Mit besten Aussichten

Zeugnisübergabe für Berufsfachschule und Integrationsklasse in Schongau

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Schulleiter Thomas Schütz, stellvertretender Landrat Karl-Heinz Grehl (1. und 2. v. links), und Landtagsabgeordneter Harald Kühn (rechts) gratulierten Agnes Kölbl (Forst), Susanne Brandt (Landsberg), Samuel Berhe (Schongau), Luise Saller (Garmisch), Saskia Romeißen (3. bis 7. v. links), Philomena Reich (Altenstadt) und Sina Baumann (Altenstadt), die sich mit einem Notendurchschnitt von 1,50 oder besser fortan Staatspreisträger nennen dürfen.

Schongau – Das Berufliche Schulzentrum Schongau hat das Jakob-Pfeiffer-Haus zuletzt fest in Beschlag genommen: Nach der Abschlussfeier der Berufsschule knapp eine Woche zuvor erhielten dort am vergangenen Montag auch die erfolgreichen Absolventen der Berufsfachschulen sowie einer Berufsintegrationsklasse ihre Zeugnisse.

Rund 1.300 Schüler besuchen das Berufliche Schulzentrum Schongau, 200 davon sind den Berufsfachschulen zuzuordnen. Das erörterte Schulleiter Thomas Schütz in seiner Zusammenfassung. Mit der Berufsbezeichnung des Staatlich geprüften Kinderpflegers (19 Damen, ein Herr), des Staatlich geprüften Sozialbetreuers und Pflegefachhelfers (20/sechs), der Staatlich geprüften Helfers für Ernährung und Versorgung (16/einer) und des Staatlich geprüften kaufmännischen Assistenten verlassen einige davon nun ebenso die Einrichtung, wie 13 Schüler (vier/neun) der Berufsintegrationsklasse.

Von den 76 Berufsfachschülern bewältigten alle ihre Abschlussprüfungen erfolgreich, genauso wie acht Externe, die ihre Prüfung zum Kinderpfleger ablegten. 22 Absolventen erhielten eine Urkunde für besondere Leistungen. Über den Staatspreis für einen Notendurchschnitt von 1,50 oder besser freuten sich die nun Staatlich geprüfte Sozialbetreuerin und Pflegefachhelferin Susanne Brandt (1,44), die drei Staatlich geprüften Helferinnen für Ernährung und Versorgung Luise Saller (1,35) und Saskia Romeißen (1,46), Agnes Kölbl (1,50), die beiden Staatlich geprüften Kinderpflegerinnen Philomena Reich (1,26) und Sina Baumann (1,20) sowie Samuel Berhe, der die Berufsintegrationsklasse mit der Traumnote 1,0 abschloss und Anfang September eine Ausbildung zum Metallfacharbeiter bei der Firma Breidenbach in Peiting antritt.

Sie alle waren damit die – zumindest den Noten nach – höchstwertigen Weine, die der aktuelle Jahrgang hervorbrachte. Diesen Vergleich strengte Schütz in seiner Rede an. „Der eine ist spritzig und gut verträglich, der andere eher etwas charakterlos und von geschmacklicher Ausdrucksschwäche.“ Der eine habe einen starken, der andere eher einen konturlosen Abgang. „Ich spreche wohlgemerkt vom Wein.“ Dass es bisweilen auch gehörig gären müsse, verstehe sich da von selbst. Ebenso wie die regelmäßige Probennahme – durch den Winzer und auch den Lehrer.

„Keine Generation hatte bisher so gute Chancen, wie Sie jetzt“, machte Landtagsabgeordneter Harald Kühn Mut. Dazu, dass die Absolventen nun stolz auf eine abgeschlossene Ausbildung, die wichtiger sei denn je, blicken dürfen, habe der Landkreis mit einem immensen Finanzaufwand seinen Beitrag geleistet.

Das griff auch der stellvertretende Landrat Karl-Heinz Grehl auf. „Der Landtag stellt die Software und wir die Hardware.“ Mit dem Ergebnis: „Sie sind jetzt eine Fachkraft“ – und, da deckte sich seine Einschätzung mit der Kühns – für solche stehen die Aussichten gut wie noch nie.

Der Berufsabschluss bescheinige das nötige Rüstzeug für den weiteren beruflichen Weg, so Schütz. Ohne Zielstrebigkeit und Fleiß gehe es aber auch in Zukunft nicht. „Trotz Fachkräftemangel wird keinem im Berufsleben etwas geschenkt.“

An die Schüler der Berufsintegrationsklasse wandte sich Kühn zum Abschluss seiner Ansprache: „Dies ist einer Ihrer ersten Schritte in Ihrer neuen Heimat“, unterstrich er und forderte die Zuhörer und die Gesellschaft auf, Offenheit und Toleranz zu pflegen.

Dass sie neben der Sprache auch Werte und Regeln des Zusammenlebens vermittelt bekamen, schilderten Daniel Major und Abdulrahman Al Khiyami stellvertretend für die Berufsintergrationsklasse. Unter anderem Abschiebebescheide sorgten im Lauf ihrer zwei Jahre am Beruflichen Schulzentrum dafür, dass die Klassengemeinschaft dezimiert wurde. „Das macht uns sehr traurig.“ Stellvertretend für die Absolventen verliehen sie ihrer Hoffnung Ausdruck, „dass wir hier bleiben dürfen und Ausbildungsgenehmigungen erhalten“. „Wir möchten ein Teil von Deutschland sein.“

Die übrigen Abschluss- und Dankesworte richteten Katharina Seifert (Staatlich geprüfte Sozialbetreuer und Pflegefachhelfer), Luca Romeike (Kaufmännische Assistenten), Luise Saller und Agnes Kölbl (Helfer für Ernährung und Versorgung) und Annalena Menhart (Kinderpflege) im Namen ihrer Klassen an Zuhörer- und Lehrerschaft.

Rasso Schorer

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