Vielleicht schon nächstes Jahr:

In großen Schritten zum Dorfladen

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Im Gebäude der ehemaligen Metzgerei soll bis Ende des nächsten Jahres der Ingenrieder Dorf­laden entstehen.

Ingenried – Seit fünf Jahren wird im Ingenrieder Gemeinderat immer wieder eifrig über einen Dorfladen diskutiert. Nun ist die Nahversorgung vor Ort in trockenen Tüchern, wie Bürgermeister Xaver Fichtl bei einer außerordentlichen Bürgerversammlung in der vergangenen Woche verkündete. Wenn alles nach Plan verläuft, können die Ingenrieder Ende nächsten Jahres vor Ort einkaufen.

Bereits vor drei Jahren habe sich schon einmal die Möglichkeit ergeben, im Ort einen Dorf­laden zu installieren, wie Bürgermeister Fichtl auf Nachfrage erklärt. Damals wollte man aber dem örtlichen Bäcker und Metzger nicht in die Quere kommen. Dieses Problem besteht nun nicht mehr: Im Frühjahr wurde bekannt, dass die Metzgerei Martin schließen und das Gebäude verkaufen wird. Die Bäckerei Würfl wird mit in den künftigen Dorfladen einziehen.

Nachdem die Aufgabe der Metzgerei bekannt wurde, fiel ziemlich schnell der Grundsatzbeschluss im Gemeinderat und die Verhandlungen wurden aufgenommen. Das alles fand wie in der Gemeindeordnung festgeschrieben nicht öffentlich statt. In der vergangenen Woche ließen Bürgermeister Xaver Fichtl sowie Architekt Horst Hafenmayer und Dorfladen-Spezialist Wolfgang Gröll die Katze aus dem Sack.

Die Planungen sind bereits relativ weit fortgeschritten, wie Fichtl sagt. Gebäude und Grundstück kosten die Gemeinde insgesamt 385.000 Euro. Im Oktober war man beim Notar, ab Dezember geht die ehemalige Metzgerei in den Besitz der Gemeinde über. Wenn alles nach Plan verläuft, kann noch im Dezember der Eingabeplan gemacht und den zuständigen Fachbehörden übergeben werden. „Sobald die Genehmigungen da sind, wollen wir zügig die nächsten Schritte anpacken“, sagt Fichtl. Dort, wo zuvor noch Schlachtungen in der Metzgerei stattfanden, soll nach dem Umbau Bäcker Andreas Würfl einziehen. Das Gebäude selbst erhält einen Anbau von 144 Quadratmetern Größe. Hier werden beispielsweise Lager und Kunden-WC Platz finden. Insgesamt wird der Dorfladen damit eine Fläche um die 200 Qua­dratmeter haben.

Neben den Waren aus der Bäckerei wird es eine Fleisch- und Wursttheke geben und natürlich den weiteren Lebensmittelbereich. „Wir bauen hier aber keinen Supermarkt, sondern einen klassischen Dorfladen“, betont das Gemeindeoberhaupt. Ein kleines Café sowie eine warme Theke, wo beispielsweise Leberkässemmeln verkauft werden, runden das Angebot ab. Insgesamt werden die Umbaumaßnahmen etwa 800.000 Euro schlucken.

Finanzielle Unterstützung könnte vom Leader-Projekt kommen, für das sich die Gemeinde bereits angemeldet hat. Vor allem die Einrichtung des Dorfladens wolle man so finanzieren, erklärt Fichtl. Voraussetzung dafür ist eine Bürgerbeteiligung. Hier ist geplant einen Arbeitskreis zu gründen. Alle interessierten Bürger treffen sich dafür am morgigen Donnerstag, 16. November, um 20 Uhr im Versammlungsraum der Mehrzweckhalle. Dieser Arbeitskreis wird dann einen Fragebogen erarbeiten, der die Wünsche der Ingenrieder an ihren Dorfladen widerspiegeln soll. Dass sich die Leute im Ort an der Aktion beteiligen, hält das Gemeindeoberhaupt für besonders wichtig. „Wir wollen ja einen Dorfladen wie ihn sich unsere Bürger wünschen.“

Bei der außerordentlichen Bürgerversammlung in der vergangenen Woche stieß das Thema auf jeden Fall auf großes Interesse. Die Mehrzweckhalle war voll, über 200 Bürger hatten die Einladung des Bürgermeisters angenommen. Auch die Reaktionen auf das Projekt Dorfladen seien durchweg „positiv und zustimmend“ gewesen, sagt Fichtl.

Verläuft nun alles nach Plan, könnte man bereits im Frühjahr mit den Baumaßnahmen beginnen. Ziel wäre es Ende 2018 zu eröffnen. „Auf jeden Fall wollen wir das zügig durchziehen“, so der Bürgermeister.

Astrid Neumann

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