Vier Stunden durch die Reinigung

Ein steriler Kreislauf

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Leiterin der Zentralen Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (ZAEMP) im Schongauer Krankenhaus Christina Lehmann erklärt den Ablauf.

Schongau – Die Zentrale Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (ZAEMP) im Schongauer Krankenhaus feiert ihr Einjähriges. Seit dem 21. November 2016 versorgt sie den OP in Schongau mit sämtlichen Medizinprodukten, seit dem Frühjahr wird auch das Partnerkrankenhaus Weilheim von hier aus beliefert.

Beide Häuser – Weilheim und Schongau – hatten früher ihre eigene „Steri“, in der die verschiedenen OP-Geräte gereinigt und sterilisiert wurden. Da der Maschinenpark in beiden Krankenhäusern allerdings über 20 Jahre alt war, musste Ersatz her, wie der stellvertretende Geschäftsführer Florian Diebel erklärt. Zwar wäre es auch möglich gewesen diese Dienstleistung auszulagern, allerdings wollten Krankenhaus und Landkreis hier die Eigenregie behalten. „Sterilgut ist essentiell und so ist eine enge Abstimmung mit dem OP möglich“, sagt Diebel, was OP-Leiterin Katrin Schulze ebenfalls bestätigt.

Nach über einjähriger Bauzeit konnten die neuen Räumlichkeiten im Krankenhaus Schongau bezogen werden. Allein die benötigten Maschinen kosteten 1,1 Millionen Euro. Insgesamt wurden rund vier Millionen Euro investiert, damit der komplette neue Innenausbau der ZAEMP in Schongau realisiert werden konnte. Von der ersten Planung über die Umsetzung bis hin zur Inbetriebnahme dauerte es rund zwei Jahre. Und es war eine Einführung auf zwei Raten, wie Diebel betont. Erst vor gut einem halben Jahr wurde das Weilheimer Krankenhaus angebunden. Zehn Mitarbeiter sind in der Abteilung im Schichtdienst beschäftigt. Das Team wurde neu zusammengestellt, zum Teil kamen auch Kollegen aus Weilheim hinzu.

In der ZAEMP werden sämtliche Medizinprodukte, die für die OPs in beiden Krankenhäusern zur Verfügung stehen, gereinigt, sterilisiert, verpackt und ausgeliefert. Ein festgelegter Kreislauf sorgt hier für einen den reibungslosen Ablauf und stellt die korrekte Sterilisation der Scheren, Klemmen und Pinzetten sicher. Die gebrauchten Gerätschaften werden vom Schongauer OP direkt über einen Aufzug in den unreinen Bereich der ZAEMP geliefert. Zwischen Weilheim und Schongau verkehrt dreimal täglich ein speziell dafür vorgesehenes Transportfahrzeug.

Die Instrumente durchlaufen zunächst ein Reinigungs-Desinfektionsgerät – eine Art „Spülmaschine“. Hierfür wird nur vollentsalztes Wasser verwendet, wie ZAEMP-Leiterin Christina Lehmann erklärt. Denn Salz würde das Material angreifen. Eine entsprechende Aufbereitungsanlage befindet sich im Haus. Anschließend werden die Gerätschaften sortiert, kontrolliert und in sogenannte Sterilisationseinheiten (STE) verpackt. Eine solche Einheit hat entweder eine Größe von 30x30x60 Zentimetern oder ein Gewicht von zehn Kilogramm. Beispielsweise könnte eine solche STE etwa 100 Pinzetten aufnehmen. Insgesamt 15.000 solcher Einheiten haben die Abteilung im vergangenen Jahr durchlaufen.

Nach der Verpackung erfolgt die Sterilisation. Mindestens fünf Minuten müssen die Geräte einem Vakuum ausgesetzt sein, mit 134 Grad heißem Dampf erfolgt die Sterilisation. Insgesamt sind die Geräte über eine Stunde in der entsprechenden Maschine. Insgesamt dauert die komplette Aufbereitung rund vier Stunden. Danach sind die Instrumente steril und werden entweder über einen sterilen Aufzug, der ausschließlich dafür verwendet wird zum Schongauer OP befördert oder nach Weilheim transportiert.

Den ersten Geburtstag feierte die Abteilung mit einer Torte, die mit verschiedenen medizinischen Instrumenten verziert war. „Der erste Geburtstag ist mit einer riesen Lernkurve versehen“, betonte der stellvertretende Geschäftsführer.

Astrid Neumann

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