Die Lichtschaukel feiert 15. Geburtstag

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Erklärt, wo der Verein Hilfen anbietet: Annemarie Seidel vom Vorstand der Lichtschaukel.

Peiting – Breit gefächert ist das Angebot, mit dem sich der Verein Lichtschaukel, das Frauen- und Familienzentrum in Peiting, vor allem an Eltern mit kleinen Kindern wendet. Den Schwerpunkt bildet nach wie vor die Haushaltshilfe. Daran hat sich seit der Gründung vor 15 Jahren kaum etwas geändert. Begangen wird das kleine Jubiläum am Samstag, 4. März, um 14.30 Uhr mit einem Familienfest in der Schloßberghalle. Es kommt Zauberer Vlado aus Oberammergau. Für die Kinder gibt’s Glitzertattoos und tolle Bastelangebote. Der Kreisbote hat mit Vorständin Annemarie Seidel über die Arbeit des Vereins gesprochen.

Frau Seidel, erinnern Sie sich noch, wie alles angefangen hat?

Seidel: „Die Initiative ging damals von den beiden Hebammen Petra Schuster und Maria Weiß aus. Die haben Hauswirtschafterinnen gesucht, die ihre Wöchnerinnen im Haushalt unterstützen, wenn die Mutter noch liegen und sich schonen soll. Das galt sowohl für Hausgeburten als auch für Aufenthalte im Krankenhaus.“

Dabei ist es nicht geblieben.

Seidel: „Das stimmt. Die Haushaltshilfe ist zwar nach wie vor der größte Teil in unserem Wirkungsbereich. Dazu kommen jedoch zwei Spielgruppen und unsere drei Krabbelgruppen. Ein wichtiger Bereich sind aber auch die Kurse und Vorträge.“

Wie spiegelt sich der Wandel im Berufsleben und in den Familien in der Arbeit bei der Lichtschaukel wider?

Seidel: „Viele Mütter steigen zeitig wieder in den Beruf ein. Das hat bei den einen mit dem Erwartungsdruck im Umfeld zu tun, bei anderen mit finanziellen Gründen, aber auch mit der Politik, die für die Kinderbetreuung zu Hause wenig Unterstützung gewährt. Mütter geraten dadurch mit ihren Aufgaben in der Ehe, mit den Kindern, im Beruf und im Haushalt in Belastungssituationen. Wo das der Fall ist, sind wir von der Haushaltshilfe häufiger als früher erneut gefordert. Etwa, wenn Frauen auf eine psychiatrische Behandlung in einer Tagesklinik angewiesen sind. Dabei wollen wir nicht nur den Haushalt schmeißen, sondern uns den Frauen zuwenden und sie ermuntern, damit sie wieder Kraft schöpfen. Und wir wollen ihnen die Zuversicht geben, dass sie es mit der Zeit wieder selbst schaffen.“

Wie weit reicht euer Einsatzgebiet?

Seidel: „Das geht über mehrere Landkreise. Der Schwerpunkt ist aber in den Landkreisen Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen.“

Stichwort Kinder-und Krabbelgruppen: Was tut sich da zurzeit?

Seidel: „Die drei Krabbelgruppen und die zwei Spielgruppen, die sich in der Schloßberghalle in der ehemaligen Hausmeisterwohnung eingenistet haben, laufen sehr gut, sie sind voll belegt. Die Spielgruppen haben sogar eine Warteliste.“

Wer nutzt dieses Angebot?

Seidel: „Einheimische genauso wie neu Zugezogene, die einen sozialen Kontakt suchen und in Erziehungsfragen einen Austausch mit anderen Eltern schätzen.“

Wo gibt’s Berührungspunkte mit den Tagesstätten?

Seidel: „In der Koordination so gut wie keine. Wir sehen da kein Konkurrenzdenken. Wir kriegen aber immer wieder Rückmeldung aus den Kindergärten, dass Buben und Mädchen, die bei uns in der Spielgruppe waren, in den Tagesstätten eher mehr Selbstständigkeit an den Tag legen, sprich „guat zum ham“ sind.“

Was steht bei Kursen und Vorträgen im Fokus?

Seidel: „Genau das, was die Eltern an uns herantragen. Was gut angenommen wird, ist der Erste-Hilfe-Kurs bei Babys und Kleinkindern, Yoga für Kinder. Und seit neuestem Kinderwagen-Workout.“

Kinderwagen-Workout?

Seidel: „Das müssen Sie sich so vorstellen, dass Mütter mit den Kleinen im Kinderwagen unter Anleitung zum Joggen gehen und Gymnastik in freier Natur genießen.“

Wie ist der Vorstand aufgestellt?

Seidel: „Wir sind fünf Frauen. Und ein Mann. Der Hahn im Korb, das ist der Christian Hollrieder. Der hat manche Gaudi mit uns. Aber er macht auch echt was mit. Wir sind froh, dass wir ihn als Kassier im Verein haben. Schön ist, dass wir seit 2016 zwei junge Mütter in der Vorstandschaft haben: die Sandra Zedelmaier und die Maria Brennauer, beide aus Kreut. Die Karin Barnsteiner, die Birgit Gnahs und ich sind somit die Altgedienten.“

Haben Sie sich am Anfang gedacht, dass Sie nach 15 Jahren noch Vorsitzende im Verein sein würden?

Seidel: „Mindestens zehn Jahre waren schon mein Ziel. Ich bin froh, dass ich – dass wir – so lang durchgehalten haben. Das geht nur mit Freude im Vorstandsteam, in den Gruppen, bei den Ehrenamtlichen und bei den freiberuflichen Hauswirtschafterinnen. Ich allein mach den Verein nicht aus. Die Lichtschaukel hat viele Gesichter.“

Interview: Johannes Jais

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