Belebung des Steingadener Marktplatzes

Café, Hofladen, Drogeriemarkt

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Gemeinsam mit Werner Böglmüller (re.) hatte auch Bürgermeister Xaver Wörle (li.) eine zeitlang die Stellung gehalten beim Tag der offenen Tür und auch die eine oder andere Idee, gemeinsam mit seiner Frau Karin, beigetragen.

Steingaden – Der Arbeitskreis für den Steingadener Marktplatz hat seine Arbeit aufgenommen. Nur einen guten Monat nachdem Bürgermeister Xaver Wörle die Idee im Gemeinderat angestoßen hatte (der KREISBOTE berichtete), gab es jetzt die erste Aktion dazu.

Rund drei Dutzend Vorschlagslisten sind das Ergebnis der beiden Aktionstage im Zenetti-Haus. Oft gewünscht: ein Tagescafé als Ort des Zusammentreffens und eine Art Hofladen. „Neun schwarze Löcher“, so hatte es der Steingadener Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung auf den Punkt gebracht, würden die Marktplatzbesucher anstarren, seitdem die Familie Zenetti aus Altersgründen ihr Modegeschäft geschlossen hat. Man habe doch nicht für viel Geld den Marktplatz saniert, damit nun ein ums andere Geschäft schließe, hatte Wörle seinerzeit seinen Unmut begründet. 

Nun also waren die Bürger aufgerufen, ihre Wünsche und Ideen, was mit den leer stehenden Geschäften passieren könnte, kundzutun. Zwei Tage lang hatte dafür das ehemalige Modehaus Zenetti seine Türen geöffnet und die Steingadener nutzten die Gelegenheit ausgiebigst. So hatten Interessierte auch die Gelegenheit, sich zum einen das Geschäft anzusehen, das leer steht, zum anderen bei Kaffee und Kuchen mit Bürgermeister, Gemeinderäten, dem Gewerbeverband und den Hausbesitzern, die abwechselnd im Geschäft waren, ins Gespräch zu kommen. 

Dabei zeigte sich auch, dass das Problem Leerstand teilweise gar nicht wahrgenommen wird. Man habe doch alles, portraitierte Wörle im Gespräch die Meinung einiger Bürger – einen Metzger, zwei Bäcker, eine Apotheke und sogar einen Lebensmittelladen. Was dabei vergessen werde, so einer der Besucher, „wie schaut es hier in zehn Jahren aus?“ 

 An Ideen mangelt es den Steingadenern jedenfalls nicht, auch konnte man anhand der Wunschlisten ablesen, was im Ort fehlt, ein Drogeriemarkt etwa. Aber auch für ein schönes Tagescafé sprachen sich zahlreiche Vorschläge aus, manchmal kombiniert mit einem kleinen Laden für Reiseandenken – oder einem Hofladen, wo Produkte aus der Region verkauft werden könnten. Sogar die Verlegung der Tourismusinformation aus dem Fohlenhof an den Marktplatz wurde angeregt. 

 Vor allem die Idee eines Treffpunktes mit sozialen Aspekten, einem Café, wo sich auch die Steingadener treffen, ratschen oder stricken könnten, wiederholte sich. Keine Chance haben dagegen Vorschläge wie etwa ein Irish Pub mit Billard oder eine Kleinkunstbühne. Das kollidiert mit den Vorstellungen von Gertrud Zenetti, sie wohnt mit der Familie über den ehemaligen Ladenräumen. Gegen ein Tagescafé hätte sie nichts, aber am Abend sollte Ruhe herrschen. Nun hat die Ideengemeinschaft erst mal viel Arbeit vor sich, allein die Vorschläge zu sichten. Und dann zu sehen, was umsetzbar wäre oder nicht. gau

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