Planung erkannte hingegen Friedrich Zeller (SPD). „Wir sollten es auf den Weg bringen“, sagte er. Man könne in der weiteren Planung ja auch viel vorgeben, pflichtete Ilona Böse (SPD) bei.

Michael Eberle (CSU) interessierte sich eher für die nicht vorgesehene Sozialbindung. „Warum geht das nicht bei uns?“, wollte er mit Blick auf Bauvorhaben mit Sozialbindung in Landsberg wissen. „Dann würde ich leichteren Herzens zustimmen“, so Eberle.

Die falsche Stelle für sozialen Wohnungsbau erkannte hier Gregor Schuppe (ALS). Er werde aber vor allem wegen dem städtischen Grundstücksdreieck und dem Fußweg dagegen stimmen. Kornelia Funke (CSU) verwies noch auf einen „wunderschönen erhaltenswerten Baum“ an der Ecke der Grünfläche.

Mit 16:8 Stimmen beschloss der Stadtrat die Aufstellung des Bebauungsplanes. 

asn

Auch interessant

Meistgelesen

Diskussion im Brauhaus zum Thema Rassismus allgemein und im Landkreis
Diskussion im Brauhaus zum Thema Rassismus allgemein und im Landkreis
Investition bei TQ-Systems auf ehemaligem Agfa-Gelände
Investition bei TQ-Systems auf ehemaligem Agfa-Gelände
Verkehrte Welt im Hohenfurcher Schilderwald
Verkehrte Welt im Hohenfurcher Schilderwald
Geschrumpfter Haushalt bei der VG Steingaden
Geschrumpfter Haushalt bei der VG Steingaden

Kommentare